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Test Landwirtschafts-Simulator 2015: Altbewährtes mit Wald-Zugabe

Hobbybauern aufgepasst: Es ist wieder Pflüg, Sä- und Erntezeit. Der neue Landwirtschafts-Simulator 2015 bietet Bekanntes etwas hübscher und detaillierter. Neu ist die Forstwirtschaft, die allerdings noch voller Fehler ist – wie vieles andere auch.
/ Sebastian Wochnik
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Im Landwirtschafts-Simulator 2015 kann der Hobby-Bauer mehr als nur das Feld bestellen. (Bild: Giants-Software)
Im Landwirtschafts-Simulator 2015 kann der Hobby-Bauer mehr als nur das Feld bestellen. Bild: Giants-Software

Säen, ernten, Trecker fahren: Das reicht dem modernen Agrarwirt nicht – jedenfalls nicht im neuen Landwirtschafts-Simulator 2015. Zwischen dem Füttern der Kälber und dem Bestellen der Felder kann der geneigte PC-Bauer erstmals auch Wälder im großen Stil abholzen.

Landwirtschafts-Simulator 2015 (Holzarbeiten)
Landwirtschafts-Simulator 2015 (Holzarbeiten) (02:05)

Oder er schaut sich die vielen detaillierten Maschinen an, denn so schick waren sie in keinem der erfolgreichen Vorgänger. Die Grafikengine wurde überarbeitet, erstmals wird Physically Based Rendering(öffnet im neuen Fenster) eingesetzt. Fahrzeuge und Maschinen wirken dadurch plastischer und damit auch realistischer.

Aber auch sonst sind die Modelle mit viel Liebe zum Detail umgesetzt. Selbst das kleinste sichtbare Rädchen dreht sich beim Raupentraktor, wenn er in Bewegung ist. Ein langer Arbeitstag auf dem Feld hinterlässt nicht nur am Bauern, sondern auch an den Gerätschaften Spuren: Sie verschmutzen. Der Schmutz schadet den Maschinen aber nicht, ein Hochdruckreiniger bringt sie wieder zum Glänzen.

Landwirtschafts-Simulator 2015 angesehen (GC 2014)
Landwirtschafts-Simulator 2015 angesehen (GC 2014) (02:05)

Erstmals hinterlassen die Reifen Spuren auf dem Boden. Leider werden Pflanzen nicht niedergedrückt, wenn der große Trecker einmal quer über das erntereife Feld düst.

Die neue Fahrzeugphysik ist deutlich realistischer. Das Gewicht eines vollbeladenen Anhängers wirkt sich spürbar auf das Fahrverhalten eines Treckers aus. Details müssten aber noch verbessert werden: Oftmals rutschen die Fahrzeuge zu stark, und es ist so gut wie unmöglich, eine Maschine umzukippen – auch wenn man einen steilen Berghang hinunterfährt.

Das Abholzen ist nicht leicht

Das neue Hauptfeature – die Forstwirtschaft – fügt sich gut in das Spiel ein. Muss der Bauer warten, bis die Pflanzen erntereif sind oder der Regenschauer vorbeigezogen ist, so kann er mit einer Kettensäge oder gleich mit einem riesigen Vollernter das ihn störende Waldstück abholzen.

Natürlich müssen die gefällten Bäume noch entastet und für den Transport gekürzt werden. Besonders gut gewachsene Stämme werden mit einem Holzrückewagen zum Sägewerk transportiert, der Rest wird klein gehäckselt und beim Biomasse-Heizwerk verkauft.

Die Steuerungen des Vollernters und Holzrückewagens sind leider sehr komplex – sowohl mit der Maus als auch mit dem Gamepad. Dem Spieler wird viel Geduld und Übung abverlangt. Selbst dann gelingt wegen vieler Fehler gerade in der Forstwirtschaft nicht alles wie gewollt.

Fliegende Bäume und das Fazit

Öfters ließ der Sägekopf des Vollernters nach dem Fällen eines Baumes einfach den Stamm los, ohne ihn zu entasten oder zurechtzuschneiden. Und auch beim Verladen mit dem Ausleger des Holzrückewagens sind uns vermeintlich fest mit der Zange gehaltene Baumstämme herausgebuggt und meterhoch in die Luft geworfen worden. Hier sollten die Entwickler dringend nachbessern.

Landwirtschafts-Simulator 2015 – Trailer (Launch, Englisch)
Landwirtschafts-Simulator 2015 – Trailer (Launch, Englisch) (01:14)

Das neue Spielelement macht dennoch besonders im Multiplayer-Modus viel Spaß. Wenn eine Person die Bäume fällt, eine zweite sie aufsammelt und eine dritte sie wegbringt, kommt man schnell zu viel Geld.

Ansonsten bietet der Landwirtschafts-Simulator 2015 Altbewährtes: Viehwirtschaft mit Kühen, Hühnern und Schafen sowie die sechs Fruchtsorten Weizen, Gerste, Raps, Körnermais, Kartoffeln, und Zuckerrüben.

Ein Problem bleibt die Spielwelt: Die Gebäude und Dörfer auf der Karte bleiben mehr gewollt als gekonnt. Häuser wirken wie aus gedrucktem Papier zusammengefaltet. Auch etwas mehr Leben würde der Landschaft nicht schaden – die unnatürlichen Fußgänger vermitteln einen eher lächerlichen Eindruck.

Die Unterstützung für Modder ist gut

Ist der Hobbybauer auch noch ein Hobbyentwickler, so kann er sich weitere Inhalte für das Spiel selbst erstellen: Die gute Unterstützung für Modder ist geblieben. Die Schweizer Entwickler von Giants Software(öffnet im neuen Fenster) unterstützen diese wieder mit Skripten und Tools. Auch für die Vorgänger erstellte Erweiterungen sollen so ohne viel Aufwand an das neue Spiel angepasst werden können.

Der Landwirtschafts-Simulator 15 ist für Windows-PC und Mac OS für rund 25 Euro erhältlich. Die USK hat eine Freigabe ohne Altersbeschränkung erteilt, obwohl es zu tätlicher Gewalt unter anderem mit einer Kettensäge gegen wehrlose Pflanzen kommt.

Fazit

Fans der Vorgänger werden auch mit diesem Teil der Landwirtschafts-Simulator-Reihe glücklich werden. Elemente aus den Vorgängern wurden verbessert, und die Forstwirtschaft bringt mehr Abwechslung in den Alltag des Hobbylandwirts – sowohl im Single- als auch im Multiplayer-Modus. Durch den guten Mod-Support werden zahlreiche weitere Fahrzeuge von der Community angeboten werden.

Die Entwickler von Giants-Software sollten aber schnellstmöglich die vielen Fehler beseitigen. Für den Nachfolger wünschen wir uns vor allem eine schönere Umgebung, denn aktuell wirkt sie noch sehr trist und leblos. Ein Wettersystem mit den vier Jahreszeiten wäre ebenfalls interessant, immerhin ist die Arbeit eines echten Bauern von diesen bestimmt.


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