Test Das Schwarze Auge Memoria: Traditionelles Adventure mit toller Story

Erfahrung mit dem Retten von Welten hat Geron schon - aus dem Adventure Satinavs Ketten . Jetzt darf er wieder ein Abenteuer erleben, sein Antrieb ist diesmal aber ein anderer: Er will seine Fee-Freundin Nuri zurückhaben. Die begleitet ihn zwar immer noch, allerdings ist sie in der Gestalt eines Raben gefangen - weder für Geron noch für Nuri ein auf Dauer tragbarer Zustand. Bei der alles andere als trivialen Aufgabe, Nuri zurückzuverwandeln, scheint ihm der reisende Händler Fahi helfen zu können.
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Allerdings ist der nur unter einer Bedingung zur Kooperation bereit: Geron muss aufklären, wie einige Jahrhunderte zuvor eine Prinzessin namens Sadja im Kampf gegen böse Dämonen verschwand. Für den Spieler bedeutet das eine zweite spielbare Protagonistin, eben Sadja. Die Geschichten sind geschickt miteinander verwoben.







Wer Spaß am Spiel haben will, muss den Vorgänger zwar nicht gespielt haben, der Einstieg ist dann aber auf jeden Fall leichter, zudem entfaltet die Geschichte schneller ihre Faszination. Grundkenntnisse in Sachen Das Schwarze Auge sind hingegen nicht unbedingt vonnöten. Auch wer sich mit der Rollenspielreihe noch nie beschäftigt hat, kann Memoria problemlos spielen.
Das grundsätzliche Spielprinzip von Memoria bietet gewohnte Adventure-Kost: Dialoge führen und so Informationen sammeln, Gesprächspartner auf eine gewisse Fährte locken, Hotspots anzeigen lassen, Gegenstände ins Inventar legen und später miteinander kombinieren.
Helfer und das Fazit
Die Rätsel werden im Spielverlauf spürbar komplexer. Während sich die Aufgaben zu Beginn praktisch von selbst erklären und nur auf wenige Bildschirme beschränkt sind, ist im weiteren Verlauf immer mehr Knobelei gefragt. Hinzu kommt, dass sowohl Geron als auch Sadja auf Magie zurückgreifen können. So werden also nicht nur Heiltränke gemischt, Dinge repariert und Auswege aus Gefängnissen oder Labyrinthen gefunden, sondern auch mit Zauberei Steinfiguren zum Leben erweckt oder andere Charaktere durch das Heraufbeschwören von Visionen verwirrt.







Beide Protagonisten haben einen kleinen Helfer an ihrer Seite - Geron, den angesprochenen Raben sowie Sadja, einen munter drauflos plappernden Zauberstab. Letzterer sorgt auch für einige, meist gelungene, humoristische Elemente, die die düstere Geschichte auflockern. Im Gegensatz zu vielen anderen Daedalic(öffnet im neuen Fenster) -Adventures ist Komik hier kein zentrales Element, sondern wird nur unterstützend eingesetzt.
Die deutsche Sprachausgabe ist durchgängig gelungen, Gleiches gilt für die von Daedalic-Adventures gewohnte Qualität der Hintergrundgrafik und des Sounds, die eine zur Thematik sehr gut passende, sehr dichte Atmosphäre erzeugen. Die Animationen wirken weiterhin antiquiert, was dem Spielspaß allerdings kaum schadet.
Memoria ist für Windows-PC erhältlich und kostet etwa 40 Euro. Die im Handel erhältliche Version kommt vollständig ohne Kopierschutz aus, die Steam-Version ist natürlich an das Onlineportal gebunden. Das Spiel hat eine USK-Freigabe ab 12 Jahren erhalten.
Fazit
Klassisches Adventure, eine spannende Geschichte, schöne Umgebungen: Memoria bietet traditionelle Adventure-Tugenden nahezu in Perfektion und ergänzt sie durch das Einbinden von Begleitern und Magie. Gekonnt eingesetzter Humor, eine sehr dichte Atmosphäre und viel Liebe zum Detail sprechen ebenfalls für den Titel, gegen ihn (wenn überhaupt) nur eine Handvoll unlogischer Rätsel und teils abgehackte Animationen. Selbst wer nur selten Adventures spielt und nichts über Das Schwarze Auge weiß, wird mit Memoria ein paar wunderbare Stunden verbringen.



