Agenten statt Soldaten

Uns hat auch ein Einsatz im Jahr 1986 in Nicaragua gefallen. Dabei kommt nach kurzer Zeit die Schwester von Menendez ums Leben. Was es damit genau auf sich hat, erfahren wir aber erst später in der Mission. Ungewöhnlich für die Serie ist auch ein Abschnitt in der Nähe der Kaimaninseln. Dort steht im Jahr 2025 ein riesiges Luxusresort, in dem wir uns eher in der Art von Agenten als von Soldaten einschleichen und sogar eine metallene Spinne mit Videokameraauge durch die Lüftungsschächte steuern. Wenig später kommt es dann zu Tumulten und Erschießungen in einer Diskothek - was an den umstrittenen Level mit dem Flughafenmassaker in Modern Warfare 2 erinnert, aber viel klarer als "feindlich" und "böse" erkennbar ist.

Das Gameplay von Black Ops 2 unterscheidet sich in einigen Details von dem der Vorgänger. Beispielsweise sind die Level im Durchschnitt jetzt weniger schlauchartig angelegt. Zwar gab es das auch schon früher, aber jetzt haben sich die Entwickler getraut, öfter auf große Umgebungen zu setzen, in denen sie den Spieler hin- und herscheuchen. Allerdings: Wer sich zu weit von dem Bereich entfernt, in dem die Designer ihn gerade haben wollen, bekommt ein "Game Over" angezeigt und wird zum letzten Kontrollpunkt zurückversetzt.

  • Call of Duty: Black Ops 2
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Call of Duty: Black Ops 2

Vor den Missionen können wir nun weitgehend selbst bestimmen, mit welchen Kampfgeräten wir losziehen - passend zur Epoche haben wir dabei die Wahl zwischen klassischen Waffen der damaligen Zeit oder dezent moderner wirkenden, aber letztlich auch nicht so viel anderen Schusswaffen aus der Zukunft. Diese haben etwa ein Röntgenvisier, das uns den Blick auf Feinde durch Wände hindurch erlaubt. Die modernen Gerätschaften haben unter dem Strich keine allzu großen Auswirkungen auf das Spielgefühl.

Missionen mit mehr Freiheit

Deutlich spürbar ist ein Mehr an Freiheit in den sogenannten Eingreiftruppen-Missionen. Dort müssen wir innerhalb einer vorgegebenen Zeit beispielsweise einen Computerraum verteidigen. Oder erst die Luftabwehrstellungen des Feindes zerstören, um dann ein Containerschiff in die Luft zu jagen. Dabei können wir jederzeit die Steuerung über einen anderen Soldaten, ein feststehendes Geschütz oder eine dick gepanzerte Drohne übernehmen; wie das genau funktioniert, erklärt ein kurzes Tutorial.

Die Eingreiftruppen-Einsätze erinnern an Multiplayergefechte mit Bots und haben uns Spaß gemacht. Sie sind mit einer kleinen Rahmenhandlung direkt in die Kampagne eingebettet, müssen aber nicht sofort erledigt werden - wer mag, kann sich meist ein oder zwei reguläre Missionen Zeit lassen. Die Eingreiftruppen-Level haben übrigens kleine Auswirkungen auf die Kampagne, und damit dann zusammen mit weiteren Entscheidungen auf den Ausgang des Kampfes gegen Menendez.

Wie in der Serie gewohnt, tauchen am Rande historische Gestalten auf, etwa der umstrittene US-Militärberater Oliver North sowie, als Figur direkt in einigen Missionen, der frühere panamaische Machthaber Noriega, der seit 1992 unter anderem wegen Drogenhandels und Schutzgelderpressung in einem US-Gefängnis sitzt. Ebenfalls Call-of-Duty-typisch in Black Ops 2 hat es das Entwicklerstudio Treyarch trotz des weltpolitischen Themas sorgfältig vermieden, irgendwie Stellung politischer oder moralischer Art zu beziehen. Mit etwas Wohlwollen könnte man allerdings angesichts der Handlung zu dem Schluss kommen, dass das Einmischen der USA in Konflikte anderer Länder mit verdeckten Operationen nicht zu mehr Frieden, sondern zu mehr Krieg in der Zukunft führt.

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