Tesla Motors: Geschwindigkeit kostet die meiste Reichweite
Wie bei einem Auto mit Verbrennungsmotor hängt auch bei einem Elektroauto der Verbrauch und damit die Reichweite von der Fahrzeugnutzung ab. Wie sehr, das zeigen neue Zahlen des US-Elektroautoherstellers Tesla Motors(öffnet im neuen Fenster) .
Drei verschiedene Akkus
Tesla plant, sein neues Auto, den Elektro-PKW Model S(öffnet im neuen Fenster) , in drei verschiedenen Ausführungen auf den Markt zu bringen, die sich durch die Größe des Akkus unterschieden. Die Version mit dem größten Akku (85 kWh) soll laut Hersteller eine Reichweite von 480 Kilometern haben.

Je nach Testparameter übertreffe das Model S die Angaben oder liege darunter, schreiben Unternehmenschef Elon Musk und Technikchef JB Straub im Blog des Unternehmens(öffnet im neuen Fenster) . Grundlage sind zwei Tests der US-Umweltschutzbehörde Environmental Protection Agency, EPA.
Zwei Testverfahren
Das alte Testverfahren der EPA umfasste zwei Testzyklen: 55 Prozent Stadtfahrten und 45 Prozent auf dem Highway mit einer Höchstgeschwindigkeit von etwa 97 Kilometern pro Stunde. Nach diesem Verfahren soll das Model S mit einer Akkuladung 515 Kilometer weit kommen – 32 Kilometer mehr als Tesla angibt.
Anders sieht es jedoch nach dem neuen Prüfverfahren aus, das die EPA 2008 eingeführt hat. Es umfasst drei weitere Testzyklen – Winterfahrten, bei denen die Heizung eingeschaltet ist, Fahrten mit eingeschalteter Klimaanlage sowie einen Zyklus mit schneller Fahrt bis zu 130 Kilometern pro Stunde und vielen Beschleunigungsvorgängen. Bis diesen Parametern sinke die Reichweite auf etwa 426 Kilometer.
Leistungsfähigstes Elektroauto
Damit sei der Model S das leistungsfähigste Elektroauto, erklären Musk und Straub. Mit den Prüfverfahren testet die Behörde den Brennstoffwirkungsgrad von Autos. Der Nissan Leaf schafft nach Angaben des US-Nachrichtenangebots Cnet(öffnet im neuen Fenster) unter diesen Testbedingungen nur 117 Kilometer.
Wegen des Luftwiderstandes habe die Geschwindigkeit den größten Einfluss auf die Reichweite, schreiben Musk und Straub. Am effizientesten sei ein Elektroauto im Stadtverkehr: Die Geschwindigkeiten sind relativ niedrig und durch das häufige Bremsen wird Energie zurückgewonnen. Die Reichweite könne sich durch die Geschwindigkeit um bis zu 50 Prozent verändern. Der Einfluss von Heizung oder Klimaanlage sei schwer einzuschätzen, erklären sie. Bei starker Hitze oder Kälte könnten sie etwa 10 bis 15 Prozent an Reichweite kosten.
160 km weniger für 30 km/h mehr
Laut einer Computersimulation von Tesla kann ein Model S mit dem 85-kWh-Akku bei einer konstanten Geschwindigkeit von 80 Kilometern pro Stunde etwa 560 Kilometer weit fahren. Bei einer Geschwindigkeit von etwa 113 Kilometern pro Stunde soll die Reichweite noch 400 Kilometer betragen. Als Parameter hatte Tesla eine ebene Strecke, keine Behinderung durch Wind, abgeschaltete Heizung und Klimaanlage, einen halbwegs neuen Akku sowie 136 Kilogramm Gewicht für Fahrer und Gepäck angesetzt.
Tesla Motors will das Model S im Juni 2012 in den USA auf den Markt bringen. Das sei ein Monat früher als geplant, berichtet das US-Wissenschaftsmagazin Technology Review(öffnet im neuen Fenster) . Grund sei, dass Tesla mit den Tests der ersten 80 Fahrzeuge bereits fast fertig sei. Das Unternehmen hat den vorgezogenen Termin während einer Telefonkonferenz für die Investoren bekanntgegeben.
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