Test Lost Planet 3: Aliens auf dem Eisplaneten

Die Ereignisse von Lost Planet 3 sind zeitlich einige Jahrzehnte vor denen des ersten Teils angesiedelt. Der Spieler steuert Jim Peyton, einen Piloten, der seine Frau und die Erde zurücklässt, um auf dem gefährlichen Planeten E.D.N. III für seinen Arbeitgeber Nevec nach einer neuen Energiequelle zu suchen. Allerdings kommt alles anders als geplant: Peyton entdeckt schon bald geheime Forschungsanlagen und muss zudem feststellen, dass Nevec alles andere als hehre Ziele verfolgt. Zu allem Überfluss wimmelt E.D.N. III auch noch von bösartigen Kontrahenten – der baldige und fortan dauernde Griff zu den Waffen ist die Folge.

Die Story bietet diverse Klischees, hat nichtsdestotrotz aber auch viele spannende Momente und einige Überraschungen zu bieten – sie ist einer der Hauptgründe, warum es lohnt, Lost Planet 3 bis zum Ende durchzuspielen. Das Gameplay hingegen wird schon bald sehr vorhersehbar. Immer wieder muss Peyton die gleichen Kontrahenten erlegen, vor allem die kleineren Akriden stellen sich ihm immer wieder in riesigen Mengen in den Weg. Im Grunde kann der Spieler in diesen Situationen blind den Feuerknopf betätigen – mehr als das permanente Geballer und das gelegentliche Aufsuchen von Deckungen ist kaum nötig, um der außerirdischen Brut Herr zu werden.







Je größer die Kontrahenten werden, desto fordernder allerdings sind auch die Kämpfe. Vor allem die mächtigen Endgegner sind teils gelungene Herausforderungen. Richtig gut wird es zudem immer dann, wenn Jim in seinen Kampfroboter steigt und im Mech aus der Ego-Perspektive auf die Akriden-Horden losgeht. Das tröstet auch über die optionalen Nebenaufträge hinweg, die oft wie eine künstliche Spielzeitverlängerung wirken; immer wieder müssen hier bereits bekannte Areale neu besucht werden.
Betagte Grafik und das Fazit
Jim ist auch häufig auf Erkundungsmission unterwegs, muss Forschungsstationen durchsuchen, Geräte reparieren oder Sender suchen. Allerdings wiederholt sich auch hier das Vorgehen schnell, zudem will sich keine richtige Atmosphäre einstellen. Die Entwickler wollten sich recht offensichtlich an Dead Space orientieren, aufgrund mangelnder Gruselmomente bleibt der Adrenalinspiegel aber niedrig. Auch die Option, im Spielverlauf Waffen und Mech aufzurüsten, wirkt aufgesetzt, da viele Verbesserungen kaum notwendig oder wirklich hilfreich sind.

Für die Grafik ist die betagte Unreal-3-Engine zuständig, die zwar vor allem in den Außenarealen immer wieder atmosphärische Momente erzeugt, aber beim Detailgrad Wünsche offen lässt. Hinzu kommen teils abgehackte Animationen, ein paar Ruckler und eine auf Dauer aufgrund ewiger Grau- und Blautöne doch etwas einschläfernde Optik. Die deutsche Sprachausgabe hingegen ist bis auf wenige Ausnahmen gelungen und hat auch trotz des düsteren Szenarios einige durchaus witzige Dialoge zu bieten. Abseits der Kampagne wartet dann noch der Multiplayer-Modus mit den genreüblichen Optionen auf.







Lost Planet 3 ist für Xbox 360 und Playstation 3 erhältlich, hat eine USK-Freigabe ab 16 Jahren erhalten und kostet etwa 50 Euro. Am 27. September 2013 will Capcom(öffnet im neuen Fenster) eine Umsetzung für Windows-PC veröffentlichen.
Fazit
Die Rückkehr zum Eisplaneten hätte ein Actionhighlight werden können – vieler guter Ansätze wie einer durchaus spannenden Story und der Mech-Ego-Perspektive sei Dank. Leider wirkt Lost Planet 3 nach dem guten Einstieg rasch wie ein uninspirierter Aufguss: Gegner, Gameplay, Szenerien, alles wiederholt sich viel zu schnell. Am Ende bleibt ein solider, aber monotoner Third-Person-Shooter. Zu wenig, um das Ticket für E.D.N. III guten Gewissens noch mal zu lösen.



