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Teslas Autopilot: Behörde beunruhigt über Abschaltung von Freihanderkennung

Eine Ankündigung von Elon Musk hat die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA aufgeschreckt. Unklar ist, ob Tesla die Fahrer künftig anders überwacht.
/ Friedhelm Greis
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Noch überwacht Tesla, ob die Fahrer ihre Hände am Lenkrad haben. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Noch überwacht Tesla, ob die Fahrer ihre Hände am Lenkrad haben. Bild: Martin Wolf/Golem.de

Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NTHSA prüft eine mögliche Abschaltung der Fahrerüberwachung in Fahrzeugen von Tesla. Die Behörde habe bei dem US-Elektroautohersteller zusätzliche Informationen angefordert, nachdem Firmenchef Elon Musk zum Jahreswechsel ein solches Vorgehen angekündigt hatte, berichtete die Nachrichtenagentur AP am 9. Januar 2023(öffnet im neuen Fenster). Unklar ist, ob stattdessen künftig die Innenraumkamera genutzt wird.

Musk hatte am 31. Dezember 2022 getwittert, dass die sogenannte Freihanderkennung für bestimmte Nutzer des Fahrassistenzsystems FSD (Full Self Driving) deaktiviert werden könnte. Dieses System leitet normalerweise einen Nothalt ein, wenn der Fahrer innerhalb eines bestimmten Zeitraums nicht das Lenkrad bewegt oder berührt.

Der Tesla-Aktionär Omar Qazi hatte auf seinem Twitter-Account Wholemarsblog vorgeschlagen(öffnet im neuen Fenster), FSD-Nutzern mit mehr als 10.000 Meilen (16.000 km) Fahrerfahrung die Möglichkeit zu geben, die Überwachung zu deaktivieren. Musks Antwort lautete(öffnet im neuen Fenster): "Einverstanden. Update kommt im Jan."

Musk gegen Infrarotkameras

Solche Systeme ohne Freihanderkennung sind in den USA durchaus schon im Einsatz. So können die Nutzer der sogenannten Super-Cruise-Funktion von General Motors(öffnet im neuen Fenster) schon auf 200.000 Meilen (322.000 km) in den USA die Hände dauerhaft vom Lenkrad lassen. Allerdings überwachen die Fahrzeuge die Fahrer mit Hilfe von Infrarotkameras. Wird festgestellt, dass die Augen geschlossen sind oder sich dauerhaft von der Fahrbahn abwenden, deaktiviert sich das System.

Die Freihanderkennung von Tesla lässt sich mit Hilfe eines sogenannten Lenkradgewichts oder anderer Gegenstände hingegen leicht austricksen. So konnte die Polizei in Oberfranken im Dezember 2022 nur mit Mühe einen Fahrer stoppen, der auf der Autobahn hinter dem Steuer seines Teslas eingeschlafen war.

Musk sprach sich vor einigen Jahren jedoch gegen den Einsatz von Infrarotkameras zur Fahrerüberwachung aus. Solche Systeme seien unwirksam, sagte er im Mai 2018 zur Begründung(öffnet im neuen Fenster).

Nutzt Tesla nun die Innenkamera?

Dies trifft nach Einschätzung von Golem.de jedoch nicht zu. So setzt beispielsweise der Autohersteller Mercedes-Benz eine solche Überwachung bei seinem Staupiloten (Drive Pilot) ein. Auf unseren Testfahrten erkannte das System zuverlässig, wenn die Augen während der Fahrt geschlossen oder verdeckt waren. Allerdings funktioniert das System nicht, wenn die Fahrer dunkle oder Infrarot-undurchlässige Brillengläser nutzen.

Drive Pilot von Mercedes-Benz im Praxistest
Drive Pilot von Mercedes-Benz im Praxistest (04:29)

Innenraumkamera überwacht Fahrer

Nach Angaben von Tesla wird inzwischen jedoch eine Innenraumkamera dazu genutzt, um die Aufmerksamkeit der Fahrer zu überwachen. So heißt es in der Bedienungsanleitung des Model 3(öffnet im neuen Fenster): "Die Kabinenkamera kann Unaufmerksamkeit des Fahrers erkennen und akustische Alarme auslösen, um Sie daran zu erinnern, dass Sie die Straße im Auge behalten müssen, wenn der Autopilot aktiviert ist." Diese Überwachung funktioniere jedoch nicht im Dunkeln, kritisierten Verbraucherschützer dem Bericht zufolge.

Philip Koopman, Professor für Elektro- und Computertechnik an der Carnegie Mellon University, sieht in der Abschaltung der Freihandererkennung hingegen keine große Gefahr für die Verkehrssicherheit. Das Überwachungssystem sei so fehlerhaft, dass eine Deaktivierung die Teslas nicht unbedingt gefährlicher mache, sagte er der AP.


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