Tesla Model S: Nie mehr fürs Laden bezahlen
Das Model S von Tesla ist bereits ein Klassiker unter den E-Autos. Nach ziemlich genau 14 Jahren hat Tesla die Produktion seiner Limousine im kalifornischen Fremont eingestellt. Der Platz wird für den Roboter Optimus benötigt.
Die Absatzzahlen erklären das Produktionsende. Im vergangenen Jahr setzte Tesla noch 50.850 Model S, Model X und Cybertrucks ab. Der US-Hersteller weist Zahlen nur in Gruppen aus. Dagegen stehen 1,6 Millionen Model 3 und Models Y.
Wenn demnächst keine weiteren Model S nachkommen, dürften die vorhandenen Autos im Wert steigen, könnte man denken. Oliver Krüger hat da jedoch seine Zweifel. Der Betreiber des Youtube-Kanals 163 Grad und Mitorganisator der Rallye E-Cannonball erwarb 2018 sein erstes E-Auto, ein gebrauchtes Model S 85D mit Free Supercharging.
Darauf folgten mehrere Tesla Model 3, bevor er sich auf ein Abenteuer mit einem Fisker Ocean einließ. Krüger glaubt, dass die Szene für E-Oldtimer übersichtlich bleiben wird. Es stecke zu viel Elektronik in den Autos, die nur schlecht altere. "Bei E-Autos ist es wie bei Smartphones. Jeder will die neueste Generation, weil die mehr kann,"sagt Krüger.
Kostenlos laden
Dabei haben die frühen Model S einen unschlagbaren Vorteil: kostenloses Laden. Elon Musk nutzte in den Anfangsjahren gebührenfreies Laden an Tesla-Superchargern als Verkaufsargument. Das gilt für Fahrzeuge, die vom Marktstart bis April 2017 in Deutschland zugelassen wurden.
Danach gab es immer mal wieder Free-Supercharging-Aktionen (FSC). Sie waren in der Regel an den Erstbesitzer des Fahrzeugs gebunden. Zudem hat Tesla die FSC-Option in etlichen Autos deaktiviert. "Wurde ein Model S bei Tesla in Zahlung gegeben, hat man die Option entfernt,"sagt Ove Kröger.
Der Kfz-Sachverständige ist in der Szene als Doc Tesla bekannt. Er bietet Kaufberatung und Reparaturen für Tesla-Modelle an. Auch wenn Privatverkäufer und Händler Free Supercharging in ihren Anzeigen angeben, sollte man es bei einer Proberunde ausprobieren.
2.100 Euro sparen
Eine Stichprobe bei Autoscout24 zeigt 263 und bei Mobile.de 150 Model S mit einer Erstzulassung bis 2017. Die Preise für Model S mit Free Supercharging reichen hierbei von 15.000 bis 45.000 Euro. Den Vorteil des kostenlosen Ladens preisen Verkäufer natürlich ein. Die beiden Experten schätzen den Aufschlag für FSC auf rund 3.000 bis 4.000 Euro.
Der Preis für öffentliches Ad-hoc-Schnellladen, also ohne Vertrag, liegt zwischen 0,55 und 0,80 Euro. Nimmt man für eine Beispielrechnung 0,70 Euro pro kWh und 20 kWh pro 100 km Verbrauch an, landet man bei 15.000 km Fahrleistung im Jahr bei einem Betrag von 2.100 Euro für Ladevorgänge.
Das zu sparen, hört sich verlockend an. Allerdings: "Damit es funktioniert, ist man bei jeder Fahrt auf die Tesla-Supercharger angewiesen,"sagt Krüger. Davon gibt es immerhin 250 Standorte in Deutschland. Allerdings stimmt die Vergleichsrechnung nicht mehr, wenn man die Tesla-App nutzt.
Dort gibt es ein Abo-Angebot für 11,99 Euro pro Monat. Dann lädt man zu Preisen zwischen 0,34 und 0,42 Euro pro kWh am Supercharger in Deutschland. Tesla passt den Preis der Auslastung der jeweiligen Station an. Nimmt man diese Preise als Vergleichsgrundlage, fällt die Einsparung deutlich geringer aus.
- Anzeige Hier geht es zu Elektromobilität: Grundlagen und Praxis bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.



