Keine Datenbasis

Als Begründung für Überwachung wird also das Vorurteil vom Gamer als antisozialem Nerd genutzt. Die Wissenschaft widerspricht diesem Bild seit vielen Jahren vehement. Computerspiele machen weder gewalttätig noch fördern sie antisoziales Verhalten. Für sehr viele Spiele heutzutage ist soziale Interaktion sogar notwendig, da sie online in größeren Gruppen gespielt werden.

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Ob die These überhaupt stimmt, dass Terroristen verstärkt auf Gamesplattformen ausweichen, kann die Analyse nicht sagen. "Es ist nach wie vor schwierig, das genaue Ausmaß der Präsenz von Terroristen und gewalttätigen Extremisten zu bestimmen", heißt es in dem Papier. Dazu seien weitere Untersuchungen notwendig.

Ähnlich sieht es bei dem zweiten Thema aus, der Geldwäsche. Die wachsenden Spielerzahlen und die "immer stärkere Verbindung zur Realwirtschaft" machten die Dienste anfällig dafür, schreibt de Kerchove. In Spielen genutzte Währungen und Güter könnten schnell und nahezu unsichtbar über Grenzen hinweg transferiert werden. Auch dabei seien Gamingdienste "nach wie vor eine relativ unbeaufsichtigte und in einigen Aspekten unregulierte Branche". "Beliebte Spiele wie Fortnite, Call of Duty, Counter-Strike und Overwatch sind ideale Ziele für Geldwäsche." Entsprechende Beispiele gibt es tatsächlich: So entdeckten Sicherheitsanalysten von Sixgill 2019 ein Modell, für das Fortnite zur Geldwäsche genutzt wurde.

Doch auch das ist nicht so einfach. Immer dann, wenn die digitalen Währungen und Güter in reale Währungen getauscht werden, fallen Transaktionen in größerem Stil schnell auf. Die Hersteller der Games sind selbst sehr daran interessiert, den Handel zu kontrollieren, weil Transaktionen an ihnen vorbei ihren Gewinn schmälern. Die Handelsplattform Ebay beispielsweise wird längst daraufhin überwacht, ob dort Händler von Spielwährungen viele Verkäufe tätigen.

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Es sind also vor allem die theoretischen Möglichkeiten, die Tatsache, dass auf Gamesplattformen sehr viele oft junge Menschen aktiv sind, die den Antiterrorkoordinator der EU zu seinem Bericht veranlasst haben. Nicht so sehr tatsächliche Gefahren.

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 Terrorismus: Gamer unter Terrorverdacht
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