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Tesla: Ex-Manager von Teslas Robotaxis berichtet von gefährlichen Bedingungen

Nach Angaben des ehemaligen Managers von Teslas Robotaxis in Houston war er für zu viele Fahrzeuge verantwortlich – und gefährlich überarbeitet.
/ Tobias Költzsch
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Ein Robotaxi von Tesla (Bild: Reuters)
Ein Robotaxi von Tesla Bild: Reuters

In einem Gerichtsverfahren um seine Kündigung hat der ehemalige Tesla-Manager Javier Medrano von den Arbeitsbedingungen beim Robotaxi-Dienst in Houston berichtet. Medrano berichtet von Überarbeitung und zu viel Verantwortung, die zu Fehlern geführt hätten.

Der Manager war verantwortlich für Teslas erste FSD-Robotaxi-Flotte in der texanischen Großstadt. Ihm zufolge war die Operation so unterbesetzt, dass die Fahrzeuge "fahrende Gefahren auf öffentlichen Straßen" gewesen seien, wie Electrek(öffnet im neuen Fenster) berichtet.

Medrano war eigenen Angaben zufolge als einziger Manager verantwortlich für 38 Fahrzeuge, wovon jedes einen Operator hatte. Zunächst waren es Mitte 2024 nur 15, dann hatte Tesla die Anzahl aber mehr als verdoppelt – ohne Medrano weitere leitende Mitarbeiter zur Verfügung zu stellen, wie er erklärt. Dabei habe Tesla selbst das Verhältnis von 15 Operatoren auf einen Manager als Sicherheitsbasis ausgerufen.

Ein Manager war verantwortlich für 38 Fahrzeuge

Zu Medranos Aufgaben gehörten die Sichtung und Auswertung von Kameraaufnahmen, wöchentliche Einsatzfahrten und die Untersuchung von Zwischenfällen. Dabei arbeitete er pro Woche in drei 24-Stunden-Schichten. Durch die Arbeitsbelastung sei es zu einem "Zusammenbruch der Sicherheitsaufsicht" und "extremer Erschöpfung" gekommen.

Am 30. März 2025 um 2 Uhr nachts erfasste eines von Teslas autonom fahrenden Robotaxis einen Fußgänger. Medrano bekam einen Notfallanruf, war aber offenbar so müde, dass er sich eigenen Angaben zufolge im Nachgang nicht mehr an das Gespräch erinnert. In dem Anruf hatte der Manager unsichere Empfehlungen an den Operator gegeben.

Ob der Zwischenfall direkt etwas mit Medranos Entlassung am 1. Mai 2025 zu tun hat, ist unklar. Tesla warf ihm vor, Aufgaben nicht zu delegieren. Wenige Tage später hätte Medrano einen Aktienbonus erhalten sollen, der gestrichen wurde. Der Manager klagt auf Wiedereinstellung und rückwirkende Gehaltszahlungen sowie Schmerzensgeld. Nach Medranos Entlassung wurde die Stelle neu besetzt: Sein Nachfolger bekam zwei Assistenten.

Der Golem-Blick

Die Sicht auf den Fall ist einseitig, da Tesla sich wie gewohnt nicht geäußert hat. Die Schilderungen des Managers müssen entsprechend bewertet werden. Bei derartigen Gerichtsverfahren ist es nicht ungewöhnlich, dass sich ehemalige Mitarbeiter negativ über ihren vorigen Arbeitgeber äußern.

Angesichts der bisherigen Vorgehensweise Teslas bei seinem Robotaxi-Projekt erscheinen Medranos Schilderungen aber nicht unplausibel. Elon Musk scheint recht krampfhaft zu versuchen, seinen Robotaxi-Dienst als Konkurrenten von Waymo zu etablieren, ohne dabei viel riskieren zu wollen. Dass dabei an Personal gespart wird, ist zumindest denkbar.


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