Test Lara Croft der Tempel des Osiris: Knobeln und Kämpfen mit Croft im Koop
Ob Lara Croft heimlich davon träumt, mal in aller Ruhe in eine Grabkammer zu springen, ein wertvolles Artefakt in ihren Rucksack zu packen und damit gemütlich nach Hause zu spazieren? In ihrem neusten Abenteuer Lara Croft und der Tempel des Osiris ist das Plündern historischer Stätten natürlich wieder wesentlich gefährlicher: Kein Geringerer als der altägyptische Gott Seth ist ihr größter Widersacher – natürlich neben einer Menge Skelettkrieger, Flammensoldaten und Skarabäen.

Tempel des Osiris ist das zweite Abenteuer in der Lara-Croft-Serie – der erste Teil ist das Ende 2010 veröffentlichte Guardian of Light. Die Grafik ist deutlich schöner als beim Vorgänger, aber noch wichtiger ist: Spieler können nicht nur mit einem zweiten Mitstreiter im Koop-Modus antreten, sondern sogar zu viert. Bei den drei weiteren Spielerfiguren handelt es sich um einen Grabräuber namens Carter Bell sowie um die Götter Horus und Isis, die sich aber weitgehend wie Menschen verhalten.
Einzelspieler können die rund acht bis zehn Stunden lange Kampagne auch allein bestreiten; bei Wiederholungen gibt es zusätzliche Herausforderungen. Der Solomodus funktioniert gut und macht Spaß. Am deutlichsten fällt in einigen Gefechten mit Bossgegnern auf, dass der Tempel des Osiris eigentlich für etwas größere Gruppen von Abenteurern ausgelegt ist: Eine einzelne Lara wirkt in den großen Umgebungen teils etwas verloren.
Am Spielprinzip ändert sich gegenüber Guardian of Light nur wenig: Der oder die Spieler kämpfen in der Vogelperspektive gegen Monster, die aus Wänden springen oder sich aus dem Boden schrauben. Dazu greifen Lara und ihre Begleiter zu Waffen wie der MG, der Schrotflinte oder einem übernatürlichen Energiestrahl. Das Feuern funktioniert zwar ganz gut, aber wenn der Spieler gleichzeitig den Feinden ausweichen möchte, wird es etwas hakelig. Denn Lara kann beim Schießen nicht rennen, sondern nur langsam gehen.
Stellenweise ist es deshalb effektiver, auch in Standardkämpfen zu den Bomben zu greifen. Von denen hat der Spieler immer unbegrenzte Mengen mit dabei. Man kann sie somit wunderbar als Sprengfalle am Boden ablegen, dann die Feinde in ihren gut sichtbaren Wirkungsbereich locken und anschließend den Auslöser drücken – bumm!
Schatzkisten und Fazit
Lara und ihr Team müssen auch Rätsel lösen. Das sind vor allem Schalter- und Verschiebepuzzles, die glaubwürdig ins Grabszenario eingebaut sind. Beispielsweise muss der Spieler übernatürliche Riesenbälle so durch das Level bugsieren, dass sie nicht zu früh explodieren, sondern gezielt eine Mauer in die Luft jagen und so einen Durchgang öffnen. Einige der späteren Rätsel sind durchaus komplex, insgesamt sind sie etwas fairer gestaltet als in Guardian of Light.
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Im Koop-Modus müssen die Spieler eng zusammenarbeiten. Beispielsweise muss einer der Mitstreiter den gleich in die Luft gehenden Riesenball an die beabsichtigte Position bugsieren, während ein zweiter durch Tastendruck dafür sorgt, dass die Detonation etwas später stattfindet und der dritte eine Treppenstufe aus der Wand zieht.
Neu ist in Tempel des Osiris ein simples Loot-System. Der Spieler kann die Figuren mit Ringen und einem Amulett ausstatten, das ihm besondere Fähigkeiten verleiht und etwa die Angriffskraft verbessert. Um die Gegenstände zu finden, ist es normalerweise nötig, Schatzkisten zu öffnen, für die Lara oder Begleiter wiederum im Level herumliegende Diamanten gesammelt haben müssen. Am Ende der in mehrere lineare Abschnitte unterteilten Welt muss eine Entscheidung gefällt werden. Der Spieler kann dann alle Diamanten auf eine Schatzkiste mit besonders vielversprechendem Inhalt setzen oder auf viele mit weniger Potenzial – in denen mit etwas Pech sogar nur Ramsch ist.
Das von Crystal Dynamics(öffnet im neuen Fenster) entwickelte Lara Croft und der Tempel des Osiris ist als Download für Windows-PC, Xbox One und Playstation 4 zum Preis von rund 20 Euro erhältlich. Für PC und die PS4 gibt außerdem im Handel für rund 35 Euro eine verpackte Version, die das Spiel auf Datenträger, eine Mini-Lara-Figur, ein Artbook und eine gedruckte Karte der Oberwelt enthält. Hierzulande ist das Spiel vollständig lokalisiert. Als Lara Croft ist – wie schon im letzten großen Tomb Raider – Schauspielerin Nora Tschirner zu hören. Die USK hat eine Altersfreigabe ab 12 Jahren erteilt.
Fazit
Es muss nicht immer groß und episch sein: Die Abenteuer von Lara Croft im Tempel des Osiris sind solide, hübsch anzusehen und machen Spaß. Speziell zu viert im Koop macht die Mischung aus gelungenen Kämpfen und Rätseleinlagen viel Spaß und taugt als Unterhaltung für ein paar spannende Abende. Einzelspieler dürften sich in den teils großen und dann eben etwas leeren Grabeshallen zwar etwas verloren fühlen, aber dank der angepassten Knobelherausforderungen kommen auch sie auf ihre Kosten.
Kleine Abzüge in der B-Note bekommt Lara für das etwas zu spartanisch ausgefallene Loot-System. Außerdem könnte die Steuerung von Schusswaffen in hektischen Gefechten minimal geschmeidiger von der Hand gehen. Beides sind aber keine so großen Probleme, dass der Spielspaß ernsthaft leidet – dazu sind Kämpfe und Denksportaufgaben viel zu gut gestaltet.
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