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Test Infamous First Light: Neonbunter Actionspaß

Gleiche Stadt, andere Superkräfte: Die alleine lauffähige Erweiterung First Light für das letzte Infamous hat schick-bunte Grafik, eine schwungvolle Story - und endlich eine sympathische Hauptfigur.
/ Peter Steinlechner
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Artwork von Infamous First Light (Bild: Sony)
Artwork von Infamous First Light Bild: Sony

Alles wegen einer Burma-Katze: Für die Aussicht auf das Haustier beteiligt sich die junge Superheldin Fetch an einer letzten lukrativen Untat ihres Bruders Brent. Natürlich geht der Coup schief, und Fetch muss Brent retten - was in First Light allerlei Komplikationen nach sich zieht. Die alleine lauffähige Erweiterung für das im Frühjahr 2014 veröffentlichte Infamous Second Son ( Test ) spielt vor dessen Handlung, in der auch Fetch am Rande aufgetaucht ist.

Infamous First Light - Trailer (Gamescom 2014)
Infamous First Light - Trailer (Gamescom 2014) (01:32)

Fetch kämpft mit schick animierter, pinker Neon-Energie, die sie aus Quellen wie etwa Leuchtreklame zieht. Damit kann sie sich auf Knopfdruck als Lichtgestalt besonders schnell durch die Straßen von Seattle bewegen - und sogar einfach an Hauswänden emporsausen, statt wie Delsin über die Rohre von Lüftungsanlagen auf die Dächer zu gelangen.

Fetch setzt diese Fähigkeit in First Light ausgiebig ein, denn sie muss immer wieder unter Zeitdruck Rennen bestehen. In anderen Missionen steht die Hauptfigur auf dem Dach eines Lkw und jagt Verfolgern die Energiebälle um die Ohren, visiert Feinde mit ihren Scharfschützenfähigkeiten an oder bremst sie mit Zeitverlangsamung aus. Die meisten Einsätze sind sehr interaktiv mit vielen gut gemachten Zwischensequenzen sowie aufwendigen und oft witzigen Dialogen in Szene gesetzt.

Der Spieler ist mit Fetch im gleichen Seattle unterwegs, in dem schon Delsin gekämpft hat. Allerdings gibt es in First Light weniger unterschiedliche Nebenaufgaben und schickt den Spieler stattdessen zusätzlich zur Kampagne in weitere Hochgeschwindigkeitsrennen. Auch das Sammeln von Punkten für die Erweiterung der Skills funktioniert anders: Fetch muss keine Flugroboter abschießen, sondern mit Hilfe ihrer Sause- und Sprungfähigkeiten ruhig schwebende Energiekugeln erreichen - gar nicht so einfach, denn die Dinger sind in luftiger Höhe angebracht.

Aufgeräumter Talentbaum und Fazit

Als weitere Veränderungen gibt es keine moralischen Entscheidungen mehr: Fetch folgt einfach der vorgegebenen, rund vier bis fünf Stunden langen Handlung der Kampagne. Weniger ambivalent als Delsin ist die junge Frau übrigens nicht: Sie hat zwar Skrupel, ihre Superkräfte gegen Menschen einzusetzen - aber in so manchem Kampf, etwa gegen russischstämmige Gauner, muss sie bei gelungenen Treffern doch kichern.

Infamous Second Son - Test-Fazit
Infamous Second Son - Test-Fazit (01:29)

Angenehm: Die Menüs hat Entwickler Sucker Punch(öffnet im neuen Fenster) entschlackt, was sich besonders beim Talentbaum sehr positiv bemerkbar macht. In First Light ist es deutlich einfacher, die Skillpunkte sinnvoll in neue Fähigkeiten zu investieren. Im Laufe der Kampagne kann der Spieler Kampfarenen freischalten, mit denen er gegen Hologramm-Bots antritt.

First Light ist derzeit nur als 9,3 GByte großer Download im Playstation Store für die Playstation 4 erhältlich. Das Actionspiel kostet rund 15 Euro; am 10. September 2014 soll eine Box-Version erscheinen. Die deutsche Version ist inklusive der Sprachausgabe sehr gut lokalisiert. Die USK hat dem Programm eine Freigabe ab 16 Jahren erteilt.

Fazit

Als vollwertiges Spiel hat das Hauptprogramm Second Son das Infamous-Näschen zwar vorne - dank des Umfangs, der vielfältigeren Möglichkeiten in der Sandbox-Stadt und der größeren Herausforderung. Trotzdem gefällt uns First Light besser, und das wegen seiner Sekundärtugenden: der wesentlich sympathischeren Hauptfigur Fetch, der tollen Handlung, vielen witzigen Dialogen und der schick und farbenfroh inszenierten Superkraft-Spezialeffekte. Wer Infamous mag, sollte dieser gelungenen Erweiterung eine Chance geben.


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