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Test Final Fantasy 13 Lightning Returns: Der Weltuntergang hätte Besseres verdient

Noch 13 Tage, dann geht die Welt unter: Das Szenario des neuen Final Fantasy ist düster. Aber nicht nur die Welt steuert auf ihr Ende zu, auch die 13er Trilogie findet mit Lightning Returns ihren Abschluss - der trotz inhaltlicher und spielerischer Neuerungen leider nicht richtig überzeugt.
/ Thorsten Wiesner
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Final Fantasy 13-3 Lightning Returns (Bild: Square Enix)
Final Fantasy 13-3 Lightning Returns Bild: Square Enix

Der Welt Nova Chrysalia droht die finale Katastrophe. Keine zwei Wochen bleiben den Bewohnern, bis sie von göttlichem Furor tödlich getroffen werden. Die einzige Hoffnung ist die Final-Fantasy-Anhängern bereits wohlbekannte Lightning. Sie soll die verbleibenden Tage nutzen, um Seelen zu sammeln und so vielleicht neues Leben zu ermöglichen. Ganz uneigennützig ist die kühl und distanziert wirkende Heldin dabei nicht - angetrieben wird sie von der Hoffnung, ihre Schwester wieder auferstehen zu lassen.

Lightning Returns Final Fantasy 13 - Gameplay
Lightning Returns Final Fantasy 13 - Gameplay (03:30)

Dabei drängt die Zeit. Ein Tag- und Nachtrhythmus sowie ein ständig eingeblendeter Countdown machen die Bedrohung spür- und sichtbar. Und sie hat spielerische Auswirkungen: Längst nicht alle Areale und NPCs sind jederzeit zugänglich.

Nicht nur Lightning ist Final-Fantasy-Anhängern wohl bekannt, auch sonst spielen viele Charaktere des letzten Teils wieder eine größere Rolle, etwa Snow und Sazh. Die apokalyptische Welt, in der sich Lightning freier als in den letzten Titeln bewegen kann, ist in mehrere große Regionen aufgeteilt. Neben dem unwirtlichen Wildlande, einer von Monstern bevölkerten Wildnis, gibt es die Partymetropole Yusnaan, die religiös anmutende Lichtstadt Luxerion sowie die Wüstenlandschaft der klagenden Dünen.

Jede Region hat ihren eigenen Handlungsstrang, der nach und nach abgearbeitet werden kann. Für Auflockerung sorgen aber wie gewohnt zahlreiche Nebenquests, die an schwarzen Brettern aushängen oder von den Bewohnern der Region verteilt werden. Sie sind sehr abwechslungsreich gestaltet.

Die Missionen reichen von typischen Sammel- und Boten-Aufträgen bis zu deutlich umfangreicheren Aufträgen, die dazu angetan sind, den Spieler tiefer in die Geschichte von Nova Chrysalia hereinzuziehen, da sie oft miteinander verschachtelt sind. Was zuerst wie ein abgeschlossenes Sammeln von Heilmitteln oder Besiegen von Banditen wirkt, hängt im weiteren Verlauf dann doch mit anderen Ereignissen zusammen.

Kampfsystem und Fazit

Erfolgreich erledigte Aufträge verbessern Lightnings Fähigkeiten und lassen sie etwa zu einer besseren Kämpferin werden - je schwieriger die gelöste Aufgabe, desto spürbarer die Verbesserung. Je stärker Lightning ist, desto weniger von der kostbaren Zeit benötigt sie für die Gefechte. Apropos Kämpfe: Die Entwickler haben Wort gehalten und das Kampfsystem spürbar überarbeitet. Im Mittelpunkt stehen nun einzelne Outfits, die sich durch eine Kombination spezieller Attacken auszeichnen und von denen Lightning drei verschiedene mit in die Gefechte nimmt.

Lightning Returns Final Fantasy 13 - komplettes Intro
Lightning Returns Final Fantasy 13 - komplettes Intro (05:08)

Sobald deren Fähigkeiten eingesetzt werden, verlieren sie aber nach und nach ihre Kräfte auf einer Energieleiste, so dass zu bestimmten Zeitpunkten schnell das Kostüm gewechselt werden muss, etwa um von der aggressiven Vorgehensweise in eine defensive Abwehr zu wechseln. Das hört sich allerdings taktischer an, als es letztendlich ist. Die Auseinandersetzungen arten letztlich immer wieder in wildes Hämmern auf die Knöpfe aus.

Das ist nicht unsere einzige Kritik an Lightning Returns. Auch in technischer und inhaltlicher Hinsicht bleibt der Titel hinter den Erwartungen zurück, die an das Serienfinale gestellt wurden. Teils matschige Texturen, Kantenflimmern, schlechte Kameraführung und unsaubere Animationen: Der drohende Weltuntergang hätte durchaus imposanter eingefangen werden können.

Das fällt umso mehr auf, als Lightning selbst äußerst ansehnlich gestaltet wurde, die Nebencharaktere im direkten Vergleich aber deutlich abfallen. Auch die Story selbst enttäuscht. Viele Themen und Charaktere werden nur unzureichend behandelt, trotz des düsteren Szenarios hapert es zudem oft an Spannung.

Final Fantasy 13-3: Lightning Returns ist für Xbox 360 und Playstation 3 erhältlich und kostet rund 60 Euro. Das Spiel von Square Enix(öffnet im neuen Fenster) erscheint hierzulande mit englischer Sprachausgabe und zuschaltbaren deutschen Bildschirmtexten; es hat eine USK-Freigabe ab 12 Jahren erhalten.

Fazit

Keine große Enttäuschung, aber auch kein großes Finale: Lightning Returns ist nicht der pompöse Abschluss geworden, den Final Fantasy verdient gehabt hätte. Trotz neuer Ideen wie Zeitnot und überarbeitetem Kampfsystem hält sich der Spielspaß in Grenzen. Technikmängel und Storylängen verhindern zudem trotz des düsteren und bedrohlichen Szenarios eine dichte und spannende Atmosphäre. 13-3 ist ein durchschnittliches Final-Fantasy-Abenteuer geworden - für den Weltuntergang hätte ruhig etwas mehr drin sein dürfen.


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