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Tag 3: Ein Hinweisschild wäre nicht schlecht

Ich habe Ragnar am Vorabend mit einem Ladestand von 40 Prozent abgestellt. Nach dem Frühstück zeigt der Tesla nur noch 35 Prozent an. In den Tesla-Foren gibt es dazu verschiedene Tipps, beispielsweise den sogenannten Wächter-Modus (Sentry Mode) auszuschalten und die Tesla-App komplett zu schließen. Das werde ich heute einmal ausprobieren. Am nächsten Morgen stellt sich heraus, dass die Maßnahmen Wirkung gezeigt haben: Die "Phantomverluste" (auf Englisch: phantom drain) haben sich etwa halbiert.

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Gegen 9 Uhr starte ich in die nächste Etappe. Heute gilt es ein paar Kilometer zu machen, aber ich möchte auch etwas vom Land sehen. Genauer gesagt möchte ich bis nach Umeå kommen. Das ist 685 Kilometer von Arboga entfernt.

Ich lade am Supercharger in Arboga. Direkt daneben gibt es ein einfaches Hotel, das deutlich besser aussieht als meines - und ich hätte auch noch 40 Minuten Wartezeit gespart. Hier gibt es 14 Ladepunkte von Tesla (für rund 23 ct/kWh), zwei von Bee und einem weiteren Anbieter. Der Supercharger ist während der gesamten Reise der einzige, auf den ein Schild hinweist. Ansonsten muss man Ladepunkte immer suchen. Was sich, je nach Standort, unterschiedlich schwer oder leicht gestaltet.

Ladenetz sehr gut ausgebaut

Der nächste geplante Stopp ist der Supercharger in Sundsvall nach etwa 400 Kilometern. Das ist unter meinen selbst gewählten Randbedingungen nicht machbar. Ich entscheide mich für einen kurzen Boxenstopp am Supercharger in Gävle, das rund 200 Kilometer von Arboga entfernt an der Ostseeküste liegt. Insgesamt gibt es hier in Schweden sehr viele Ladesäulen und das Ladenetz erscheint mir sehr gut ausgebaut.

Von Gävle aus verläuft meine Fahrtroute fast 800 Kilometer an der Ostseeküste entlang. Man kommt dabei immer wieder an kleinen oder größeren Seen vorbei, manchmal sieht man auch direkt das Meer. Zum Großteil verläuft die Autobahn aber entweder zu weit weg von der Küste oder der Blick ist durch Wald "versperrt".

  • Die Routenplanung im Tesla-Navi mit Anzeige aller Supercharger entlang der Route. Die tatsächliche Route ging am Ende über Fehmarn/Puttgarden und die Öresund-Brücke nach Schweden. (Foto: Björn Schäfer)
  • Eine Schnellladestation von Fastned mit 175 kW in Hildesheim. (Foto: Björn Schäfer)
  • Der Tesla-Supercharger in Braak. (Foto: Björn Schäfer)
  • Überquerung der Storstrøms-Brücke in Dänemark zwischen Falster und Masnedø. (Foto: Björn Schäfer)
  • Ein "Ladepark" im schwedischen Löddeköpinge mit Ladestellen von Tesla, Eon und Bee.  Die bisher größte Ansammlung an Ladepunkten an einer Stelle, die ich persönlich gesehen habe. (Foto: Björn Schäfer)
  • Tesla-Supercharger in Ödeshög mit Abendessen und Campingkocher. (Foto: Björn Schäfer)
  • Auf dem Gelände eines Baustoffmarktes bei Hedesunda.(Foto: Björn Schäfer)
  • Dieser Ladepunkt in Birsta nur wenige Kilometer vom Tesla-Supercharger in Sundsval wird gerade von einem "vollgetankten" Hyndai Kona blockiert. (Foto: Björn Schäfer)
  • 11 kW AC Typ 2 Ladepunkte von Bee in Birsta. (Foto: Björn Schäfer)
  • 50kW DC Ladepunkt von Fortum direkt gegenüber dem Tesla-Supercharger in Örnsköldsvik. Hier ist Laden nur bis 80 Prozent des Akkustandes möglich. (Foto: Björn Schäfer)
  • Die Ladesäule der australischen Firma Tritium in Örnsköldsvik ist sehr mitteilungsbedürftig und blinkt andauernd. (Foto: Björn Schäfer)
  • Skisprungschanze in Örnsköldsvik, wo 1976 die allerersten Paralympischen Winterspiele stattfanden.  (Foto: Björn Schäfer)
  • Tesla-Supercharger in Skelleftea; die Raststätte hat leider so früh am Morgen noch zu. (Foto: Björn Schäfer)
  • Brücke über eine Nebenstrecke der E4 bei Gäddvik. (Foto: Björn Schäfer)
  • So stellt der deutsche Tourist eine typisch schwedische Landschaft vor. (Foto: Björn Schäfer)
  • Tesla Supercharger in Töre, nebenan ist eine OKQ8 Tankstelle. (Foto: Björn Schäfer)
  • Etwa 15 km vor Överkalix an der E10, hier bildet der Kalixälven-Fluss einen kleinen See. (Foto: Björn Schäfer)
  • Ladepunkt mit Schukdosteckdose vor dem Stora Coop in Gällivare. Hier muss man die Abfahrtszeit einstellen und kann die Ladezeit in 30-Minuten-Schritten setzen. Leider war laden mir mehr als 5 A nicht möglich. (Foto: Björn Schäfer)
  • Tesla-Supercharger in Puoltikasvaara in Schweden mit 2 Ladepunkten vor einer Bäckerei.  (Foto: Björn Schäfer)
  • Grenzübergang an der A8 zwischen Schweden und Finnland. Auf schwedischer Seite heißt der Ort Karesuando, auf finnischer Seite Kaaresuvanto. (Foto: Björn Schäfer)
  • Ich komme gegen 22 Uhr und mit weniger als 40 km Restreichweite am Tesla-Supercharger im norwegischen Skibotn an - das war knapp! (Foto: Björn Schäfer)
  • Blick auf den Fluss Ivgojohka hinter meiner Hütte auf dem Brennfjell-Campingplatz in Norwegen. (Foto: Björn Schäfer)
  • Brennfjell Campingplatz kurz vor Skibotn. Die Temperatur fiel nachts unter 0°C. Am Morgen war der Tesla komplett vereist. (Foto: Björn Schäfer)
  • Tesla Supercharger in Skibotn am frühen Morgen. Die Bäckerei nebenan ist leider nicht mehr im Betrieb - also gibt es schwedisches Müsli zum Frühstück. (Foto: Björn Schäfer)
  • Tesla Supercharger in Sorkjosen, nebenan ist das På Taket Kaffee. Von der Dachterrasse aus gibt es einen tollen Blick auf den kleinen Hafen. (Foto: Björn Schäfer)
  • Blick auf die kleine Bucht von Talvik in Norwegen. Dieser Ort erinnert mich an eine Mischung aus Neuseeland und Schottland. (Foto: Björn Schäfer)
  • 50kW-DC-Ladesäulen von Fortum im nordnorwegischen Alta. (Foto: Björn Schäfer)
  • Diesmal kommt der Gaskocher nur für den Kaffee und während der Lektüre der Tesla- Story zum Einsatz. (Foto: Björn Schäfer)
  • Etwa 20 km außerhalb von Alta in Norwegen an der E6, der kleine Fluss mündet einige Kilometer weiter in den Leirbotnvannetsee.(Foto: Björn Schäfer)
  • Etwa 35 km außerhalb von Alta in Norwegen an der E6, die Straße geht nur scheinbar "unendlich" geradeaus. (Foto: Björn Schäfer)
  • Repparfjordfluss bei Aisaroaivi in Norwegen. Gegenüber steht mitten im Nirgendwo eine kleine Kirche. (Foto: Björn Schäfer)
  • Etwa 20 km vor Skaidi an der E6: der "gefühlt" erste Wegweiser auf mein Ziel Hammerfest. Kirkenes ist nochmals über 400 km weiter und liegt im Dreiländereck Norwegen, Finnland Russland. (Foto: Björn Schäfer)
  • Drei Typ-2-Ladepunkte hinter dem Skaidi -Hotel. Für Hotelgäste kostenfrei, für "Durchreisende" umgerechnet 10 Euro pro Ladevorgang. (Foto: Björn Schäfer)
  • Der Flughafen Hammerfest (HFT) wird von Skandinavian Airlines und Wideroes Flyveselskap angeflogen und dient im wesentlichen der Versorgung der Öl- und Gasplattformen in der Barentssee. (Foto: Björn Schäfer)
  • Blick auf Hammerfest von einem Hügel in der Nähe des Flughafens. Die Insel Melköya mit einer großen Gasraffinerie befindet sich leicht rechts außerhalb des Bildes. (Foto: Björn Schäfer)
  • Der AC-Ladepunkt am Flughafen Hammerfest ist kostenlos, der Parkplatz aber kostenpflichtig. (Foto: Björn Schäfer)
  • Blick Richtung Norden im Hafen von Hammerfest auf einer Art vorgelagertem Deich. (Foto: Björn Schäfer)
  • Blick auf die Kvalsund-Brücke von der Insel Kvaloya; auf der anderen Seite ist das Festland. (Foto: Björn Schäfer)
  • Der Repparfjord-Fluss auf dem Rückweg nach Hause, etwa 12 km südlich von Skaidi an der E6. (Foto: Björn Schäfer)
  • Auf der E6 kurz hinter Storsandness mit Blick auf den Langfjord. (Foto: Björn Schäfer)
  • Ein AC-Ladepunkt von Fortum in Kaaresuvanto. Nachdem der Ladepunkt im Winter nach der Schneeräumung mehrfach defekt oder unbenutzbar war, wurde er mit einer kleinen Hütte geschützt. (Foto: Björn Schäfer)
  • Etwas abseits der E45 im Wald mit Blick auf den Mertajärvi-See in Lappland, im Hintergrund erkennt man den kleinen Ort Närvä. (Foto: Björn Schäfer)
  • Frühstück mit Kanelbulle (Zimtschnecke) in der Bäckerei neben dem Supercharger in Puoltikasvaara. (Foto: Björn Schäfer)
  • Die E45 führt am Torneträsk-Soppero-Naturreservat vorbei. (Foto: Björn Schäfer)
  • Blick aus dem Fenster meiner Unterkunft in Söråker. Diesen Ort im Dunkeln und bei Nebel zu finden, war eine echte Herausforderung. (Foto: Björn Schäfer)
  • Tesla-Supercharger in Uppsalla hinter einem Restaurant. Das Model S im Vordergrund gehört zu einem örtlichen Taxiunternehmen. (Foto: Björn Schäfer)
  • Tesla-Supercharger in Lagan neben dem Toftaholm Herrgard Hotel.  Sehr idyllisch etwas abseits der Strecke an der E4 gelegen. (Foto: Björn Schäfer)
  • Alternativer Ladepunkt von Eon neben dem Tesla-Supercharger in Slagelse (Dänemark). (Foto: Björn Schäfer)
  • Tesla-Supercharger in Slagelse. Leider muss man an diesem Standort - wie an den allermeisten Tesla Superchargern - rückwärts ranfahren; mit Fahrradanhänger bedeutet das, alles abzuladen und nach dem Ladevorgang wieder "aufzusatteln".  (Foto: Björn Schäfer)
  • Die Ladekurve des Model 3 an einer HPC-Ladesäule. (Grafik: Björn Schäfer)
Brücke über eine Nebenstrecke der E4 bei Gäddvik. (Foto: Björn Schäfer)

In Sundsvall nehme ich mir etwas Zeit, mache ein paar Fotos und erkunde die Gegend zu Fuß. Einige Firmen haben auf ihren Parkplätzen Ladepunkte für Kunden oder Mitarbeiter. In der Regel sind das kleine abschließbare Aluboxen von der Größe eines Schuhkartons. Ich finde eine Box, die nicht verschlossen ist. Hier kann man mit maximal 10 Ampere an einer Schuko-Steckdose laden. Das reicht vermutlich, um in acht Stunden die notwendige Reichweite für den täglichen Arbeitsweg zu tanken.

Irgendwann komme ich durch Örnsköldsvik und entdecke direkt an der Strecke eine Skisprungschanze. Auf der Suche nach einem Parkplatz finde ich den örtlichen Tesla-Supercharger eher durch Zufall. Direkt daneben gibt es einen 50-kW-DC-Lader von Fortum. Hier probiere ich zum ersten Mal mein Fortum-RFID-Tag aus. Es klappt alles auf Anhieb. Die Tesla-App benachrichtigt mich später, dass der Ladevorgang bei 80 Prozent von der Säule abgebrochen wurde. Später sehe ich, dass das Laden an dieser Säule auf 80 Prozent begrenzt ist, um den Ladepunkt schnell wieder frei zu machen. Also alles in Ordnung.

Jeder Parkplatz mit Ladestelle

Während der Tesla lädt, sehe ich mir die Umgebung an und mache einen kurzen Spaziergang. An einem Mehrfamilienhaus in der Nähe gibt es Ladestellen für jeden der 20 Parkplätze. Dies scheint eine zu Sundsvall identische Konstruktion zu sein. In der nächsten halben Stunde sehe ich sie noch mehrfach. Das wäre auch eine Lösung für Deutschland, denke ich. Denn über Nacht bekommt man so genug Reichweite für die meisten Nutzungsszenarien und es bedarf keiner riesigen Investition in den Ausbau von Netzen oder Ladeinfrastruktur.

Gegen 21 Uhr komme ich in der 130.000-Einwohner-Stadt Umeå an und will nur noch einchecken und ins Bett. Der Tag endet in einem Lokal in der Nähe, bei einem Sofiero, einem schwedischen Bier.

In der Nähe und entlang meiner Route, an der Autobahn E14, befindet sich Schwedens zweitgrößtes Wasserkraftwerk Stornorrfors. Es hat eine Leistung von 600 Megawatt (MW) und kann im Sommer besichtigt werden. Ich nehme mir vor, es auf der Rückfahrt anzusehen. Doch zunächst geht es über 841 Kilometer von Umeå nach Skibotn. Auf dieser Etappe passiert mir der erste echte Fehler bei der Planung.

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paraglider 07. Nov 2019

...wollte mich nur für den Artikel bedanken! Toll geschrieben und informativ.

EFuchs 07. Nov 2019

Ich finde den Artiekel interessant. Allerdings sind zwei Sachen nicht wirklich gelungen...

LordSiesta 06. Nov 2019

Geldquelle (gibt ja Karten mit Grundgebühr) und Kundenbindung, das reicht doch als...

Cyrano0815 05. Nov 2019

Die Kameras selbst sind dabei nicht die primären Stromverbraucher, sondern der...

NeoChronos 05. Nov 2019

Wieso nicht? Wenn ich meine PKW abstelle ist der nach 1 Woche noch genauso voll wie...


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