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Test Knack: Zu nett für diesen Preis

Mark Cerny, Entwickler des Klassikers Marble Madness und Lead System Architect der Playstation 4, hat für die Sony-Konsole das Actionspiel Knack produziert – das vielleicht sympathischste Launchspiel auf der neuen Hardware.
/ Peter Steinlechner
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Artwork von Knack (Bild: Sony)
Artwork von Knack Bild: Sony

Schwere Koboldpanzer rumpeln durch grüne Landschaften – was mögen die fiesen, im Actionspiel Knack überwiegend blauhäutigen Wesen wohl vorhaben? Genau diese Frage stellt sich auch ein kleiner Trupp Wissenschaftler, der einen skurrilen Typen mit der Suche nach der Antwort beauftragt: Knack.

Knack für Playstation 4 – Trailer (Launch)
Knack für Playstation 4 – Trailer (Launch) (01:56)

Er steht im Mittelpunkt des gleichnamigen Actionspiels, das als Launchtitel für die Playstation 4 von Mark Cerny entwickelt wurde, dem Chef-Systemarchitekten der Konsole. Cerny hat Erfahrung mit Spielen: Von ihm stammt der Klassiker Marble Madness, auch an Titeln wie Crash Bandicoot und Uncharted war er beteiligt.

Das Besondere an der Hauptfigur Knack ist, dass sie ihr Aussehen ständig verändert. Im Kern ist Knack eine Art Energiezelle, um die sich Relikte verschiedenster Art und Menge gruppieren. Wenn er durch ein Waldgebiet geht, sieht er aus wie ein Tannenzapfenmännchen, er kann aber auch fast ganz aus Goldklumpen oder Edelsteinen bestehen. Wenn er viel Material für seinen Körper gefunden hat, ist Knack groß wie ein Haus – wenn er zu viele Treffer einsteckt oder die Handlung das vorgibt, schrumpft er auf Briefkastenmaße.

Diese Hauptfigur steuert der Spieler durch eine rund acht bis zehn Stunden lange Kampagne, deren Fluss vor allem durch die Zwischensequenzen der spannenden, wenn auch simplen Handlung unterbrochen wird. Zumeist aber marschiert Knack auf streng linearen Wegen voran, spielerische Freiheiten gibt es kaum. Selbst auf die Position der virtuellen Kamera hat der Spieler keinen Einfluss, der rechte Analogstick sorgt für eine schnelle Seitwärtsbewegung. Glücklicherweise ist es den Designern gelungen, die Sicht so gut wie immer optimal zu halten.

Obwohl das Spiel Knack fast die Anmutung eines Jump-and-Runs hat, gibt es nur gelegentlich Hüpfpartien, bei denen Timing gefragt ist. Abgesehen von einigen Schalter- und Plattformrätseln liegt die Herausforderung in den Kämpfen gegen Kobolde und andere Gegner – vom Roboter bis zum Explosivkäfer. Mit Druck auf die Quadrat-Taste schlägt die Hauptfigur zu, was einen einzelnen Feind meist schon aus den Latschen haut.

Grafik und Fazit

Bei größeren Gegnergruppen kann Knack außerdem eine Art sammelbare Sonnenenergie einsetzen. Dann kann er als Wirbelwind durch die Koboldhorde sausen oder die Biester aus großer Distanz verstrahlen.

Knack – Trailer (Gameplay, Gamescom 2013)
Knack – Trailer (Gameplay, Gamescom 2013) (01:38)

Eine besondere Hausforderung sind Oberbosse, bei denen es weniger um schnelle Reaktionen oder das Austeilen von viel Schaden geht. Stattdessen muss der Spieler experimentieren, um etwa die Schwachstelle eines riesigen Kobolds zu finden und ihn dann nach und nach zu besiegen.

Wenn das einmal nicht gutgeht und die Lebenspunkte von Knack auf null sinken, wird er zum Anfang des Abschnitts zurückversetzt. Leider muss der Spieler dann teils recht viel wiederholen – das ist das vielleicht größte Ärgernis in dem Spiel.

Grafisch macht Knack einen durchwachsenen Eindruck. Die meisten Abschnitte sehen so aus, als ob sie mit etwas Programmieraufwand auch schon auf der Playstation 3 umsetzbar gewesen wären. Wirkliche Next-Gen-Pracht (jetzt natürlich Current-Gen) ist nur an einzelnen Panorama-Ausblicken mit sehr weiter Fernsicht zu bewundern, oder wenn der aus oft vielen einzelnen Artefakten bestehende Körper von Knack aus der Nähe zu sehen ist. Immerhin gibt es viel Abwechslung: Erst krabbelt der kleine Kerl durch ein steriles Labor, dann durch grüne Wälder und Felsschluchten, später auch mal in eine Stadt und eine Roboterfabrik.

Knack ist nur für die Playstation 4 verfügbar und kostet rund 50 Euro. Die deutsche Sprachausgabe ist gelungen, auch die Bildschirmtexte sind perfekt übersetzt. Einen typischen Multiplayermodus gibt es nicht, immerhin können zwei Spieler im Koop-Modus gemeinsam antreten – übrigens auch im Verbund mit einer PS Vita. Von der USK hat das Programm eine Freigabe ab 12 Jahren bekommen.

Fazit

Bei Knack ist das Verhältnis von Protz-Grafik zum eigentlichen Spiel nicht so unausgewogen wie bei Ryse und Killzone. Überteuerte Ingame-Angebote wie in Forza 5 gibt es auch keine. Stattdessen bietet das Actionspiel rund um die knuffige Kreatur Knack grundsolide Unterhaltung für die ganze Familie.

Handlung und Grafik wirken nett, der Held ist sympathisch, und abgesehen von den etwas zu spärlichen Rücksetzpunkten ist nur wenig zu beanstanden. Das dank Baukastensystem ständig neue Aussehen der Hauptfigur ist sehr hübsch umgesetzt und sorgt für einen beträchtlichen Teil der Motivation.

Alles ganz okay also. Nur: Knack ist unterm Strich eben eigentlich nicht aufregend, die momentan geforderten 50 Euro wirken unangemessen. Sobald das Programm günstiger oder in PS Plus kostenlos verfügbar ist, lohnt sich ein längeres Anspielen aber durchaus.


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