Tesla und Mercedes: Es wird ernst mit dem autonomen Fahren
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Nach einer intensiven Überprüfung durch niederländische Behörden hat Tesla es endlich geschafft: Der US-Autohersteller darf künftig auch in Europa sein System für das überwachte autonome Fahren (FSD) anbieten. Während Tesla auf eine Sondergenehmigung setzte, warten Hersteller wie Mercedes-Benz auf die offizielle Zulassung für solche Systeme.
Anfang 2027 sollen sowohl Level 2++ als auch Level 4 in Deutschland und Europa erlaubt werden. Mercedes kündigte auf Anfrage von Golem an, welche Modelle künftig mit der erforderlichen Hardware für Level 2++ ausgestattet werden.
Ein wichtiger Treiber der Entwicklung sind Fortschritte bei der künstlichen Intelligenz (KI). Während frühere Systeme noch eine Mischung aus Expertensystemen in Verbindung mit KI-basierter Umgebungserkennung darstellten, werden die neuen Systeme als Ende-zu-Ende-KI bezeichnet.
Anbieter wie Nvidia aus den USA, Wayve aus Großbritannien oder Momenta aus China setzen dabei auf sogenannte Vision-Language-Action-Modelle (VLA).
Solche Modelle sollen optische Wahrnehmung und logisches Denken miteinander verknüpfen. Zudem nutzen die Anbieter KI-Modelle, um Trainingsdaten zu generieren. Damit ist es deutlich schneller und einfacher möglich, das erforderliche Datenmaterial zu beschaffen. Mit einem solchen Modell erzeugt Wayve nach eigenen Angaben realistische Fahrvideos aus Text-, Aktions- und Videoeingaben. Das soll das Training und die Validierung des VLA-Modells beschleunigen, insbesondere für seltene Ereignisse.
Von Level 2++ bis Level 4
Solche Systeme kommen in den verschiedenen Automatisierungsstufen zum Einsatz. So präsentierte Mercedes-Benz auf der IAA 2025 den MB.Drive Assist Pro, der in München selbstständig eine komplette Route durch die Stadt zurücklegte. Jedoch müssen Fahrer ebenso wie bei Teslas FSD das System jederzeit überwachen. Daher ist von Level 2++ die Rede.

Das ist jedoch nur eine Zwischenstufe zum eigentlichen autonomen Fahren nach den Stufen 4 oder 5. Den ersten europäischen Robotaxi-Dienst will das Unternehmen Verne am 8. April 2026 in der kroatischen Hauptstadt Zagreb gestartet haben. Verne gehört zum Supersportwagen-Hersteller Rimac und kooperiert mit dem chinesischen Entwickler Pony AI. Auf dessen Weltmodell kommen wir später zurück.
Bislang gibt es in Europa weder für Level 2++ noch für Level 4 die erforderlichen Zulassungskriterien. Doch das soll sich in den kommenden Monaten ändern.
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