Test-Video Ghost Recon Future Soldier: Neue Waffen, alte Feinde


Die nahe Zukunft sieht nicht sehr rosig aus: Terroristen bedrohen den Weltfrieden – aufhalten kann sie nur ein Team von Elitesoldaten. Direkt zu Beginn von Ghost Recon Future Soldier muss die Ghost-Einheit den Verlust eines ihrer Squads verkraften. Die dafür verantwortlichen Übeltäter entpuppen sich schnell als globale Bedrohung und so folgt für den Spieler eine Reise quer über den Erdball.
Future Soldier setzt – wie frühere Teile der Serie – auf Schleicheinsätze und taktisches Vorgehen. Immer wieder muss der Spieler Kontrahenten erst unbemerkt aufspüren und sie dann lautlos aus der Nähe ausschalten. Alternativ eliminiert er sie gleich aus dem Hinterhalt mit einem Scharfschützengewehr.
Auch abgesprochenes Teamplay ist entscheidend. Alle vier Ghost-Recon-Mitglieder nehmen auf Befehl bestimmte Ziele ins Visier, um sie perfekt getimed im selben Moment auszuschalten.
Es wird aber nicht nur im Stillen gekämpft. Ubisoft hat Ghost Recon actionreicher gemacht als seine Vorgänger. Im Wechsel mit ruhigen Levelabschnitten gibt es ebenso viele direkte Konfrontationen und explosionsgespickte Skriptereignisse – was an Spiele wie Call Of Duty und Medal Of Honor erinnert.


























Da gibt es brachial in Szene gesetzte Schießereien, Evakuierungsmissionen unter Zeitdruck und Ereignisse wie etwa den spektakulären Abschuss eines Kampfhubschraubers. In einer Mission sorgen Spieler sogar für einen Flugzeugabsturz, später kämpfen sie gegen Militärroboter. So laut und intensiv ging es in der Reihe bisher selten zu.
Die meisten Missionen sind aber eher linear gestaltet und ihr Ablauf ist ähnlich. Die Einflussnahme auf die anderen Teammitglieder beschränkt sich oft auf das Nötigste – Verhaltensregeln oder komplexere Positionierungsanweisungen für die Kollegen sind nicht möglich.
Taktik, Action und Fazit
Dass der Spagat zwischen Taktik und Action trotzdem gelingt, ist unter anderem den zahlreichen neuen Gadgets zu verdanken. So gibt es im Szenario der nahen Zukunft etwa Tarntechnologie, mit der sich Soldaten unbemerkt an feindliche Lager heranschleichen können. Ferngesteuerte Drohnen und Sensoren spionieren Gegner aus, ohne dass sich der Soldat selbst in die Gefahrenzone begeben muss.
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Die Kampagne, für die selbst geübte Spieler wohl mindestens zwölf Stunden brauchen, kann auch mit bis zu drei Mitstreitern kooperativ durchgespielt werden. Ein Onlinemodus ist zusätzlich enthalten, dessen wirkliche Qualität lässt sich aber abschließend erst in den nächsten Tagen beurteilen, wenn die Server nach offiziellem Verkaufsstart gefüllt sind.
Optisch gibt es kaum Grund zur Klage: Der Spieler kommt in sehr abwechslungsreiche Szenerien, etwa nach Afrika, in die Wüste oder in verschneite Regionen. Der Detailgrad könnte teils höher sein, selten sind auch Texturfehler zu sehen. Insgesamt überzeugen aber die Landschaften ebenso wie die zahlreichen Spezialeffekte. Auch die Sprachausgabe und die Musik sind stimmig.


























Mit der Gunsmith-Funktion können Spieler Waffen und Ausrüstung in einem 3D-Menü modifizieren. Die Xbox-360-Version unterstützt hier den Kinect-Sensor, komfortabler ist die Navigation aber mit einem Controller. Besonders beim Zielscheibenschießen mit ausgestrecktem Arm stört die starke Verzögerung der Gestensteuerung.
Ghost Recon Future Soldier ist für Xbox 360 und Playstation 3 verfügbar und kostet etwa 50 Euro. Die PC-Version ist für den 14. Juni 2012 angekündigt. Das Spiel ist von der USK ab 18 Jahren freigegeben worden.
Fazit
Passionierte Taktik-Shooter-Fans mit Schleichfaible werden über die zahlreichen Call-of-Duty-Anleihen und den deutlich erhöhten Actionanteil kaum erfreut sein. Wer hingegen Wert auf einen guten Mix aus lautlosem Vorgehen und direktem Geballer legt, kann mit Future Soldier viel Spaß haben: Die unterschiedlichen Szenerien und Gadgets sorgen mit der zwar nicht einfallsreichen, aber schön in Szene gesetzten Handlung für ein nicht unbedingt außergewöhnliches, aber durchaus gelungenes Actionspektakel.



