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Tesla: Whistleblower beschreiben Umweltsünden in Gigafactory Texas

In Teslas Gigafactory bei Austin soll es auf Output ankommen, nicht auf Einhaltung von Umweltregeln. Eingeweihte berichten Haarsträubendes.
/ Tobias Költzsch
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Die Autoproduktion in Teslas Gigafactory Texas in Austin (Bild: SUZANNE CORDEIRO/AFP via Getty Images)
Die Autoproduktion in Teslas Gigafactory Texas in Austin Bild: SUZANNE CORDEIRO/AFP via Getty Images

Die Tesla-Gigafactory bei Austin, Texas, soll in den vergangenen Jahren wegen zahlreicher Umweltverstöße angemahnt worden sein. Dazu sollen zahlreiche Verstöße kommen, die Tesla vertuscht oder nicht gemeldet habe, berichtet das Wall Street Journal (WSJ) im Rahmen einer umfangreichen Reportage(öffnet im neuen Fenster) .

Für den Bericht hat das WSJ zahlreiche E-Mails zwischen den texanischen Behörden und Tesla und weitere Dokumente eingesehen sowie ehemalige Mitarbeiter befragt. Außerdem hat die Zeitung Zugriff auf die Aussage eines Whistleblowers erhalten, der über die Missstände in der Gigafactory berichtet.

So soll es in den vergangenen Jahren mehrfach vorgekommen sein, dass ungefiltertes Abwasser in den städtischen Abwasserkreislauf gepumpt wurde, obwohl Tesla dafür keine Genehmigung hatte. Der Hochofen, in dem Aluminium für den Guss von Fahrzeugteilen geschmolzen wird, soll im Jahr 2022 über Monate eine defekte Tür gehabt haben, die sich nicht richtig schließen ließ.

Hochofentür schloss monatelang nicht richtig

Daher wurde Zeugen zufolge die Kraftstoffzufuhr für den Ofen massiv erhöht, um dennoch den gewünschten Output zu erhalten, was zu einer starken zusätzlichen Entwicklung von Abgasen führte. Zwischenzeitlich soll die Temperatur für die Mitarbeiter rund um den Ofen bei fast 38 Grad Celsius gelegen haben. Ehemaligen Mitarbeitern zufolge wurde die Tür erst nach mehreren Monaten repariert.

Als zwischenzeitlich eine Überprüfung der Schadstoffwerte anstand, sollen Tesla-Manager dafür gesorgt haben, dass zum Zeitpunkt der Messung weniger Kraftstoff verwendet wurde. Außerdem soll die Tür notdürftig geflickt worden sein. Das Ergebnis: Tesla soll die Überprüfung bestanden haben. Zeugen zufolge soll die Kraftstoffzufuhr danach wieder hochgefahren worden sein.

Das WSJ berichtet von zahlreichen Fällen, in denen hochrangige Tesla-Manager Probleme vertuscht haben und Mitarbeiter zu Falschaussagen angestiftet haben sollen. Ein Mitarbeiter, der sich geweigert hatte, ein Problem gegenüber dem Wasserversorger von Austin herunterzuspielen, soll anschließend entlassen worden sein.

Musk könnte bei der Umweltbehörde sparen

Tesla-Chef Elon Musk soll unter dem kommenden US-Präsidenten Donald Trump ein Gremium mit leiten, in dem Einsparungen der Regierungsausgaben vorgeschlagen werden. Kritiker befürchten, dass Musk die Ausgaben für die US-Umweltbehörde EPA (Environmental Protection Agency) kürzen könnte, um seinen eigene Firmen Vorteile zu verschaffen. Auch bei SpaceX soll es dem WSJ zufolge zu mehreren Vorfällen gekommen sein.


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