Scharfschützen und Schleichwege

Ghosts' eigentliche Stärke ist die Inszenierung, und darin war Call of Duty immer schon sehr gut. Wenn eine Schießerei im mexikanischen Caracas zum Moorhuhn-Festival zu verkommen droht, jagt ein Irrer plötzlich den Damm in die Luft und Wassermassen schießen durch die Straßen. Tonnenschwere Panzer werden wie Spielzeugautos durch die Gegend gewirbelt, reißen Häuser ein, begraben Soldaten. Wir treiben hilflos durch die schlammige Flut, versuchen uns irgendwo festzuhalten, werden wieder fortgerissen und wähnen uns schon im gleichen Grab wie der arme mexikanische Offizier, der uns gerade entgegengespült wird.

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Egal ob mit eingestreuten Scharfschützenmissionen oder leicht taktisch angehauchten Sequenzen, in denen wir mit Minen und Selbstschussanlagen Bereiche verteidigen müssen: Ghosts schafft es immer wieder, seine Bleipartys aufzulockern. Genau wie in Battlefield 4 gibt's auch ein paar Schleichwege und Treppen, um Patrouillen von oben mit einer Granate zu überraschen.

Was Call of Duty aber immer noch nicht hinbekommt, ist eine vernünftige Charakterzeichnung. Es ist völlig grotesk, wie die Serie in diesem Jahr trotz Unterstützung von einem Autor wie Stephen Gaghan (Traffic, Syriana) immer wieder darin versagt, ihre Protagonisten als Menschen aufzubauen. Battlefield 4 arbeitet dafür mit simplen Drehbuchtricks: Lass die Charaktere Fehler machen, ruhig auch mal unsicher wirken und mache klar, dass sie diese Kriegssituation, in der sie sich befinden, von Herzen hassen.

  • Für Konsolenverhältnisse sieht der südamerikanische Astronaut in Ghosts sehr gut aus. (Bild: Golem.de)
  • Die Charakterzeichnung schwächelt, der Hund hat zwei emotionale Szenen, das Maximum holt Infinity Ward aber nicht aus seinem Twitter-Star (@Collarduty). (Bild: Golem.de)
  • Schleichmissionen wechseln sich mit Kopfschuss-Tiraden und halsbrecherischen Fahrten auf schwankenden Zügen Marke "James Bond" ab. (Bild: Golem.de)
  • Die obligatorische Helikoptermission ist dank Einsatz von Flare-Abwehrkörpern sowie mehreren Raketenmodi etwas anspruchsvoller als sonst. (Bild: Golem.de)
  • Zwar hält das Team Ghosts ein paar Überraschungen bereit, bleibt ansonsten aber unnötig farblos. (Bild: Golem.de)
  • Lost in Space: Die Gefechte im Weltraum sind gut umgesetzt, vor allem weil Munition und getroffene Gegner schwerelos im Raum schweben.  (Bild: Golem.de)
  • Keiner mehr da... Diese Gänge eines südamerikanischen Atomforschungsbunkers haben wir bereits geleert. (Bild: Golem.de)
  • Eine der nervenaufreibendsten Missionen findet unter Wasser statt: Wir müssen Wasserbomben ausweichen, Taucher ausschalten und uns vor gefräßigen Haien in Schiffswracks retten. (Bild: Golem.de)
  • Schauen wir uns mal die Kratzer auf dem Kohlefasermaterial an, die Lichtreflexionen und den generellen Detailgrad der Szenerie kann man Ghosts auf PS4 ein gutes Zeugnis ausstellen.  (Bild: Golem.de)
  • Im neuen Extinction-Modus entscheiden wir uns für eine von drei Klassen, müssen Bohrungen durchführen und diese vor Alien-Angriffen schützen.  (Bild: Activision)
  • Der Koop-Modus ist zwar spaßig im Team und sehr taktisch, hat aber nicht die gleiche spielerische Substanz wie der Zombie-Modus aus Black Ops 2, der ja eine ganze Kampagne bot. (Bild: Golem.de)
  • Hier mal ein Screenshot zum Vergleich aus dem Multiplayermodus der PS3-Version. Die Texturen sind sichtbar schwammiger und niedriger aufgelöst; sowohl bei Figuren als auch der Waffe. (Bild: Golem.de)
  • Ghosts beseitigt im Multiplayermodus viele Fehler, wie die zu starken Killstreaks in Black Ops 2, und konzentriert sich stärker auf Duelle Mann-gegen-Mann. (Bild: Golem.de)
Zwar hält das Team Ghosts ein paar Überraschungen bereit, bleibt ansonsten aber unnötig farblos. (Bild: Golem.de)

Die Besetzung von Call of Duty funktioniert leider schon wieder nach dem klassischen Hooray-for-the-USA-Prinzip. Das ist ärgerlich, denn vielversprechende Ansätze sind da: In einer Szene müssen wir Ghosts-Teammitglied Ajax vor der Folter bewahren. Das hat Potenzial, allerdings müsste Infinity Ward diesen Alex vorher vorstellen: Wer ist er, wo kommt er her, was hat er vor dem Krieg gemacht?

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Im Multiplayermodus lässt Infinity Ward seiner Kreativität freien Lauf und hört auf seine Fans: Die Killstreak-Abschussserien wurden deutlich zurückgefahren. Vorbei sind die Black-Ops-2-Zeiten, in denen die Karten im Sekundentakt von Bombardements durchwühlt wurden. Stattdessen gibt's abgeschwächte Varianten wie den K9-Dog, der zwar auch gerne mal zwei, drei Kehlen mit je einem Biss durchtrennt, aber nur so lange effizient arbeiten kann, wie die Gegenspieler ihn nicht beachten.

Beim Test war der Hund in den ersten Runden beinahe übermächtig, später musste Riley hingegen nur noch blaue Bohnen schlucken. Generell sind die Killstreaks mehr als Hilfsmittel denn als Killmotoren gedacht. Von einem Helikopter aus kann der Spieler wunderbar das Scharfschützengewehr benutzen, tötet damit aber nicht mit einem Schlag das halbe gegnerische Team. Interessant ist auch das Perk-System, was sich sehr beliebig kombinieren und auf die einzelnen Karten zuschneiden lässt: Chasm, die mit den Highways von L.A. spielt, setzt stark auf Vertikalität, hier bietet sich ein Perk an, was den Fallschaden reduziert. Octane ist eine sehr große Karte mit einem Ausschnitt von Las Vegas und langen Routen, hier bietet sich das Sprint-Perk an.

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 Test Call of Duty Ghosts: Actionspektakel plus Next-Gen-Hui und -BuhVerfügbarkeit und Fazit 
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digitalkeeper 12. Nov 2013

....pahhh...der letzte Rotz - genauso wie Black Ops 2. Da freut man sich auf einen...

greeny1337 12. Nov 2013

Wenn du mit "Konsolen" "Xbox One" meinst, sicherlich.

Michael H. 12. Nov 2013

Womit wir wieder bei "ist mir Wumpe" weil "wer nicht mit der Zeit geht..." wären :D

stormwind81 08. Nov 2013

No offense, aber in der Zeit in der diese Kommentare geschrieben und gelesen wurden ist...

MontyDe 06. Nov 2013

Wird die Wii U Version dann intern mit 480p berechnet oder wie? Meines Wissens nach ist...



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