Tesla-Fabrik Grünheide: Neuer Bahnhof bedeutet Aus für den Giga-Train
Nach monatelangen Arbeiten soll am 15. August 2026 der neue Bahnhof in Fangschleuse in unmittelbarer Nähe zum Tesla-Werk in Grünheide eröffnet werden. Dann würden "die Züge der Linie RE1 in beiden Richtungen an der neuen Verkehrsstation in Fangschleuse halten", sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn der Nachrichtenagentur dpa. Täglich würden 16.000 Reisende erwartet. Der bisherige Giga-Train der Niederbarnimer Eisenbahn (NEB) wird hingegen eingestellt.
Im neuen Bahnhof können dem Sprecher zufolge auch längere, achtteilige Züge mit deutlich mehr Sitzplätzen halten. Zunächst wird der RE1 einmal pro Stunde und Fahrtrichtung in Fangschleuse halten. Vom 25. August 2026 an soll Fangschleuse dann zweimal pro Stunde bedient werden. Der neue Bahnhof befindet sich in unmittelbarer Nähe der Autobahn 10 am nordwestlichen Ende des Fabrikgeländes. Der frühere Bahnhof lag etwa zwei Kilometer weiter östlich.
Bislang konnten Tesla-Beschäftigte vom Bahnhof Erkner mit einem Shuttle-Zug bis zum Werk fahren. Doch diese Verbindung wird jetzt eingestellt. Einem Bericht der Märkischen Oderzeitung(öffnet im neuen Fenster) (Paywall) zufolge entsteht neben dem neuen Bahnhof Fangschleuse eine eigene Tesla-Busstation, von der Shuttlebusse ohne Umwege zur Gigafactory fahren.
Durch die neue Bus- und Bahnstation und die direktere Routenführung entlang der Autobahn 10 verkürze sich der tägliche Arbeitsweg um bis zu 30 Minuten, schreibt die Zeitung unter Berufung auf einen Tesla-Sprecher. Das Unternehmen finanziert demnach Teile einer provisorischen Geh- und Radwegverbindung, die den Bahnhof zur Eröffnung mit dem bestehenden Tesla-Radweg verbindet. Zudem wolle Tesla am Bahnhof auch ein Servicegebäude betreiben, den sogenannten Giga-Späti.
Arbeiten für Güterverkehr laufen weiter
Unterdessen werden die Bauarbeiten am Bahnhof für den Güterverkehr weitergeführt. "Durch diese entstehen unter anderem Überholmöglichkeiten für Güterzüge." Außerdem werden sie für Ein- und Ausfahrten in das Gewerbegebiet Freienbrink genutzt, erklärte der Sprecher. In diesem Gewerbegebiet befindet sich auch die Tesla-Fabrik. "Denn durch die Entwicklungen an diesem Industriestandort erhöht sich zukünftig der Güterverkehr", sagte der Sprecher weiter. So könnten laut Sprecher bald bis zu 2.400 Lkw-Fahrten täglich von der Straße auf die Schiene verlagert werden.
Das Unternehmen kündigte zuletzt an, die Produktion angesichts der gestiegenen Nachfrage deutlich auszuweiten. Insgesamt sollen 3.500 neue Arbeitsplätze entstehen. Im Oktober 2026 solle damit begonnen werden, das Produktionsvolumen um ein weiteres Fünftel auf 7.500 Fahrzeuge pro Woche hochzufahren.
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