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Test Lilly Looking Through: Abenteuer mit Schal und Zauberbrille

Innerhalb weniger Tage hatte das Indie-Studio Geeta Games per Kickstarter genug Geld für sein Adventure Lilly Looking Through gesammelt. Jetzt ist das Spiel über ein kleines Mädchen fertig, das in einer verzauberten Welt seinen Bruder suchen und dabei Rätsel lösen muss.

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Lilly looking Through
Lilly looking Through (Bild: Geeta Games)

Es ist alles ein bisschen ungewöhnlich in Lilly Looking Through. Vom Start weg setzt das von Geeta Games über Kickstarter finanzierte Adventure mehr auf Atmosphäre als auf eine detaillierte Story - durch welche Welt die charmante Lilly da läuft, erfährt der Spieler etwa nicht. Er erhält keinen Hinweis, warum der Bruder von Lilly ausgerechnet durch einen magischen Schal entführt wird und warum der immer wieder genau dann verschwindet, wenn Lilly kurz davor ist, ihn einzufangen. Auch Dialoge im Spiel gibt es so gut wie nicht, dafür wunderschön gestaltete Umgebungen und angenehme Musik. Wer unter dem Begriff Adventure vor allem Multiple-Choice-Gespräche erwartet, ist hier falsch.

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Auch sonst könnte der Begriff Adventure in die Irre führen - ein Inventar gibt es nämlich auch nicht. Stattdessen ist jedes Szenario ein eigenes Rätsel, das immer nur mit den Objekten gelöst wird, die sich auf dem jeweiligen Bildschirm befinden. Durch Klicken auf ein Fragezeichensymbol lässt sich zudem anzeigen, wo der nächste Interaktionspunkt ist. Wer daraus folgert, dass Lilly Looking Through leicht zu lösen ist, irrt allerdings gewaltig: Der Schwierigkeitsgrad der Rätsel reicht von auf den ersten Blick offensichtlichen Knobeleien bis hin zu wirklich schweren Rätseln. Auch ein paar frustrierende, am Ende nur durch viel Ausprobieren zu lösende Aufgaben sind dabei.

Alle Aktionen werden per Mausklick ausgelöst, etwa eine Fackel aufnehmen und am Feuer entzünden, eine Pflanze mit den Flammen abbrennen und so den Weg frei machen. Hinzu kommen Farb-, Maschinen- und diverse Schalterrätsel, die es durchaus in sich haben - weil eben mehrere Schalter mehrfach, aber in einer ganz bestimmten Reihenfolge gedrückt werden müssen.

Außerdem bekommt Lilly nach kurzer Zeit noch die magische Brille. Mit ihr kann die knuddelige Heldin die Zeit überwinden - und die Szenerien so etwa in der Vergangenheit und in der Zukunft sehen. Natürlich wirken sich Aktionen in der einen Zeit dann auch auf die andere aus, die Aufgaben müssen also auf mehreren Ebenen parallel gelöst werden.

Auch wenn das Rätseldesign fordernd und meist fair ist, gibt es Stellen, an denen auch geübte Knobler länger festsitzen werden. Dort müssen sie leider immer wieder diverse, nicht abbrechbare Animationen komplett anschauen und die gleichen Aktionen immer wieder durchführen. Denn gespeichert wird immer nur nach dem Lösen eines Levels, nicht nach der ersten erfolgreich absolvierten Teilaufgabe. Das sorgt dafür, dass die wenigen Stunden Spielzeit künstlich gestreckt werden.

Lilly Looking Through ist für Windows-PC und Mac in den üblichen Downloadstores wie Steam oder GOG.com verfügbar und kostet rund 9 Euro.

Fazit

Auf den ersten Blick schon fasziniert Lilly Looking Through mit einer charmanten Heldin und wunderschön anzusehenden Hintergründen. Spieler sollten sich von der teils kindlichen Optik aber nicht in die Irre führen lassen: Dahinter verbirgt sich ein teils äußerst forderndes Puzzlespiel mit vielen gelungenen, aber auch einigen frustrierenden Aufgaben. Trotz kurzer Spieldauer sollten sich Knobelfreunde mit Lilly auf eine Zeitreise begeben: Angesichts des günstigen Preises und der tollen Atmosphäre lassen sich ein paar spielerische Mängel durchaus verschmerzen.



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