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Tag 4: Jetzt kommt doch noch die Reichweitenangst

Zunächst geht es zum Supercharger nach Töre, am nördlichsten Punkt der Ostsee. Irgendwo bei Skellefteå auf einer Nebenstrecke der E4 sehe ich den ersten Elch auf der Fahrt. Es ist wohl eher untypisch für Elche, dass er sofort geflüchtet ist, als er mich wahrgenommen hat. Die Ladestation in Töre liegt direkt neben einer OKQ8-Tankstelle und hat wahrscheinlich erst vor kurzem eröffnet, denn der Parkplatz ist noch nicht asphaltiert. Ladesäulen anderer Anbieter scheint es in der Nähe nicht zu geben.

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Während ich auf den Abschluss des Ladevorgangs warte, finde ich auf uppladdning.nu vor dem Stora-Coop-Supermarkt in Gällivare einen 22-kW-AC-Typ 2-Ladepunkt. Das liegt entlang meiner Route. Daher beschließe ich, hier später meine Vorräte aufzufüllen und den Ladepunkt zu testen.

Laden per Schuko-Stecker

Von Töre aus verläuft die Route über die E10 strikt nach Norden. Nach einem 30-minütigen Ladestopp breche ich in Richtung Puoltikasvaara auf, das 220 Kilometer entfernt ist. Hier gibt es ein kleines Café - die Bäckerin ist in Schweden mehrfach für ihre Backwaren und Kuchen ausgezeichnet worden. Klingt also nach einem guten Etappenziel für den Nachmittag.

Der Coop-Supermarkt in Gällivare ist sehr einfach zu finden - im Gegensatz zu dem angeblichen Ladepunkt. An den veröffentlichten GPS-Koordinaten befindet sich nur der Eingang des Supermarktes. Ich frage ein paar Passanten und bitte um Hilfe. Das führt leider nicht zum Erfolg. Auf dem Parkplatz gibt es viele der mir schon aus Sundsvall bekannten kleinen Alu-Ladeboxen. Ich beschließe, eine davon auszuprobieren.

Jetzt kommt das kleine Tesla-Ladegerät für den Schuko-Stecker zu seinem ersten Einsatz in Skandinavien. Der Ladevorgang startet, bricht aber nach kurzer Zeit ab, denn der Sicherungsautomat in der Box löst aus. Die Beschriftung auf dem Automaten ist leider unleserlich, also taste ich mich langsam an den Maximalstrom heran. Hier kann man anscheinend stabil nur mit 5 Ampere laden. Ragnar prognostiziert bei einem solch niedrigen Ladestrom und meinem Akkustand eine Ladezeit von 48 Stunden. Ich breche den Versuch an dieser Stelle wegen Sinnlosigkeit ab.

Der erste echte Planungsfehler

Als ich schließlich in Puoltikasvaara ankomme, hat das Café leider schon zu und ich muss für einen Snack und einen Kaffee wieder meinen Gaskocher in Betrieb nehmen. Hier passiert mir der erste echte Fehler meiner Planung: von Puoltikasvaara zum Campingplatz in Skibotn sind es rund 320 Kilometer und nicht, wie ich es mir aufgeschrieben habe, etwa 220 Kilometer. Das wird später noch zum Problem, da ich den Ladevorgang am Supercharger bei 75 Prozent abbreche, um Zeit zu sparen.

  • Die Routenplanung im Tesla-Navi mit Anzeige aller Supercharger entlang der Route. Die tatsächliche Route ging am Ende über Fehmarn/Puttgarden und die Öresund-Brücke nach Schweden. (Foto: Björn Schäfer)
  • Eine Schnellladestation von Fastned mit 175 kW in Hildesheim. (Foto: Björn Schäfer)
  • Der Tesla-Supercharger in Braak. (Foto: Björn Schäfer)
  • Überquerung der Storstrøms-Brücke in Dänemark zwischen Falster und Masnedø. (Foto: Björn Schäfer)
  • Ein "Ladepark" im schwedischen Löddeköpinge mit Ladestellen von Tesla, Eon und Bee.  Die bisher größte Ansammlung an Ladepunkten an einer Stelle, die ich persönlich gesehen habe. (Foto: Björn Schäfer)
  • Tesla-Supercharger in Ödeshög mit Abendessen und Campingkocher. (Foto: Björn Schäfer)
  • Auf dem Gelände eines Baustoffmarktes bei Hedesunda.(Foto: Björn Schäfer)
  • Dieser Ladepunkt in Birsta nur wenige Kilometer vom Tesla-Supercharger in Sundsval wird gerade von einem "vollgetankten" Hyndai Kona blockiert. (Foto: Björn Schäfer)
  • 11 kW AC Typ 2 Ladepunkte von Bee in Birsta. (Foto: Björn Schäfer)
  • 50kW DC Ladepunkt von Fortum direkt gegenüber dem Tesla-Supercharger in Örnsköldsvik. Hier ist Laden nur bis 80 Prozent des Akkustandes möglich. (Foto: Björn Schäfer)
  • Die Ladesäule der australischen Firma Tritium in Örnsköldsvik ist sehr mitteilungsbedürftig und blinkt andauernd. (Foto: Björn Schäfer)
  • Skisprungschanze in Örnsköldsvik, wo 1976 die allerersten Paralympischen Winterspiele stattfanden.  (Foto: Björn Schäfer)
  • Tesla-Supercharger in Skelleftea; die Raststätte hat leider so früh am Morgen noch zu. (Foto: Björn Schäfer)
  • Brücke über eine Nebenstrecke der E4 bei Gäddvik. (Foto: Björn Schäfer)
  • So stellt der deutsche Tourist eine typisch schwedische Landschaft vor. (Foto: Björn Schäfer)
  • Tesla Supercharger in Töre, nebenan ist eine OKQ8 Tankstelle. (Foto: Björn Schäfer)
  • Etwa 15 km vor Överkalix an der E10, hier bildet der Kalixälven-Fluss einen kleinen See. (Foto: Björn Schäfer)
  • Ladepunkt mit Schukdosteckdose vor dem Stora Coop in Gällivare. Hier muss man die Abfahrtszeit einstellen und kann die Ladezeit in 30-Minuten-Schritten setzen. Leider war laden mir mehr als 5 A nicht möglich. (Foto: Björn Schäfer)
  • Tesla-Supercharger in Puoltikasvaara in Schweden mit 2 Ladepunkten vor einer Bäckerei.  (Foto: Björn Schäfer)
  • Grenzübergang an der A8 zwischen Schweden und Finnland. Auf schwedischer Seite heißt der Ort Karesuando, auf finnischer Seite Kaaresuvanto. (Foto: Björn Schäfer)
  • Ich komme gegen 22 Uhr und mit weniger als 40 km Restreichweite am Tesla-Supercharger im norwegischen Skibotn an - das war knapp! (Foto: Björn Schäfer)
  • Blick auf den Fluss Ivgojohka hinter meiner Hütte auf dem Brennfjell-Campingplatz in Norwegen. (Foto: Björn Schäfer)
  • Brennfjell Campingplatz kurz vor Skibotn. Die Temperatur fiel nachts unter 0°C. Am Morgen war der Tesla komplett vereist. (Foto: Björn Schäfer)
  • Tesla Supercharger in Skibotn am frühen Morgen. Die Bäckerei nebenan ist leider nicht mehr im Betrieb - also gibt es schwedisches Müsli zum Frühstück. (Foto: Björn Schäfer)
  • Tesla Supercharger in Sorkjosen, nebenan ist das På Taket Kaffee. Von der Dachterrasse aus gibt es einen tollen Blick auf den kleinen Hafen. (Foto: Björn Schäfer)
  • Blick auf die kleine Bucht von Talvik in Norwegen. Dieser Ort erinnert mich an eine Mischung aus Neuseeland und Schottland. (Foto: Björn Schäfer)
  • 50kW-DC-Ladesäulen von Fortum im nordnorwegischen Alta. (Foto: Björn Schäfer)
  • Diesmal kommt der Gaskocher nur für den Kaffee und während der Lektüre der Tesla- Story zum Einsatz. (Foto: Björn Schäfer)
  • Etwa 20 km außerhalb von Alta in Norwegen an der E6, der kleine Fluss mündet einige Kilometer weiter in den Leirbotnvannetsee.(Foto: Björn Schäfer)
  • Etwa 35 km außerhalb von Alta in Norwegen an der E6, die Straße geht nur scheinbar "unendlich" geradeaus. (Foto: Björn Schäfer)
  • Repparfjordfluss bei Aisaroaivi in Norwegen. Gegenüber steht mitten im Nirgendwo eine kleine Kirche. (Foto: Björn Schäfer)
  • Etwa 20 km vor Skaidi an der E6: der "gefühlt" erste Wegweiser auf mein Ziel Hammerfest. Kirkenes ist nochmals über 400 km weiter und liegt im Dreiländereck Norwegen, Finnland Russland. (Foto: Björn Schäfer)
  • Drei Typ-2-Ladepunkte hinter dem Skaidi -Hotel. Für Hotelgäste kostenfrei, für "Durchreisende" umgerechnet 10 Euro pro Ladevorgang. (Foto: Björn Schäfer)
  • Der Flughafen Hammerfest (HFT) wird von Skandinavian Airlines und Wideroes Flyveselskap angeflogen und dient im wesentlichen der Versorgung der Öl- und Gasplattformen in der Barentssee. (Foto: Björn Schäfer)
  • Blick auf Hammerfest von einem Hügel in der Nähe des Flughafens. Die Insel Melköya mit einer großen Gasraffinerie befindet sich leicht rechts außerhalb des Bildes. (Foto: Björn Schäfer)
  • Der AC-Ladepunkt am Flughafen Hammerfest ist kostenlos, der Parkplatz aber kostenpflichtig. (Foto: Björn Schäfer)
  • Blick Richtung Norden im Hafen von Hammerfest auf einer Art vorgelagertem Deich. (Foto: Björn Schäfer)
  • Blick auf die Kvalsund-Brücke von der Insel Kvaloya; auf der anderen Seite ist das Festland. (Foto: Björn Schäfer)
  • Der Repparfjord-Fluss auf dem Rückweg nach Hause, etwa 12 km südlich von Skaidi an der E6. (Foto: Björn Schäfer)
  • Auf der E6 kurz hinter Storsandness mit Blick auf den Langfjord. (Foto: Björn Schäfer)
  • Ein AC-Ladepunkt von Fortum in Kaaresuvanto. Nachdem der Ladepunkt im Winter nach der Schneeräumung mehrfach defekt oder unbenutzbar war, wurde er mit einer kleinen Hütte geschützt. (Foto: Björn Schäfer)
  • Etwas abseits der E45 im Wald mit Blick auf den Mertajärvi-See in Lappland, im Hintergrund erkennt man den kleinen Ort Närvä. (Foto: Björn Schäfer)
  • Frühstück mit Kanelbulle (Zimtschnecke) in der Bäckerei neben dem Supercharger in Puoltikasvaara. (Foto: Björn Schäfer)
  • Die E45 führt am Torneträsk-Soppero-Naturreservat vorbei. (Foto: Björn Schäfer)
  • Blick aus dem Fenster meiner Unterkunft in Söråker. Diesen Ort im Dunkeln und bei Nebel zu finden, war eine echte Herausforderung. (Foto: Björn Schäfer)
  • Tesla-Supercharger in Uppsalla hinter einem Restaurant. Das Model S im Vordergrund gehört zu einem örtlichen Taxiunternehmen. (Foto: Björn Schäfer)
  • Tesla-Supercharger in Lagan neben dem Toftaholm Herrgard Hotel.  Sehr idyllisch etwas abseits der Strecke an der E4 gelegen. (Foto: Björn Schäfer)
  • Alternativer Ladepunkt von Eon neben dem Tesla-Supercharger in Slagelse (Dänemark). (Foto: Björn Schäfer)
  • Tesla-Supercharger in Slagelse. Leider muss man an diesem Standort - wie an den allermeisten Tesla Superchargern - rückwärts ranfahren; mit Fahrradanhänger bedeutet das, alles abzuladen und nach dem Ladevorgang wieder "aufzusatteln".  (Foto: Björn Schäfer)
  • Die Ladekurve des Model 3 an einer HPC-Ladesäule. (Grafik: Björn Schäfer)
Grenzübergang an der A8 zwischen Schweden und Finnland. Auf schwedischer Seite heißt der Ort Karesuando, auf finnischer Seite Kaaresuvanto. (Foto: Björn Schäfer)

Ich bin so in Gedanken, dass ich zweimal meine Ausfahrt verpasse und damit etwa 20 Kilometer Umweg fahren muss. Langsam wird es dunkel und auch immer kälter bis 2 Grad Celsius. Erst kurz vor der finnischen Grenze in Karesuvanto fällt mir auf, dass es noch 170 Kilometer bis zum Ziel sind. In Karesuvanto befindet sich ein 11-kW-AC-Lader von Fortum, mein Notfallplan. Ich lasse ihn trotzdem aus, da die Rezeption am Campingplatz nur bis 22 Uhr besetzt ist und meine geschätzte Ankunftszeit laut Navi um 21:41 Uhr mit acht Prozent Restladung ist. Für eine Übernachtung im Auto ist es mir einfach zu kalt.

Reichweitenangst in Finnland

Nach einigen Kilometern in Finnland werde ich langsam nervös und mich befällt zum ersten Mal die Reichweitenangst. Ich habe nun seit mindestens einer Stunde kein anderes Auto mehr gesehen. Neben der E8, die parallel zur schwedischen Grenze verläuft, gibt es an dieser Stelle weder Bäume noch Sträucher oder Siedlungen. Hier ist absolut nichts mehr und draußen haben wir mittlerweile 0 Grad. Ich schalte die Klimaanlage mit Lüftung aus und stelle den Tempomat auf 80 km/h. Wird schon klappen!

Dann bin ich endlich in Norwegen, schon über dem 69. Breitengrad. Kurz vor dem Brennfjell-Campingplatz habe ich noch 41 Kilometer Restreichweite. Bei der Temperatur und den "Kapazitätsverlusten" der vergangenen Nächte habe ich Zweifel, dass ich es am nächsten Morgen noch zum Supercharger in Skibotn schaffe. Ich melde mich beim Campingplatz und erläutere dem Betreiber meine Situation am Telefon. Er verspricht mir, auf mich zu warten. Ich fahre also zum Tesla-Supercharger nach Skibotn durch und lade dort nur kurz bis auf 40 Prozent auf. Direkt neben dem Supercharger gibt es ein Café. Super, hier werde ich morgen früh während des Ladevorgangs frühstücken.

Ich checke am Campingplatz ein und bekomme den Schlüssel für meine kleine Hütte. Mittlerweile haben wir Minusgrade. In der Hütte befindet sich ein Holzofen, aber leider kein Holz. Der Betreiber des Campingplatzes ist noch da und versorgt mich entsprechend. Jetzt wird es langsam warm und gemütlich.

Ich stelle den Wecker auf 6:30 Uhr und kuschele mich in meinen alten Bundeswehrschlafsack. Die morgige Etappe ist eher entspannt, 356 Kilometer von Skibotn nach Skaidi. Durch die vielen Geschwindigkeitsbegrenzungen dauert es aber trotzdem ganz schön lange.

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paraglider 07. Nov 2019

...wollte mich nur für den Artikel bedanken! Toll geschrieben und informativ.

EFuchs 07. Nov 2019

Ich finde den Artiekel interessant. Allerdings sind zwei Sachen nicht wirklich gelungen...

LordSiesta 06. Nov 2019

Geldquelle (gibt ja Karten mit Grundgebühr) und Kundenbindung, das reicht doch als...

Cyrano0815 05. Nov 2019

Die Kameras selbst sind dabei nicht die primären Stromverbraucher, sondern der...

NeoChronos 05. Nov 2019

Wieso nicht? Wenn ich meine PKW abstelle ist der nach 1 Woche noch genauso voll wie...


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