Teslas System soll sicherer als andere sein
Bislang ist nicht abzusehen, welche Hersteller neben Tesla und Mercedes im kommenden oder schon in diesem Jahr mit Level 2++ an den Start gehen wollen. Die niederländische Verkehrsbehörde RDW testete das Tesla-FSD nach eigenen Angaben(öffnet im neuen Fenster) anderthalb Jahre lang auf ihrer Teststrecke und im öffentlichen Verkehr, bevor die Zulassung erteilt wurde.
In ihrer Stellungnahme begründete die RDW ausführlich ihren Schritt: "Teslas fahrerüberwachtes Assistenzsystem unterstützt den Fahrer stärker als andere Systeme, da es bei Aktivierung mehrere Fahraufgaben übernimmt. Die korrekte Nutzung von Fahrerassistenzsystemen leistet einen positiven Beitrag zur Verkehrssicherheit, da der Fahrer bei seinen Fahraufgaben unterstützt wird. (...) Durch die kontinuierliche und strenge Überwachung des Fahrers im Fahrzeug ist das System sicherer als andere Fahrerassistenzsysteme."
Dass eine solche engmaschige Überwachung des Fahrers und damit auch des Systems erforderlich ist, zeigen zahlreiche Vorfälle und Unfälle unter FSD-Nutzung in den USA. So erkannte zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen ein Tesla im FSD-Modus eine geschlossene Bahnschranke nicht. Bei dem neuen Vorfall in Texas fuhr das Auto los(öffnet im neuen Fenster), nachdem der Fahrer vor der Schranke angehalten und der Zug den Übergang noch nicht passiert hatte.
Anforderungen in Europa sind höher
Die RDW verwies darauf, dass die Softwareversionen und Funktionalitäten von US-amerikanischen und europäischen Fahrzeugen wegen der höheren Anforderungen in der EU nicht vergleichbar seien. "Dies bedeutet, dass die überwachte FSD-Version in den USA NICHT mit der überwachten FSD-Version in der EU vergleichbar ist", hieß es weiter.
Bislang gilt die Zulassung der RDW nur in den Niederlanden. Um eine EU-weite Zulassung zu erhalten, muss Tesla das bei der EU-Kommission beantragen. Dann muss im zuständigen Gremium der EU-Mitgliedstaaten eine Mehrheit dafür stimmen. Einfacher ist es, wenn eine Funktion auf Basis einer gültigen UN/ECE-Regelung zugelassen wird.
Doch nicht nur bei Level 2, auch bei Level 4 steht eine solche Regelung bevor. Die UN-Behörde teilte dazu Anfang Februar 2026 mit(öffnet im neuen Fenster): "Nach zehn Jahren technologischer Reifung und regulatorischer Weiterentwicklung sowie zwei Jahren intensiver Konsultationen und Ausarbeitung wird ein Entwurf für eine globale Verordnung zu automatisierten Fahrsystemen (ADS) den Einsatz autonomer Fahrzeuge ohne Fahreraufsicht auf öffentlichen Straßen ermöglichen."
Der Vorschlag der zuständigen Arbeitsgruppe (GRVA) lege "einheitliche Sicherheitsbestimmungen und eine harmonisierte Methodik zur Validierung von mit ADS ausgestatteten Fahrzeugen fest". Sie basiere auf einem Sicherheitsnachweis und soliden Forschungs- und Entwicklungsprozessen. Ebenso wie die neue DCAS-Regelung soll auch der 89-seitige ADS-Entwurf(öffnet im neuen Fenster) (PDF) Ende Juni 2026 beschlossen werden und Anfang 2027 in Kraft treten.
Das bedeutet, dass Robotaxis von Waymo, Tesla, VW oder anderen Anbietern auch in Europa zugelassen werden können. Entsprechende Tests mit Sicherheitsfahrern finden schon statt oder sind geplant. Wenn die erforderlichen Nachweise vorgelegt werden, könnten solche Fahrzeuge dann auch hierzulande ohne Sicherheitsfahrer im regulären Einsatz unterwegs sein.
Dabei ist es nicht ausgemacht, dass sich die genannten VLA-Modelle bei allen Anbietern durchsetzen.
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