Test Need for Speed Rivals: Raser und Gendarm in offener Welt

Es geht um Respekt! Und darum, wer in der Presse die größte Aufmerksamkeit bekommt: die Straßenraser oder die Polizei? Beide Seiten liefern sich in Need for Speed Rivals einen erbitterten Kampf darum, wer die größeren Schlagzeilen und damit dann auch die besten Autos und Tuningteile bekommt. Gleich nach dem Intro steht in Rivals erstmals die Seitenwahl an: Entweder strebt der Spieler eine Karriere als Raser an, oder aber er steigt hinter das Steuer eines Polizeiwagens, um für Ordnung auf der Straße zu sorgen; wer mag, kann jederzeit nach Lust und Laune die Seite wechseln.

Schauplatz von Rivals ist Redview County, eine fiktive Region in den USA, die über beeindruckend abwechslungsreiche Landschaften verfügt. Küste, Berge, Wüste, Wald – zu sehen gibt es einiges. Ob all das im Polizeiwagen oder als Raser durchfahren wird, macht keinen großen Unterschied. Zwar gibt es für die Fraktionen unterschiedliche Aufgaben pro Kurs: Raser müssen der Polizei entkommen, Polizisten die Bösewichte stellen und schrottreif rammen. Geschwindigkeitsrekorde, spektakuläre Drifts oder Bestzeiten an Radarfallen gilt es aber auf beiden Seiten aufzustellen.

Auch das Bonussystem ist in beiden Fraktionen gleich: Sowohl Raser als auch Polizisten sammeln Speed Points, die Währung im Spiel. Verdient werden die etwa durch besondere Resultate – wer bessere Leistungen in höheren Schwierigkeitsgraden erbringt, erhält dafür auch mehr Punkte. Aber auch riskante Fahrmanöver wie Beinaheunfälle, Bestzeiten beim Blitzerfoto oder ein hoher Fahndungsstatus erhöhen die Punktzahl. Investiert werden können die Punkte in den jeweiligen Karrieren für unzählige Optik-, Leistungs- und Funktionsupgrades. Nach und nach werden immer neue Luxuskarossen freigeschaltet, die dann wiederum mit zahlreichen Extras und Designs aufgebohrt werden.
Die Aufrüstmöglichkeiten sind für Raser größer als für die Polizei, aber auch die Ordnungshüter haben natürlich einen hochwertigen Fuhrpark mit Supersportwagen von Mercedes, Nissan und Co. Zudem haben die Cops einen technologischen Vorsprung, um der anderen Seite das Leben schwerzumachen – das Arsenal reicht von EMP über Straßensperren bis zu Nagelbändern, und natürlich haben Raser nur auf einen Teil dieser Gimmicks Zugriff.
Plattformen, Grafik und Fazit
Redview Country präsentiert sich als offene Spielwelt, neue Events werden jeweils auf der Spielkarte angezeigt und können per GPS auch bequem angefahren werden. Wer Zeit sparen will, nutzt das Easydrive-Menü, um direkt zu einem Event zu springen oder ein Rennen neu zu starten. Gelungen ist auch die nahtlose Integration des Mehrspielermodus – Onlineveranstaltungen werden auf derselben Übersichtskarte mitangezeigt, die auch Einzelspieler sehen. Angesichts der nicht sonderlich gelungenen KI-Fahrer war das eine gute Idee der Entwickler, denn menschliche Kontrahenten bieten in Rivals meist die deutlich interessanteren Herausforderungen.

Technisch zaubert die aus Battlefield 4 bekannte Frostbite-Engine schöne Szenerien auf den PC-Bildschirm. Fast genauso gut sieht das Programm auf der Playstation 4 und der Xbox One aus – auf beiden läuft es in 1080p. Deutlich weniger schön und immer wieder mit spürbaren Rucklern läuft Rivals auf der Xbox 360 und der PS3. Wer die Möglichkeit hat, sollte also unbedingt zur PC- oder Next-Gen-Fassung greifen. Auf allen Systemen läuft das Spiel mit 30 Bildern pro Sekunde, nur am PC lässt sich das mit ein paar Tricks ändern. Ärgerlich für PC-Spieler ist dagegen das Fehlen einer Lenkrad-Unterstützung.
Need For Speed Rivals ist für Windows-PC, Xbox One, Xbox 360 und Playstation 3 bereits erhältlich. Die Playstation-4-Version erscheint zum Konsolenstart am 29. November 2013. Je nach Plattform kostet das Programm zwischen 50 und 70 Euro. Die USK hat eine Freigabe ab 12 Jahren erteilt.
Fazit
Need For Speed hat in den vergangenen Jahren einige Tiefpunkte gehabt, insofern ist Rivals wieder ein Schritt in die richtige Richtung. Das Katz-und-Maus-Spiel zwischen Polizei und Rasern ist kurzweilig und schön anzusehen. Einsteiger kommen wegen der unkomplizierten Steuerung schnell auf ihre Kosten, dafür schwächelt der Titel bei der langfristigen Motivation: Rivals ist in den ersten Spielstunden am besten, dann verliert es mit zunehmender Dauer wegen fehlender Ideen und der ständig gleichen Aufgaben einiges von seiner Faszination.



