Test 007 Legends: Daniel Craig träumt sich durch die Bond-Filme

Welches ist der beste Bond-Film? Keine einfache Frage, aber eine aktuelle – schon weil der Start des nächsten 007-Films Skyfall am 1. November 2012 kurz bevorsteht. Fans können jetzt einige der Klassiker auf neue Art kennenlernen: in 007 Legends, einem Egoshooter des britischen Entwicklerstudios Eurocom(öffnet im neuen Fenster) . Spieler übernehmen darin die Rolle von 007, der gleich am Anfang der Kampagne das Bewusstsein verliert. Wie, verraten wir hier nicht, um den Ausgang einer Stelle in Skyfall nicht zu spoilern.
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In 007 Legends träumt sich Bond in einige seiner früheren Abenteuer und erlebt Teile davon nach. Sein (selten sichtbares) Gesicht ist immer das von Daniel Craig, seine Stimme in der deutschen Fassung die deutsche Synchronstimme aus den Filmen. Für die US-Version stand ein anderer Schauspieler vor dem Mikrofon. Das bedeutet, dass es Schurken wie Goldfinger oder Blofeld nicht mit ihrem jeweiligen Original-Bond zu tun bekommen, sondern mit der aktuellen Inkarnation. Und die hat dann sogar neuzeitliches Hightech-Gerät bei sich – etwa ein Smartphone, das vermutlich mehr Rechenpower hat als die gesamte Raumstation in Moonraker.












Der Spieler besucht als Bond in vorgegebener Reihenfolge erst Goldfinger, dann geht es mit einer Ski-Verfolgungsjagd mit Im Geheimdienst Ihrer Majestät weiter. Anschließend folgt Lizenz zum Töten, dann Stirb an einem anderen Tag und zum Finale kommt Moonraker. Eine durchgehende Handlung gibt es nicht. Publisher Activision will nach dem weltweiten Start von Skyfall eine Mission auf Basis des neuen Films als kostenlosen Download nachschieben.
Ab und an darf Bond in 007 Legends zwar auch mal schleichen, aber diese Sequenzen sind ebenso kurz wie spannungsarm. Die meiste Zeit ist Dauerfeuer gefragt. Der Geheimagent ballert sich in drei Schwierigkeitsgraden durch Gegner in Schlauchlevels, das aktuelle Missionsziel markiert so gut wie immer eine Art Fadenkreuz.
Action wie in Bond Ops 2
Teils wird Bond von Elitesoldaten oder anderen Verbündeten begleitet, die ähnlich wie in Call of Duty vorgehen: Sie gehen in Deckung, feuern sich durch Zurufe an, treten Türen ein, sterben irgendwann und werden dann fast unmerklich ersetzt. Spannend ist das nicht immer. So macht das Stürmen von Fort Knox anfangs durchaus Spaß, später werden die immer gleichen Gänge mit den immer gleichen Gegnern aber langweilig.

Zwischendurch darf Bond auch mal einfache Rätsel lösen, indem er etwa per Smartphone die Fingerabdrücke auf einer Tastatur scannt, um dann einen Geheimcode nachtippen zu können. Oder er liefert sich eine Prügelei mit einem Gegner, was meist nach Quicktime-Manier abläuft. Im Spielverlauf sammelt Bond Geld, das er für verbesserte Waffen, mehr Gesundheitspunkte oder ähnliche Optimierungen ausgeben kann.












Neben der Kampagne sowie darauf basierenden Herausforderungen gibt es auch einen Multiplayermodus. In dem treten Spieler auf acht Karten entweder zu zwölft per Konsolennetzwerk an, oder sie toben sich zu viert auf dem Splitscreen aus.
007 Legends erscheint am 19. Oktober 2012 für Xbox 360 und Playstation 3 und kostet rund 70 Euro. Eine PC-Fassung soll am 2. November 2012 für rund 50 Euro folgen. Das Programm ist durchgehend gut synchronisiert, ungeschnitten und trägt ein USK-16er-Logo auf dem Cover.
Fazit
007 Legends ist ein weiteres eher mäßiges Actionspiel in einer langen Liste mit eher mäßigen Bond-Actionspielen – das Original-Goldeneye ausgenommen. Auf Dauer ist das Geballer nicht interessant genug in Szene gesetzt, es fehlt an Abwechslung und packenden Momenten. Stellenweise arg deplatziert sind die Anleihen bei Call of Duty, etwa wenn Bond mit modernen Elitesoldaten durch Goldfingers Fort Knox der 60er Jahre stürmt.
Spaß machen in erster Linie die teils skurrilen Anspielungen auf die Filme, auch die Grafik wirkt in weiten Teilen gelungen. Trotzdem sollten nur echte Bond-Fans zugreifen – wenn sie entschlossen sind, sich nicht über die vielen Unstimmigkeiten zu ärgern.