Test-Video John Yesterday: Mit Point-and-Click gegen Satanisten

Obdachlose werden auf brutale Art und Weise gefoltert und hingerichtet, seltsame Satanisten treiben ihr Unwesen – und der Spieler muss dem Titelhelden John Yesterday dabei helfen herauszufinden, wer hinter den grausamen Taten steckt und was Yesterday selbst mit dem Ganzen zu tun hat. Der findet eines Tages nämlich nicht nur ein mysteriöses Y auf seiner Hand, sondern leidet zudem an den Folgen eines Gedächtnisverlustes – da dauerte es einige Zeit, bis das erste Licht ins Dunkel des Adventures gebracht wird.
Das neue Adventure der Pendulo Studios(öffnet im neuen Fenster) macht die ganze Story aber noch etwas mysteriöser – bevor nämlich Yesterday das erste Mal gesteuert wird, ist der Spieler zunächst als eher unsympathischer Student Henry White und in der Rolle eines seiner Freunde unterwegs. Das Ganze ist zu Beginn nicht nur ungewöhnlich verworren, sondern – anders als insbesondere bei den Runaway-Spielen – auch komplett ohne witzige humoristische Einlagen. Stattdessen präsentieren sich Charaktere und Story düster und unheimlich, was durch die dunkle und omnipräsente Erzählerstimme noch verstärkt wird.
Spielerisch allerdings ist Der Fall John Yesterday gar nicht so ungewöhnlich. Wie in anderen Adventures auch werden Gegenstände eingesammelt und kombiniert und zahlreiche Multiple-Choice-Gespräche geführt. Dank einer Hotspot-Anzeige per Tastendruck ist auch im dunkelsten Szenario schnell ersichtlich, an welchen Stellen Dinge eingesammelt oder benutzt werden können. Wer trotzdem nicht weiterweiß, lässt sich Tipps geben – das Spiel stößt Neulinge so förmlich auf die Lösung.
Knobeln und Fazit
Zwischendurch gibt es immer wieder kleine Knobelaufgaben zu lösen. Da sollen dann etwa in einem Schachspiel die richtigen Züge angesagt werden oder ein vertrackter Schlossmechanismus durch richtiges Kombinieren von Symbolen geknackt werden. Auch wenn hier ein paar knifflige Herausforderungen warten, bleibt das Rätseldesign fair und fast immer logisch, zumal auch die Anzahl der Gegenstände im Inventar nie zu groß wird.
Optisch setzen die Entwickler wie in früheren Spielen auf den Comicstil. Der zeigt zwar nicht sehr viele Details, ist aber mit seiner Ästhetik und den Einlagen wie Bild-in-Bild-Sequenzen sehr stimmig umgesetzt. Die deutschen Synchronstimmen überzeugen ebenfalls. Insgesamt ist Der Fall John Yesterday allerdings eine eher kurze Angelegenheit – viel mehr als sieben Stunden dauert es nicht, die Ereignisse aufzuklären.
Der Fall John Yesterday ist für Windows-PC verfügbar und kostet etwa 30 Euro. Das Spiel hat eine USK-Freigabe ab 16 Jahren erhalten.
Fazit
Ein sehr verworrener Einstieg und nicht unbedingt sympathische Charaktere – vor allem Runaway-Fans werden in der ersten Spielstunde doch etwas enttäuscht sein von Der Fall John Yesterday. Mit der Zeit gewinnt das Spiel aber zunehmend an Qualität: Die Lücken in der Handlung klären sich auf, das Rätseldesign ist stimmig, die Atmosphäre beeindruckend düster. Die großartige Qualität früherer Titel erreichen die Pendulo Studios diesmal zwar nicht – ein insgesamt gutes, wenn auch recht kurzes Adventure ist ihnen aber auch diesmal wieder gelungen.