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Medion Lifetab S7852 im Test: Aldis neues 150-Euro-Tablet

Mit dem Lifetab S7852 verkauft Medion am 8. Mai 2014 in den Aldi-Filialen ein sehr nach iPad Mini aussehendes 8-Zoll-Tablet mit Android 4.4, Quad-Core-Prozessor und Alu-Gehäuse für 150 Euro. Golem.de hat vorab getestet, ob sich der Kauf lohnt.
Aktualisiert am , veröffentlicht am / Tobias Költzsch
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Medions 8-Zoll-Tablet Lifetab S7852 (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)
Medions 8-Zoll-Tablet Lifetab S7852 Bild: Tobias Költzsch/Golem.de

Medion bringt ein neues, günstiges Android-Tablet in die Aldi-Märkte: Das Lifetab S7852 soll ab dem 8. Mai 2014 für 150 Euro erhältlich sein, dafür bekommt der Käufer ein 8-Zoll-Tablet mit Aluminiumgehäuse, Quad-Core-Prozessor und Infrarotsender.

Medion Tablet
Medion Tablet (00:56)

Beim Design hat sich Medion einiges von Apples iPad Mini abgeschaut: Ohne den auffälligen Lifetab-Schriftzug unter dem Display sind die beiden Geräte auf den ersten Blick kaum zu unterscheiden. Wie das iPad Mini hat auch das Lifetab ein stabiles Gehäuse aus Metall, das matte Aluminium fühlt sich gut an. Ganz auf Kunststoff hat Medion beim Gehäuse aber nicht verzichtet: Der Rand um das Displayglas ist aus Kunststoff, ebenso der untere Teil der Rückseite. Mit 9 mm ist das Lifetab merklich dicker als Apples iPad Mini. Ansonsten liegt das Tablet mit Maßen von 200 x 137 mm und einem Gewicht von 370 Gramm im üblichen Rahmen für 8-Zoll-Tablets.

Wie bei Apples erster Version des kleinen iPads ist das Display beim Medion-Tablet 7,85 Zoll groß, hat ein Seitenverhältnis von 4:3 und eine Auflösung von 1.024 x 768 Pixeln. Das ergibt eine Pixeldichte von 163 ppi, die Darstellung ist dementsprechend nicht übermäßig scharf. Ein Treppeneffekt bei Schriften ist mit dem bloßen Auge leicht zu erkennen.

Dunkles Display mit Farbstich

Der Bildschirm hat einen merklichen Gelb-Grün-Stich, dementsprechend erscheinen weiße Inhalte nicht wirklich weiß. Ansonsten sind Farbwiedergabe und Kontrast am Preis des Tablets gemessen gut. Die Displayabdeckung ist jedoch nicht kratzfest und zieht Fingerabdrücke geradezu magisch an. Diese lassen sich nicht so leicht wieder abwischen wie bei anderen Tablets mit entsprechender Schutzbeschichtung. Das Display ist blickwinkelstabil, schaut der Nutzer allerdings schräg auf das Tablet, wird das Bild krisselig. Dies scheint am Material der Bildschirmabdeckung zu liegen.

Selbst bei einem Preis von nur 150 Euro ist der fehlende Helligkeitssensor nicht mehr zeitgemäß. Die Helligkeit lässt sich nur manuell einstellen, zudem ist die maximale Helligkeit mit durchschnittlich 242,5 cd/qm nicht besonders hoch. Selbst in Innenräumen wünscht man sich oft ein helleres Display – außen ist es nur schwer, Inhalte bequem abzulesen. Der Lagesensor arbeitet ohne nennenswerte Verzögerung.

Älterer Quad-Core-Prozessor von Rockchip

Im Inneren des Lifetabs arbeitet ein Quad-Core-Prozessor von Rockchip, der von Systeminformationsprogrammen nur als "RK30" bezeichnet wird. Die angegebene Taktrate von 1,6 GHz, die verbauten Cortex-A9-Kerne und die Mali-400-GPU passen zum Modell RK3188, das Rockchip bereits Anfang 2013 vorgestellt hatte.

Der Arbeitsspeicher ist 1 GByte groß, der eingebaute Flash-Speicher 16 GByte. Ein Steckplatz für Micro-SD-Karten bis 64 GByte ist eingebaut. Steckt eine Karte im SD-Slot, schaut sie leicht aus dem Gehäuse hervor. Dadurch ist sie zwar leicht zu entfernen, kann aber auch unbeabsichtigt herausgelöst werden. Apps können nicht auf die Speicherkarte ausgelagert werden.

WLAN unterstützt das neue Lifetab nach 802.11b/g/n auf der Frequenz 2,4 GHz, Bluetooth läuft in der Version 4.0. Ein UMTS-Modem gibt es nicht. Ein GPS-Empfänger ist eingebaut, ebenso ein Infrarotsender. Mit diesem können Geräte wie Fernseher oder TV-Boxen bedient werden, auf unserem Testmodell war allerdings die passende Software noch nicht installiert. Diese sollen sich Nutzer nach dem Kauf des Lifetabs nachinstallieren können.

Gute 5-Megapixel-Kamera

Auf der Rückseite des Tablets ist eine 5-Megapixel-Kamera mit Autofokus eingebaut, ein Fotolicht gibt es nicht. Die Frontkamera für Videotelefonie hat 2 Megapixel. Die Bildqualität der Hauptkamera ist für ein Tablet dieser Preisklasse gut und eignet sich für anständige Schnappschüsse. Details wirken bei Vergrößerung zwar schnell verwaschen, zudem sind bereits bei Tageslichtaufnahmen farbige Artefakte sichtbar. Kontrast, Farbwiedergabe und Schärfe stimmen aber.

Das Lifetab S7852 wird mit Android in der Version 4.4 ausgeliefert. Laut Medion soll eigentlich die Version 4.4.2 installiert sein, auf unserem Testgerät ist allerdings die erste Version von Kitkat aufgespielt. Nach Erscheinen des Tests ist ein Update auf Android 4.4.2 erschienen. Medion hat an der Android-Oberfläche keine nennenswerten Änderungen vorgenommen, dementsprechend gibt es keine besonderen Extrafunktionen.

Zahlreiche vorinstallierte Apps

Bei der ersten Einrichtung des Tablets wird der Nutzer gefragt, ob er das Gerät bei Aldi Nord oder Aldi Süd gekauft hat. Danach werden zahlreiche Apps installiert, inklusive der entsprechenden Aldi-App – ob der Nutzer diese Programme nun möchte oder nicht. Insgesamt sind es über 15 Apps, die automatisch installiert werden. Anders als bei anderen Herstellern kann der Nutzer diese Bloatware aber einfach wieder deinstallieren.

Unter den vorinstallierten Programmen sind allerdings auch die Vollversionen der Textverarbeitung Textmaker Mobile, der Tabellenkalkulation Planmaker Mobile und des Powerpoint-Programms Presentations Mobile. Diese drei Apps kosten im Play Store aktuell zusammen 13 Euro.

Flüssig laufendes Android 4.4 und gute Akkulaufzeit

Der Nutzer kann mit dem Lifetab flüssig durch die Menüs scrollen, auch mit mehreren geöffneten Programmen kommt das Tablet gut zurecht. Grafisch intensive Spiele hingegen laufen stellenweise nicht ganz flüssig, sind aber dennoch gut spielbar.

Der Akku des Lifetabs soll laut Medion eine Laufzeit von 10 Stunden ermöglichen. Wie dieser Wert gemessen wurde, ist nicht bekannt. Ein 1080p-kodiertes Video können wir fast sechs Stunden lang anschauen, bis der Akku leer ist – ein guter Wert.

Verfügbarkeit und Fazit

Das Lifetab S7852 soll ab dem 8. Mai 2014 bei Aldi erhältlich sein. Zum Lieferumfang gehören Kopfhörer, ein Ladegerät mit Kabel sowie ein USB-OTG-Adapter. Mit diesem können externe Speichermedien oder Eingabegeräte angeschlossen werden – die wenigsten Hersteller legen ihren Geräten einen derartigen Adapter bei.

Fazit

Das Lifetab S7852 ist für den verlangten Preis ein anständiges 8-Zoll-Tablet. Das Metallgehäuse ist gut verarbeitet, der Infrarotsender ist in dieser Preisklasse selten. Erfreulich ist auch, dass Medion zwar zahlreiche Apps vorinstalliert, diese aber einfach wieder gelöscht werden können. Dank des Quad-Core-Prozessors und des 1 GByte großen Arbeitsspeichers läuft das Tablet flüssig in der Bedienung.

Positiv überrascht sind wir von der Kamera des Lifetabs: Die Fotos sind für ein Tablet in dieser Preisklasse sehr gut. Gut finden wir auch, dass Medion das aktuelle Android auf dem Gerät installiert – auch wenn auf unserem Test-Tablet statt der Version 4.4.2 nur die Version 4.4 aufgespielt ist.

Bei dem niedrigen Preis muss der Nutzer allerdings auch einige Abstriche machen: So hat das Display nur eine Auflösung von 1.024 x 768 Pixeln und einen Farbstich, zudem ist das Display-Glas nicht kratzfest und sehr anfällig für Fingerabdrücke. Der fehlende Helligkeitssensor ist nicht mehr zeitgemäß, außerdem ist die maximale Helligkeit nicht sonderlich hoch.

Für das Lifetab S7852 gibt es einige Alternativen: So kostet das Yoga Tablet 8 von Lenovo aktuell mit knapp 170 Euro nur etwas mehr und bietet dafür ein besseres Display und eine längere Akkulaufzeit. Das Memo Pad HD 7 von Asus ist mit knapp über 130 Euro sogar noch günstiger als das Lifetab und dürfte für eine ähnliche Käufergruppe interessant sein.

Nachtrag vom 9. Mai 2014, 15:12 Uhr

Für das Medion-Tablet Lifetab S7852 ist ein Update auf Android 4.4.2 erschienen. Mit dem Update hat das Tablet auch die versprochene Fernbedienungs-App erhalten.


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