Wasserproblematik im Mittelpunkt

Grundsätzlich neue Einwände gegen die Fabrik wurden in der achttägigen Anhörung nicht bekannt. Zentrale Kritikpunkte betreffen weiterhin die Wasser- und Verkehrsproblematik sowie die generelle Kritik an dem beschleunigten Genehmigungsverfahren und der überraschenden Standortauswahl. Tesla-Vertreter Alexander Riederer begründete den ambitionierten Zeitplan in der Anhörung mit dem Klimaschutz. Je schneller Verbrennerfahrzeuge durch Elektroautos ersetzt würden, umso besser. Daher hat Tesla seit Februar 2020 schon den Wald gerodet und mit dem Bau der Fabrik in dem Wasserschutzgebiet begonnen.

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Doch das waren nicht die einzigen Themengebiete. Dem Brandenburger Umweltministerium zufolge ging es darüber hinaus um Bodenschutz, Immissionsschutz, Raumordnungsrecht, Baurecht, Arbeitsschutz, Natur- und Landschaftsschutz, Forstrecht, Klima und Umweltverträglichkeitsprüfung. Von den 414 Personen und Verbänden, die Einwendungen eingereicht hatten, kamen demnach täglich zwischen 30 und 120 Einwender in die Stadthalle Erkner.

Nicht alle gegen die Fabrik

Nicht alle Anwesenden sind dabei grundsätzlich gegen den Bau der Fabrik. Thomas Lilienthal von der angrenzenden Gemeinde Rüdersdorf sagte laut Reuters: "Wir sind nicht gegen die Fabrik, wir wollen nur ausschließen, dass Umweltschäden entstehen."

Dabei muss sich Tesla allerdings auch an den vollmundigen Aussagen von Firmenchef Elon Musk messen lassen. Dieser hatte bei seinem ersten Besuch des Baugeländes gesagt, die Lackieranlage werde die "fortschrittlichste Lackiererei von allen Autofabriken der Welt". Der Rechtsanwalt Thorsten Deppner, der in der Anhörung das Landesbüro der anerkannten Naturschutzverbände vertrat, sagte mit Verweis auf die Antragsunterlagen, dass es Tesla nicht einmal schaffe, den "derzeitigen Stand der Technik" einzuhalten. Das betreffe den Wasserverbrauch und die Emission von Lösungsmitteln.

Geschlossener Wasserkreislauf möglich

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Der Sprecher der Bürgerinitiative Grünheide, Steffen Schorcht, verwies laut dpa in diesem Zusammenhang auf andere Autofabriken, die über einen geschlossenen Wasserkreislauf verfügten, beispielsweise von Audi in Mexiko. Tesla liege hingegen beim Wasserbedarf pro Fahrzeug auf dem Niveau der Autobauer mit dem höchsten Verbrauch. Tesla habe einen geschlossenen Wasserkreislauf hingegen abgelehnt und dies mit höherem Energieverbrauch begründet.

Für die Genehmigung der Fabrik spielt es aber am Ende keine Rolle, ob Tesla wirklich die Versprechungen von Elon Musk erfüllt. Entscheidend ist lediglich, ob alle Voraussetzungen erfüllt werden. Angesichts des großen Baufortschritts verfügen die Behörden zumindest über einen gewissen Hebel, um von Tesla weitere Zugeständnisse zu verlangen. Das Unternehmen hält schließlich weiterhin an den Plänen fest, im Sommer 2021 die ersten Elektroautos vom Typ Model Y vom Band rollen zu lassen.

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Baufortschritt seit Januar 2020

  • Im Januar 2020 stand auf dem Gelände an der A10 noch ein Kiefernwald. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Links im Hintergrund ist das Güterverkehrszentrum (GVZ) Freienbrink zu erkennen. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Vor der Rodung mussten zunächst Munitionsreste aus dem Zweiten Weltkrieg beseitigt werden. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Der Wald galt als erntereifer Kiefernforst. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Eine Bahnstrecke führt durch das Tesla-Gelände zu dem Güterverkehrszentrum. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Die Fabrik entsteht auf der Karte links unten zwischen Autobahn, Bahnstrecke und Güterverkehrszentrum. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
  • Die Abkürzungen bedeuten: PT: Lackiererei, ST: Presswerk, CA: Gießerei, PL: Kunststofffertigung, BIW: Karosserierohbau, DU: Antriebsfertigung, GA: Endmontage, MP: Batteriefertigung, SE: Sitzefertigung, SU: Support (Grafik: Tesla)
  • Ende März 2020 war der Kiefernwald bereits komplett gerodet. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Obwohl die endgültige Genehmigung noch aussteht, darf Tesla auf Basis von Vorabgenehmigungen mit dem Bau beginnen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Von Osten aus lässt sich die Ausdehnung des Geländes gut erkennen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Die Fabrik liegt verkehrsgünstig direkt an einer Ausfahrt der A 10. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Im August 2020 hat Tesla bereits mit dem Bau der ersten Fabrikgebäude begonnen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Mehrere Straßen durchziehen das Gelände. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Der Bau einer Fabrikhalle im nordwestlichen Teil ist im August am weitesten fortgeschritten. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Auch im östlichen Teil wird eine Halle hochgezogen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Mehrere Baustellenzufahrten sind eingerichtet worden. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Über die Bahnlinie wird unter anderem Kies angeliefert.
  • Mit Hilfe von vorgefertigten Betonteilen lässt sich ein schneller Baufortschritt erzielen. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • Im Jahr 2021 sollen die ersten Elektroautos in der Gigafabrik produziert werden. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
Im Januar 2020 stand auf dem Gelände an der A10 noch ein Kiefernwald. (Foto: Martin Wolf/Golem.de)
 Tesla-Fabrik: Nach der Anhörung ist vor der Entscheidung
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