Test God Of War Ascension: Spartaner mit Abnutzungserscheinungen

Kratos ist (wieder mal) sauer! Diesmal immerhin aus gutem Grund, denn die bösen Götter haben ihn zum Mörder seiner eigenen Familie gemacht. Um die Verwandten zu rächen, will Kratos den einst geschworenen Eid mit Ares aufkündigen – was ihm allerdings zunächst einen Platz im Gefängnis und die Aussicht auf ein Leben in Ketten einbringt. Der Actionheld aus Sparta lässt sich das natürlich nicht gefallen und legt sich zuerst mit den Furien, später dann mit diversen mehr oder weniger überlieferten Figuren der griechischen Mythologie an.

Was sich zunächst spannend anhört, verliert leider schnell an Fahrt. Die Story, die auf Dauer kaum Überraschungen bietet, ist keine der Stärken von Ascension. Immerhin hat das Spiel wie gewohnt beeindruckende Zwischensequenzen und bildschirmfüllende Kontrahenten. Was die Gegner an inhaltlichem Tiefgang vermissen lassen, machen sie durch ihre imposante Erscheinung wett.
















Spielerisch hat sich seit den ersten drei Spielen nicht viel getan. Kratos metzelt sich mit seinen Chaos-Klingen in gewohnter Manier durch Horden von Gegnern, zerteilt sie oder erlegt sie mit beeindruckenden Finishing-Moves. Kleine Änderungen bei Bedienung, Schlägen und Tritten, Aufrüstbarkeit und unterschiedliche Kräfte der Klingen sowie neue Upgrades und Kombos gibt es zwar, aber im Grunde spielt sich Ascension wie die Vorgänger.
Einerseits ist das gut so: Es macht immer noch Spaß, sich durch die feindlichen Horden zu kloppen. Andererseits setzt irgendwann eine gewisse Ermüdung ein – vor allem deshalb, weil es teils immer wieder dieselben Gegnertypen sind, die in riesiger Anzahl auf Kratos einstürmen.
Multiplayermodus und Fazit
Für Abwechslung sorgen altbekannte Quicktime-Events. Dann gilt es, im richtigen Moment die richtige Taste zu drücken, um eine Szene nicht neu spielen zu müssen. Dazu kommen ein paar Rätsel, bei denen hauptsächlich mit der Manipulation der Zeit gearbeitet wird. Kratos muss zum Beispiel zerstörte Schauplätze und Gegenstände wieder zusammensetzen, wodurch auch etwa unpassierbare Gegenden plötzlich erreichbar sind.
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Neu ist der Multiplayermodus, dem die Entwickler nach eigenen Angaben besondere Aufmerksamkeit gewidmet haben. Sie sehen ihn nicht als bloße Spielzeitverlängerung, sondern als elementaren Bestandteil des Titels. So gibt es etwa unter dem Namen "Herausforderung der Götter" einen Koopmodus, in dem Nutzer zu zweit und unter Zeitdruck die Gegnerhorden attackieren können – was Sony als Brücke zwischen Singleplayer-Kampagne und Multiplayermodus bezeichnet. Hinzu kommt der "Wohlwollen der Götter"-Modus, wahlweise auch als Team-Option. Die unterschiedlichen Karten fallen generell in zwei Rubriken: Es gibt größere Karten mit ausgedehnten, offenen Umgebungen und etwas kleinere Areale mit insgesamt mehr und häufigerer Action.
















Technisch wird das Niveau des letzten God Of War-Spiels gehalten: Beeindruckende Umgebungen, riesige Gegner, schöne Texturen und flüssige Animationen bestimmen das Bild. Zugunsten der Inszenierung werden allerdings teils Kamerapositionen gewählt, die für die Bedienung nicht perfekt sind und gelegentlich Frust auslösen.
God Of War Ascension ist exklusiv für Playstation 3 verfügbar und kostet rund 65 Euro; alternativ sind eine 80 Euro teure Special Edition und eine 100 Euro teure Collector's Edition erhältlich. Das Actionspiel ist auch in Deutschland ungeschnitten verfügbar. Die USK hat eine Freigabe ab 18 Jahren erteilt.
Fazit
Kratos mag in Ascension jünger denn je sein, das Spielprinzip ist es nicht: In God of War Ascension machen sich gewisse Abnutzungserscheinungen bemerkbar. Die Story wirkt im Verlauf einfallslos, die Kämpfe werden teils unnötig in die Länge gezogen. Echte Überraschungen und Neuerungen finden sich abgesehen vom soliden Multiplayermodus kaum.
Ein bisschen drängt sich beim Spielen der Eindruck auf, dass sich die Entwickler von Sony Santa Monica wirkliche Innovationen für den hoffentlich kommenden Serienneustart auf der Playstation 4 aufgehoben haben. Unter dem Strich bleibt ein solides Actionspiel – was für die einst glänzende Marke God Of War dennoch eine kleine Enttäuschung ist.