Neuer Vorschlag für DCAS veröffentlicht
So veröffentlichte das zuständige UN/ECE-Gremium WP.29 im Januar 2026 einen Entwurf(öffnet im neuen Fenster) (PDF), der die bisherige Regelung 171 (DCAS) ergänzen soll. Die neue Regelung enthält zahlreiche Punkte zur Überwachung des Fahrers, da dessen Aufmerksamkeit unter allen Umständen gewährleistet werden sollte.
Zudem finden sich Vorgaben dazu, wie die Fahrzeuge im Zusammenspiel mit Fahrradfahrern und Fußgängern reagieren sollen. So heißt es unter Punkt 4.2.5.2.18.1: "Der Test muss die angegebene Reaktionsfähigkeit des Systems auf ein die Fahrbahn überquerendes Fußgängeraufprallziel bestätigen, während ein anderes Fahrzeug die Fahrspur und die Erkennung des Fußgängeraufprallziels behindert." Darüber hinaus gibt es weitere Vorgaben für das Verhalten an Kreuzungen oder bei Radfahrern, die sich auf der eigenen Fahrbahn befinden.
Mercedes nennt Modelle mit ausreichender Hardware
Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) erwartet laut Anfrage von Golem, "dass die UN-Regelung Nr. 171 mit der Änderungsserie 02 (Phase 3) in der Juni-Sitzung der WP.29 verabschiedet und sechs Monate später in Kraft treten wird". Der MB.Drive Assist Pro wird laut Mercedes nach der neuen DCAS reguliert. Dadurch sei "in Europa und anwendenden ECE-Märkten eine reguläre Typgenehmigung ab Mitte/Ende Januar 2027 möglich".
Doch was bedeutet das für die aktuellen Mercedes-Modelle wie den CLA und den GLC, die in anderen Märkten bereits für Level 2++ bestellbar sind? Im Gegensatz zu Tesla verzichtet Mercedes darauf, sämtliche Neufahrzeuge mit der erforderlichen Hardware auszustatten, so dass die Funktion dann über ein Softwareupdate nachgerüstet werden könnte.
Was verwunderlich ist. Denn es handelt sich im Grunde nur um zwei Kameras, die zusätzlich an den Außenspiegeln oder an den vorderen Kotflügeln angebracht werden müssen.

Auf Nachfrage von Golem stellte Mercedes nun klar, wie die Hardwareausstattung mit Blick auf Level 2++ erfolgen soll: "Die neue S-Klasse sowie die neuen Modelle des GLE und GLS werden serienmäßig mit der kompletten Sensorik (27 Sensoren inklusive der zehn Kameras) ausgeliefert, die prinzipiell eine nachträgliche Ausstattung mit MB.Drive Assist Pro ermöglicht", teilte ein Sprecher mit und fügte hinzu: "Wir sind bestrebt, unseren europäischen Kunden auch in den anderen Segmenten möglichst zeitnah ein gutes Angebot machen zu können." Details dazu wollte er zum aktuellen Zeitpunkt jedoch nicht nennen.
Das bedeutet, dass potenzielle Käufer der nicht ausdrücklich genannten Modelle weiterhin nur Fahrzeuge bestellen können, die auch künftig nicht für Level 2++ ausgelegt sind. Das könnte in einigen Jahren auch den Wiederverkaufswert senken. Zwar ist löblich, dass Mercedes im Gegensatz zu Tesla seinen Kunden nicht jahrelang eine Funktion verspricht, die nicht geliefert werden kann. Doch wenige Monate vor der geplanten Zulassung sollte das schon möglich sein, zumal sich der Aufpreis für die beiden Kameras in Grenzen halten dürfte.
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