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Tesla: Plastikköpfe im Cockpit tricksen Aufmerksamkeitskontrolle aus

Mit einer kleinen Plastikfigur kann Teslas Innenraum-Kamerasystem samt Aufmerksamkeitskontrolle überlistet werden.
/ Andreas Donath
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Plastikkopf soll Aufmerksamkeitskontrolle austricksen. (Bild: Youtube/Screenshot: Golem.de)
Plastikkopf soll Aufmerksamkeitskontrolle austricksen. Bild: Youtube/Screenshot: Golem.de

Auf chinesischen E-Commerce-Plattformen wie Taobao, Xianyu und Douyin werden seit einigen Wochen kleine Kunststofffiguren mit dem Konterfei von Hollywood-Stars und chinesischen Prominenten verkauft, wie Wired berichtet(öffnet im neuen Fenster). Ihr eigentlicher Zweck: Sie sollen Teslas Fahrerüberwachungskamera im Innenraum täuschen. Die Kamera sitzt oberhalb der Windschutzscheibe und analysiert fortlaufend, ob der Fahrer aufmerksam wirkt. Schaut er zu lange weg, folgen Warnungen, dann die Abschaltung des Autopiloten, im Wiederholungsfall sogar eine Sperre der Fahrassistenzfunktionen von bis zu einer Woche.

Ein Tesla-Model-3-Besitzer, der anonym bleiben wollte, schilderte seine Erfahrungen mit einer kahlköpfigen Dwayne-Johnson-Figur während einer Langstreckenfahrt. Auf rund 400 Kilometern Gesamtstrecke fuhr er etwa 250 Kilometer mit aktiver Autopiloterkennung und der Figur als Platzhalter vor der Kamera. Das System erkannte nicht, dass es sich um eine Figur und nicht um seinen echten Kopf handelt.

Warum der Trick funktioniert

Die Figuren sind auf eine bestimmte Größe ausgelegt. Fahrer tauschen sich in Videos auf chinesischen Plattformen darüber aus, dass das Objekt etwa die Größe eines Tischtennisballs haben sollte, damit die Kamera es als menschlichen Kopf registriert. Die Saugnapf-Halterungen lassen sich flexibel positionieren, so dass die Figur aus dem Blickwinkel der Kamera exakt den Platz des Fahrerkopfes einnimmt.

Teslas System Full Self-Driving (Supervised) ist in China nicht erhältlich. Verfügbar sind dort eingeschränkte Funktionen wie Spurhalteassistent, Tempomat und Autopilot auf bestimmten Stadtstraßen. Da keines davon wirklich autonom fährt, schreibt Tesla vor, dass der Fahrer seine volle Aufmerksamkeit einsetzen muss.

Kein isoliertes Phänomen

Der Trick ist nicht auf China beschränkt. In den USA und anderen Märkten berichten Fahrer von Sonnenbrillen, die Eye-Tracking stören sollen, und von Gewichten am Lenkrad, die Handkontakt simulieren. Die Plastikköpfe sind die bisher ausgefeilteste Variante in einer langen Reihe von Versuchen, Sicherheitssysteme zu umgehen, die viele Fahrer als lästig empfinden.

Ob Tesla seine Erkennungsalgorithmen als Reaktion auf den Trend aktualisieren wird, teilte der Hersteller bislang nicht mit.


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