Abo
  • IT-Karriere:

Tesla vor Mercedes und BMW: Nicht alle Fahrassistenzsysteme sind gleich gut

Nach tödlichen Unfällen mit Teslas "Autopilot" stellt sich manchen die Frage nach der Sicherheit von Assistenzsystemen. In einer US-Studie schneidet vor allem ein Modell gut ab. Doch die Tester haben offenbar etwas Wichtiges übersehen.

Artikel veröffentlicht am ,
Die Lenkassistenten der getesteten Autos funktionieren sehr unterschiedlich.
Die Lenkassistenten der getesteten Autos funktionieren sehr unterschiedlich. (Bild: iihs.org)

Wie sicher sind die fortgeschrittenen Fahrassistenzsysteme in Modellen der Oberklasse? Ein Test des unabhängigen Insurance Institute for Highway Safety (IIHS) in den USA hat ergeben, dass nicht alle getesteten Modelle die Erwartungen gleichermaßen erfüllen. Das gelte sowohl für sogenannte Abstandsregeltempomaten als auch für aktive Spurhalteassistenten. Allerdings scheinen die Tester nicht berücksichtigt zu haben, dass beispielsweise die Mercedes-Modelle manche Funktion bewusst einschränken.

Stellenmarkt
  1. Schöck Bauteile GmbH, Baden-Baden
  2. UDG United Digital Group, Herrenberg

Das IIHS untersuchte für den Test einen 5er BMW, eine Mercedes E-Klasse, einen Volvo S90 sowie die Tesla-Modelle S und 3. Allerdings verfügte das Model S nur über die Autopilot-Version 7.1, während das neuere Model 3 die verbesserte Version 8.1 nutzte.

Teslas fahren auf

Recht zuverlässig funktionieren die Abstandregeltempomaten. Hierbei sollten die Autos in vier verschiedenen Situationen sicher zum Stehen kommen, wenn in der eigenen Spur das vorausfahrende Fahrzeug plötzlich bremst oder ein stehendes Auto auftaucht. Lediglich die Tesla-Modelle seien beim Test auf stehende Autos aufgefahren. Der Volvo S90 habe im Gegensatz zu den anderen Modellen deutlich schärfer gebremst. Hier sei kein Unterschied zur Verzögerung beim Notbremssystem festzustellen.

Außerhalb der Testumgebung, auf öffentlichen Straßen, stellten die Tester dem Bericht zufolge jedoch mehr Probleme fest. So registrierte eine E-Klasse nur kurzzeitig einen wartenden Pickup vor einer Ampel, verlor das Fahrzeug aber wieder und beschleunigte, anstatt zu bremsen. Lediglich beim Model 3 habe es solche Probleme nicht gegeben. Allerdings sei dieses Fahrzeug durch übervorsichtiges Verhalten aufgefallen. So habe es auf den knapp 290 Testkilometern zwölf Mal unerwartet gebremst. Sieben Mal davon wegen der Schatten von Bäumen auf den Straßen.

Spurhalteassistenten sehr unterschiedlich

Mit Abstand am besten schnitt das Model 3 hingegen beim Spurhalteassistenten ab, gefolgt von der Mercedes E-Klasse. Häufig überquerten hingegen der BMW, der Volvo und das Model S die Fahrbahnmarkierungen. Dabei fuhr das Model S sogar einmal in einer Kurve über den inneren Fahrbahnrand.

Inwieweit diese Ergebnisse aber vergleichbar sind, geht aus dem Bericht nicht hervor. So schränkt Mercedes beispielsweise den Spurhalteassistenten bei seinen Modellen derzeit auf eine Querbeschleunigung von 3 m/s2 ein. Das schreibt eine entsprechende UN-ECE-Regelung für teilautomatisierte Systeme vor. Je nach Kurvenradius und Geschwindigkeit muss der Fahrer daher eingreifen, weil das Auto nicht genügend lenken kann. Bei einem Test im Oktober 2016 war Golem.de aufgefallen, dass das damalige Model S selbst bei engeren Kurven auf Landstraßen die Spur einhalten kann und sich das System nicht abschaltet.

Probleme bei hügeliger Fahrbahn

Das IIHS testete zudem das Verhalten der Fahrzeuge auf einer hügeligen Teststrecke. Hierbei wird die Reichweite der Kameras zur Erkennung der Fahrbahnmarkierungen durch Straßenkuppen eingeschränkt. Recht souverän meisterten das Model 3 und die E-Klasse diese Situationen. Der BMW scheiterte den Angaben zufolge hingegen in allen 14 Versuchen. Das Model S hatte ebenfalls große Probleme und eierte nach dem Überschreiten der Kuppe auf der Fahrbahn herum, bis schließlich eine Markierung gefunden wurde. Immerhin 9 von 16 Strecken schaffte der Volvo.

Das IIHS arbeitet nach eigenen Angaben an einem Bewertungssystem, mit dem Verbraucher die Fahrassistenzsysteme einschätzen können. Derzeit will Cheftester David Zuby aber noch kein Urteil darüber abgeben, welches System am sichersten ist. Die Hersteller befänden sich in einem Dilemma. "Limitieren sie die Funktionen, damit die Fahrer weiter aktiv mitwirken, riskieren sie den Nachteil, dass die Systeme zu primitiv bleiben. Wenn die Systeme hingegen zu gut sind, dann überwachen die Fahrer sie nicht aufmerksam genug, um sie sicher nutzen zu können", sagte Zuby. Ein wirklich selbstfahrendes Autos werde es aber für etliche Zeit noch nicht beim Händler geben.



Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. Multitools ab 46,99€)
  2. (u. a. Akku Tacker für 41,99€, Heißklebestift für 21,99€, Multischleifer für 62,99€)
  3. (heute: Monitore zu reduzierten Preisen)
  4. 129,99€

Luke321 14. Aug 2018

Das brauche ich nicht. Ich will ja dein Weltbild nicht zerstören, aber so funktioniert...

nasenweis 14. Aug 2018

Das ist so, richtig. Ist eine Sicherheitsfunktion - Du als Fahrer gibst den Befehl zum...

quark2017 13. Aug 2018

Blöde Frage: Fährst du die Autos immer im Sport-Setup oder minimaler...

SJ 13. Aug 2018

Ne, voll ins Schwarze ;)

JackIsBlack 13. Aug 2018

Funktioniert auch auf der Autobahn. Man merkt, ob man 80, 100 oder 120 fährt. Wenn man...


Folgen Sie uns
       


Motorola One Vision im Hands on: Smartphone mit 48-Megapixel-Kamera für 300 Euro
Motorola One Vision im Hands on
Smartphone mit 48-Megapixel-Kamera für 300 Euro

Motorola bringt ein weiteres Android-One-Smartphone auf den Markt. Die Neuvorstellung verwendet viel Samsung-Technik und hat ein sehr schmales Display. Die technischen Daten sind für diese Preisklasse vielversprechend.
Ein Hands on von Ingo Pakalski

  1. Moto G7 Power Lenovos neues Motorola-Smartphone hat einen großen Akku
  2. Smartphones Lenovo leakt neue Moto-G7-Serie

Bundestagsanhörung: Beim NetzDG drohen erste Bußgelder
Bundestagsanhörung
Beim NetzDG drohen erste Bußgelder

Aufgrund des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes laufen mittlerweile über 70 Verfahren gegen Betreiber sozialer Netzwerke. Das erklärte der zuständige Behördenchef bei einer Anhörung im Bundestag. Die Regeln gegen Hass und Hetze auf Facebook & Co. entzweien nach wie vor die Expertenwelt.
Ein Bericht von Justus Staufburg

  1. NetzDG Grüne halten Löschberichte für "trügerisch unspektakulär"
  2. NetzDG Justizministerium sieht Gesetz gegen Hass im Netz als Erfolg
  3. Virtuelles Hausrecht Facebook muss beim Löschen Meinungsfreiheit beachten

Sicherheitslücken: Zombieload in Intel-Prozessoren
Sicherheitslücken
Zombieload in Intel-Prozessoren

Forscher haben weitere Seitenkanalangriffe auf Intel-Prozessoren entdeckt, die sie Microarchitectural Data Sampling alias Zombieload nennen. Der Hersteller wusste davon und reagiert mit CPU-Revisionen. Apple rät dazu, Hyperthreading abzuschalten - was 40 Prozent Performance kosten kann.
Ein Bericht von Marc Sauter und Sebastian Grüner

  1. Open-Source Technology Summit Intel will moderne Firmware und Rust-VMM für Server
  2. Ice Lake plus Xe-GPGPU Intel erläutert 10-nm- und 7-nm-Zukunft
  3. GPU-Architektur Intels Xe beschleunigt Raytracing in Hardware

    •  /