Test Assassin's Creed Rogue: Abstecher zu den Templern

Rogue ist in vielerlei Hinsicht der Nachfolger von Black Flag. Das Spiel beantwortet einige offene Fragen und schließt die Lücke zwischen dem vor einem Jahr veröffentlichten Assassin's Creed 4, das im Piratenszenario angesiedelt war, und dem im US-Bürgerkrieg spielenden Assassin's Creed 3. Einsteiger muss das aber nicht stören: Auch ohne Vorkenntnisse ist die Handlung von Rogue nachvollziehbar und spannend. Gespielt wird in Nordamerika im 18. Jahrhundert zur Zeit des Siebenjährigen Krieges.

Der Spieler steuert Shay Patrick Cormac, ist allerdings nur zu Beginn als Assassine unterwegs. Nach einem einschneidenden Erlebnis wechselt Shay die Seiten, wird zum Templer und wendet sich fortan gegen seine ehemaligen Mitstreiter. Wer sich bisher immer eine stärkere Rolle der Templer und ihrer Geschichte und Beweggründe in Assassin's Creed gewünscht hat, darf sich also freuen.
















Die Hinwendung zum neuen Geheimorden ist aber nur eine inhaltliche, keine spielerische Neuerung. Shay spielt sich genauso wie ein typischer Assassin's-Creed-Held, über weite Strecken wirkt Rogue wie ein zweites Black Flag. Auch seine Aufgaben sind altbekannt: Er muss sich neue Gebiete einverleiben und von Gangs loseisen, Geiseln befreien oder sich lästiger Meuchelmörder erwehren.
Dabei wird geschlichen, geklettert, gekämpft und weitgehend auf altbekannte Waffen zurückgegriffen; das Gewehr, das nun Narkosepfeile verschießt und damit das Blasrohr ablöst, gehört schon zu den gravierendsten Veränderungen. Den größten Teil der Landmissionen verbringt Shay in New York, das sehr stimmungsvoll dargestellt wird. Der Ablauf der Hauptmissionen ist sehr geradlinig, Nebenaufträge sorgen aber für Abwechslung und eine deutliche Verlängerung der Spielzeit.
Meer und Fazit
Ein Großteil der Spielzeit in Rogue wird allerdings wieder auf dem Meer zugebracht, diesmal auf den kühlen Wassern des Nordatlantiks. Wer mit den Missionen auf hoher See in der Vergangenheit nichts anfangen konnte, wird an Rogue kaum Gefallen finden, da auch hier kaum etwas an der Spielmechanik geändert wurde - abgesehen von Details der Schiffssteuerung, die jetzt etwas einfacher von der Hand geht. Ansonsten heißt es, sich in Seeschlachten auszutoben, Schätze einzusammeln und den schwimmenden Untersatz nach und nach mit neuen Waffen auszurüsten.

Technisch gilt für Rogue, was auch schon für Black Flag galt: Hier und da wären ein paar Details mehr wünschenswert. Insgesamt gehört das Spiel aber zu den späten Vorzeigetiteln für Xbox 360 und Playstation 3. Auch die deutsche Sprachausgabe ist gelungen. Einen Mehrspielermodus gibt es nicht.
















Assassin's Creed Rogue ist von Ubisoft(öffnet im neuen Fenster) für Xbox 360 und Playstation 3 erhältlich und kostet etwa 60 Euro. Das Spiel hat eine USK-Freigabe ab 16 Jahren. Eine Umsetzung für Windows-PC soll Anfang 2015 folgen.
Fazit
Stagnation auf hohem Niveau: Rogue hat weder an Land noch auf See wirkliche Neuerungen zu bieten und wirkt spielerisch wie eine Erweiterung von Black Flag - allerdings eine inhaltlich äußerst spannende und schön anzusehende. Wer das Meeres- und Templerszenario mag, Spaß an den Seeschlachten hat und bei Assassin's Creed vor allem Wert auf eine gute Story legt, verbringt mit Rogue viele zwar vorhersehbare, aber doch unterhaltsame Stunden.



