Test Garmin Instinct Crossover Solar: Das beste Always-on ist analog
Bislang haben wir das so gesehen: wenn schon eine Computeruhr, dann richtig – also ohne analoge Zeiger. Immerhin gibt es seit einigen Jahren recht gute Always-on-Displays, so dass wir zum Ablesen der Uhrzeit nicht auf die manchmal nervige Aktivierung per Geste angewiesen sind. Nachteil: Die Akkulaufzeit ist viel kürzer als bei einem Zifferblatt, das die meiste Zeit schwarz ist.
Bei der Instinct Crossover Solar setzt Hersteller Garmin(öffnet im neuen Fenster) auf vermeintlich alt-analoge Zeiger. Darunter befindet sich das gleiche LED-Panel, das wir schon aus dem engstens verwandten Wearable Instinct 2 kennen.
Das Ergebnis: Die Crossover ist eine Sportuhr mit großem Funktionsumfang, mit sehr guten GPS- und Pulssensoren und im Idealfall mit mehrwöchigen Akkulaufzeiten. Aber auch mit der Möglichkeit, die Zeit wirklich jederzeit und aus nahezu allen Blickwinkeln ablesen zu können.
Dank großzügiger Auflage von Luminova funktioniert das auch bei Nacht. Selbst nach mehreren Stunden Schlaf konnten wir in einem nicht ganz dunklen Raum die noch selbstleuchtenden Zeiger gut erkennen, was wir als echten Luxus empfanden.
Die Funktionen der Crossover unterschieden sich nur in Details von denen der Instinct 2 – wir verweisen deshalb auf unseren Test des Wearables .
Der größte Unterschied sind einige der Menüs. Wenn wir die aufrufen, richtet die Crossover ihre Zeiger horizontal (also ungefähr auf Viertel vor Drei) aus, was ohne spürbare Verzögerung klappt.
Den jeweils aktivierbaren Menüpunkt sehen wir dann über diesen Zeigern – und nicht, wie bei der Instinct 2, in der Mitte. Auch bei den meisten Informationsanzeigen sind die Zeiger horizontal angeordnet. Nur bei bestimmten Funktionen, etwa der sehr rudimentären Navigation zurück zum Ziel, werden sie nach unten geklappt.
Wir finden diese Lösung ein kleines bisschen weniger übersichtlich als bei der zeigerlosen Instinct 2. Aber im Zweifel sind uns die anlogen und jederzeit sichtbaren Zeiger nach ein paar Tagen so ans Herz gewachsen, dass wir sie nicht mehr missen möchten und die minimalen Nachteile, an die man sich gewöhnt, gerne in Kauf nehmen.

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Die Akkulaufzeit der Instinct Crossover gibt Garmin im Smartwatch-Modus mit bis zu 28 Tagen an – ohne Solar. Mit Solar soll das Wearable rund 70 Tage schaffen. Der Wert gilt bei drei Stunden im Freien bei 50.000 Lux. Dafür muss die Sonne mehr oder weniger ungehindert das Display treffen.
Das Instinct 2 schafft ebenfalls 28 Tage, mit Solar soll sie laut Hersteller sogar unbeschränkt laufen. Auch wenn die meisten Angaben von Garmin nach unserem Eindruck zutreffen: Diese Angabe ist sehr theoretisch, denn kaum jemand wird die 50.000 Lux einsammeln. Selbst im Sommer dürfte es schwierig werden, das zu schaffen.
In Herbst und Winter ist es aber sowieso nicht machbar. Das Problem ist nach unserem Eindruck weniger die Sonne an sich, sondern, dass die Uhr bei kaltem Wetter fast immer von einer Manschette bedeckt ist und selbst bei hellstem Licht kaum etwas durchkommt.
Garmin Instinct Crossover: Verfügbarkeit und Fazit
Bei Sporteinheiten soll die Instinct Crossover ohne Solar rund 25 Stunden schaffen und mit Solar rund 31 Stunden. Auch hier der Vergleich: Die Instinct 2 kommt auf 30 Stunden ohne Solar und auf 48 Stunden mit Solar – also deutlich mehr. Den Grund dafür könnte ein anderes (älteres) GPS-Modul in der Zeiger-Version sein.
Bei den aufgezeichneten Routendaten konnten wir keinen Qualitätsunterschied erkennen. Bei beiden Versionen der Instinct gibt es kein Multifrequenz-GPS, sondern lediglich GPS oder Multiband (also GPS plus Galileo oder Glonass).
Die Instinct Crossover hat mit 45 Millimetern den gleichen Gehäusedurchmesser wie die Instinct 2, sie ist aber etwas dicker: 16,2 statt 14,5 Millimeter. Wegen der ergonomisch abgerundeten Anstöße fällt das kaum auf. Überhaupt ist die Crossover auch wegen des relativ geringen Gewichts von 65 Gramm und des guten Armbands sehr angenehm zu tragen.
Anstelle des etwas kleinteiligen Zifferblatts der Instinct 2 bietet die Crossover ein nicht unterteiltes LCD-Display mit einer Größe von 0,9 Zoll und einer Auflösung von 176 x 176 Pixel – genauso wie die Instinct 2.
Es wird von einem Kunststoffglas (ohne Touch!) geschützt, das Garmin bei der Solar als Power Glass bezeichnet und das wir subjektiv als nicht sehr hochwertig empfanden. Wirkliche Probleme wie eine unübliche große Anziehungskraft für Staub oder Fingerabdrücke haben wir allerdings nicht festgestellt.
Die Garmin Instinct Crossover ist in mehreren Versionen verfügbar. Für die Modelle ohne Solar sind rund 550 Euro, für die Varianten mit Solar sind rund 600 Euro und für ein Modell namens Solar Tactical (unter anderem mit Kill Switch) sind rund 650 Euro fällig.
Alle verfügen über einen barometrischen Höhenmesser. Die Wasserdichtigkeit liegt laut Garmin bei 10 ATM, das Gehäuse entspricht dem Militärstandard MIL-STD-810.
Fazit
Die Instinct Crossover von Garmin ist so etwas wie die Jogginghose unter den Sportuhren. Beide sind im Alltag besonders komfortabel und quasi ewig tragbar – das Wearable wegen des niedrigen Gewichts und der ergonomischen Formgebung. Dazu kommt natürlich die jederzeit bequem ablesbare Zeit. Nur optisch sind die Gegenstände Geschmackssache.
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Dass wir die Sache mit den Zeigern so positiv erlebt haben, hat uns selbst überrascht, denn bislang waren wir keine Fans von Hybriduhren. Bei der Crossover macht das Gesamtpaket so viel Spaß, weil wir bei fast perfekter Ablesbarkeit keine Kompromisse gegenüber der normalen Instinct 2 eingehen müssen – und die ist immerhin eine der besten Sportuhren, die es derzeit gibt.
Die Umsetzung mit den minimal angepassten Menüs finden wir gelungen, mit Kleinigkeiten wie einem ab und zu mal verdeckten Datum können wir leben. Sogar die Navigation zurück zum Start klappt im Notfall – aber wer echtes Routing (mit Karten) möchte, sollte sowieso zu einer anderen Sportuhr greifen.
Nicht einverstanden sind wir mit dem Preis, der kaum jogginghosenkompatibel ist. Bei allen Qualitäten der Crossover – sie hat einfach nicht die Anmutung einer Uhr, die bis zu 650 Euro kostet. Dennoch: Wenn wir eine Instinct kaufen, dann die Version mit Zeigern.
Weitere Informationen gibt es hier in unserem Ratgeber zum Thema Smartwatches .
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