Tesla: Rodungen für Gigafactory Grünheide doch wieder gestoppt

Hin und Hin um die Rodungen für die Tesla-Fabrik in Grünheide: Eine gerichtliche Erlaubnis ist am selben Tag wieder einkassiert worden.

Artikel veröffentlicht am ,
Der Kiefernforst bei Grünheide darf weiter gerodet werden.
Der Kiefernforst bei Grünheide darf weiter gerodet werden. (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)

Der US-Elektroautobauer Tesla darf auf seiner Baustelle in Grünheide bei Berlin weiter den Wald roden. Das entschied das Verwaltungsgericht Frankfurt (Oder) am Donnerstag laut Pressemitteilung. Das Gericht lehnte damit einen Eilantrag der Umweltverbände Nabu und Grüne Liga für einen vorläufigen Rodungsstopp ab (VG 5 L 602/20).

Stellenmarkt
  1. PLC Softwareentwickler (m/w/div.)
    DMG MORI Ultrasonic Lasertec GmbH, Pfronten
  2. Software Engineer (m/w/d) Schnittstellenoptimierung von HCM-Anwendungen
    Hannover Rück SE, Hannover
Detailsuche

Dem Gericht zufolge ist die vom brandenburgischen Landesamt für Umwelt erteilte Genehmigung des vorzeitigen Beginns rechtmäßig. "Die Abwägung der naturschutzrechtlichen Belange durch das Landesamt für Umwelt sei nicht zu beanstanden", hieß es weiter. Entgegen der Auffassung der Naturschutzverbände sei nicht davon auszugehen gewesen, dass die Entscheidung gegen die im "Bundesnaturschutzgesetz normierten Zugriffsverbote auf die streng geschützten Tierarten Zauneidechse und Schlingnatter verstößt".

Dem Beschluss zufolge liegt die Hauptpopulation beider Arten außerhalb des Vorhabengebiets. Es seien zudem ausreichende Vorkehrungen zum Schutz der Zauneidechsen und Schlingnattern getroffen worden. Mit Blick auf den Vorwurf der Verbände, wonach sich bei einer Ablehnung der Baugenehmigung der frühere Zustand des Geländes nach den Rodungen nicht wieder herstellen lasse, sagte das Gericht, "dass es sich nicht um die Beseitigung eines über lange Zeit gewachsenen Naturwaldes handelt, sondern um die Beseitigung eines Wirtschaftswaldes, der zudem bauplanungsrechtlich als Industriegebiet ausgewiesen ist".

Erst am Dienstag hatte das Gericht die vorläufige Genehmigung für die Rodung im Eilverfahren vorerst gestoppt. Nun folgte die endgültige Entscheidung.

Golem Akademie
  1. IT-Fachseminare der Golem Akademie
    Live-Workshops zu Schlüsselqualifikationen
  2. 1:1-Videocoaching mit Golem Shifoo
    Berufliche Herausforderungen meistern
  3. Online-Sprachkurse mit Golem & Gymglish
    Kurze Lektionen, die funktionieren
Weitere IT-Trainings

Der Eilantrag der Umweltverbände richtete sich gegen die vorzeitige Zulassung der Rodung von 82,9 Hektar Wald auf dem vorgesehenen Grundstück in Grünheide bei Berlin. Das Landesamt für Umwelt hatte einen vorzeitigen Baubeginn nach Paragraf 8a des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchG) zugelassen. Die Rodung diene der "Errichtung von Leitungssystemen und Lagerflächen auf dem Tesla-Betriebsgelände in Grünheide/Mark".

Da noch keine offizielle Baugenehmigung vorliegt, erfolgt der Bau bisher auf Grundlage vorläufiger Zulassungen. Wie schon bei der Rodung der bisherigen Flächen sind mit der neuen Zulassung "umfangreiche Auflagen zum Natur- und Artenschutz" sowie "Anforderungen zur Ersatzaufforstung und waldverbessernde Maßnahmen" verbunden.

Nachtrag vom 10. Dezember 2020, 12:17 Uhr

Wir haben die Begründung des Gerichts im zweiten und dritten Absatz ergänzt.

Nachtrag vom 10. Dezember 2020, 15:38 Uhr

Der Nabu und die Grüne Liga reichten noch am Donnerstag vor dem Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg (OVG) Beschwerde gegen die Entscheidung des Verwaltungsgerichts ein. Die Beschwerde sei beim Gericht eingegangen, sagte OVG-Sprecherin Christiane Scheerhorn der Nachrichtenagentur dpa.

Nachtrag vom 10. Dezember 2020, 16:59 Uhr

Das OVG Berlin-Brandenburg entschied nach dpa-Angaben noch am Donnerstag, dass Tesla die Rodungen vorläufig wieder stoppen muss. Ähnlich hatte das Gericht im Frühjahr entschieden, um die ersten Rodungen für Fabrik dann doch noch zuzulassen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Victorian Big Battery
Tesla-Speicher brannte vier Tage lang

Viel Aufwand war nötig, um das brennende Akku-Modul zu löschen.

Victorian Big Battery: Tesla-Speicher brannte vier Tage lang
Artikel
  1. Windows 365: Der mietbare Cloud-PC mit Windows kann bestellt werden
    Windows 365
    Der mietbare Cloud-PC mit Windows kann bestellt werden

    Microsoft startet mit Windows 365 und gibt Preise für den Cloud-PC bekannt. Die VMs sollen wie physische Windows-PCs funktionieren.

  2. Android: Googles Tensor-SoC ist eine halbe Mogelpackung
    Android
    Googles Tensor-SoC ist eine halbe Mogelpackung

    Für seinen ersten eigenen Smartphone-Chip liefert Google ausschließlich Erwartbares und dämpft damit sämtliche Hoffnungen an besseren Support und gute Linux-Treiber.
    Ein IMHO von Sebastian Grüner

  3. Apple-Tastatur: Magic Keyboard mit Touch ID jetzt ohne iMac erhältlich
    Apple-Tastatur
    Magic Keyboard mit Touch ID jetzt ohne iMac erhältlich

    Apple verkauft das Magic Keyboard mit Fingerabdruckscanner Touch ID nun auch einzeln - mit und ohne Ziffernblock.

AllDayPiano 11. Dez 2020

Mal eben schnell nicht, aber die Tatsache, dass der Käfer inzwischen Kiefer und Douglasie...

FreiGeistler 11. Dez 2020

Allerdings scheint es da verschiedene Modelle zu geben. Ich (CH) kenne es nur so, dass...

Mailerdeamon 11. Dez 2020

Nach der Definition habe ich einen Wald auf meinem Grundstück und praktisch jeder Park...



Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Schnäppchen • Speicherwoche bei Saturn Samsung • C27RG54FQU, 27 Zoll, curved 203,55€ • Bosch Professional Werkzeuge und Messtechnik • Samsung Galaxy Vorbesteller-Aktion • Speicherwoche bei Media Markt • 15% auf Xiaomi-Technik • Hisense UHD-Fernseher • Saturn: 1 Produkt zahlen, 2 erhalten [Werbung]
    •  /