Abo
  • Services:
Anzeige
Facebook-COO Sheryl Sandberg
Facebook-COO Sheryl Sandberg (Bild: Justin Sullivan/Getty Images)

Terrorbekämpfung: Ohne die Techies geht es nicht

Facebook-COO Sheryl Sandberg
Facebook-COO Sheryl Sandberg (Bild: Justin Sullivan/Getty Images)

Die US-Regierung lädt zu einem Treffen mit ranghohen Managern aus dem Silicon Valley. Auf der Agenda: Wie die großen Technikfirmen bei der Terrorbekämpfung helfen können.

Von solch prominenten Gästen träumen selbst die Veranstalter der größten Technikkonferenzen: Am vergangenen Freitag trafen sich Apples CEO Tim Cook, Youtubes Susan Wojcicki und Facebooks Sheryl Sandberg, sowie ranghohe Manager von Microsoft, Intel und Dropbox an einem geheimen Ort im Silicon Valley. Geladen hatte die US-Regierung und auf ihrer Seite des Tisches saßen unter anderem FBI-Direktor James Comey, Geheimdienstdirektor James Clapper sowie der Stabschef des Weißen Hauses, Denis McDonough.

Anzeige

Treffen zwischen Vertretern der Technikbranche und des Weißen Hauses gibt es immer mal wieder, aber in diesem Fall war der Anlass die Bedrohung durch den Terrorismus. In der vorab veröffentlichten Agenda ging es um die Frage, "wie wir es Terroristen erschweren können, das Internet für ihre Zwecke zu missbrauchen". Genauer: Wie man Inhalte erstellen kann, um die Terrormiliz IS zu untergraben und wie sich Technologie nutzen lässt, um "die Pfade zur Radikalisierung zu unterbrechen". Geklärt werden sollte, ob und wie die Unternehmen aus dem Silicon Valley bei der Terrorismusbekämpfung eine aktivere Rolle als bisher einnehmen können.

Das Treffen ist nicht nur wegen seiner ranghohen Teilnehmer bemerkenswert. Es ist ein kleines Eingeständnis der US-Regierung, im Kampf gegen den Terrorismus im Internet nicht mehr nur auf die eigenen Ressourcen setzen zu können oder zu wollen. Es bedeutet eine Annäherung von Geheimdiensten und Technikunternehmen, deren Verhältnis sich in den vergangenen beiden Jahren verschlechtert hatte: Erst vor kurzem etwa wurden von der NSA eingeschleuste Hintertüren in der Router-Software von Juniper Networks entdeckt - nur ein Beispiel dafür, wie die Geheimdienste bekannte Unternehmen unterwandern.

"Ich war angenehm überrascht vom Ton der Diskussion", zitiert der Guardian den Chef von Intel Security, Michael Young. Auch andere, nicht namentlich genannte Teilnehmer sollen sich positiv geäußert haben. Vonseiten der US-Regierung hieß es, viele Technikunternehmen werden "von patriotischen Amerikanern geleitet", die durchaus bereit seien, mit den Behörden zu kooperieren. In einer Pressemitteilung gab Facebook bekannt, man sei "vereint in der Absicht, Terroristen und ihre Propaganda aus dem Internet fernzuhalten".

Lässt sich Radikalisierung messen?

Ein Teil der Diskussion beschäftigte sich folglich mit der Frage, wie soziale Netzwerke mit der Mobilisierung und Radikalisierung auf ihrer Plattform umgehen. In Auszügen der Agenda, die das Portal The Intercept veröffentlichte, ist die Rede von Technologien, die "den Grad der Radikalisierung" messen und es somit erleichtern, entsprechende Gegenmaßnahmen einzuleiten. Gleichzeitig heißt es, eine solche Praxis müsse mit dem Grundrecht der Meinungsfreiheit und der Privatsphäre der Nutzer vereinbar sein.

Dienste wie Facebook und Twitter verbieten bereits die Verbreitung von Propaganda, allerdings bleiben die Meldemechanismen häufig unwirksam. Und um an bestimmte Nutzerdaten wie etwa die IP- oder E-Mail-Adresse zu gelangen, benötigen die Ermittler einen richterlichen Beschluss, was zwar nicht allzu schwierig ist, aber Verwaltungsarbeit bedeutet. Die US-Regierung wünscht sich deshalb ein System, das auffällige Nutzer leichter erkennt und seine Funde an die jeweiligen Behörden meldet. Die Idee ist nicht gänzlich abwegig; erst vor wenigen Tagen stellten Informatiker der Universität von Pennsylvania einen Algorithmus vor, der bestimmte Nutzer in sozialen Netzwerken überwacht und gleichzeitig, und das ist die Crux, andere von der Überwachung ausschließt.

Die Vorschläge sind theoretischer Natur, aber das macht sie nicht weniger interessant. So scheinen die Behörden zu versuchen, die Technikunternehmen im Dienste der Terrorabwehr nicht mehr juristisch zu umgehen, sondern sie für ein gemeinsames Ziel zu gewinnen und gegebenenfalls autonom agieren zu lassen: In einem vorab an die Unternehmensvertreter verschickten Briefing wird die Frage gestellt, ob ein automatisiertes Meldesystem leichter zu realisieren sei, wenn es "eindeutig unabhängig vom Einfluss der Regierung" ist.

IS-Gegenpropaganda auf Facebook 

eye home zur Startseite
Kleine Schildkröte 14. Jan 2016

Dank Snowden werden wir nicht mehr über Treffen belogen sondern nur noch über den Inhalt...

plutoniumsulfat 13. Jan 2016

Klar haben sie diese. So wissen die genau, wo die Waffen den meisten Profit liefern...

karl123 13. Jan 2016

Schön geschrieben, dankeschön!

BenjaminWagner 13. Jan 2016

Wo denkst Du denn hin?! Natürlich nur zur Terrorbekämpfung, für die größten Terroristen...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. über Ratbacher GmbH, München
  2. über JobLeads GmbH, München
  3. über JobLeads GmbH, Stuttgart
  4. Robert Bosch GmbH, Leonberg


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 14,99€
  2. 11,99€
  3. 4,99€

Folgen Sie uns
       


  1. Hardlight VR Suit

    Vibrations-Weste soll VR-Erlebnis realistischer machen

  2. Autonomes Fahren

    Der Truck lernt beim Fahren

  3. Selektorenaffäre

    BND soll ausländische Journalisten ausspioniert haben

  4. Kursanstieg

    Bitcoin auf neuem Rekordhoch

  5. Google-Steuer

    Widerstand gegen Leistungsschutzrecht auf EU-Ebene

  6. Linux-Kernel

    Torvalds droht mit Nicht-Aufnahme von Treibercode

  7. Airbus A320

    In Flugzeugen wird der Platz selbst für kleine Laptops knapp

  8. Urheberrecht

    Marketplace-Händler wegen Bildern von Amazon bestraft

  9. V8 Turbofan

    Neuer Javascript-Compiler für Chrome kommt im März

  10. Motion Control

    Kamerafahrten für die perfekte Illusion



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Galaxy-A-Serie vs. P8 Lite (2017): Samsungs und Huaweis Kampf um die Mittelklasse
Galaxy-A-Serie vs. P8 Lite (2017)
Samsungs und Huaweis Kampf um die Mittelklasse
  1. Wettbewerbsverstoß Google soll Tizen behindert haben
  2. Strafverfahren De-facto-Chef von Samsung wegen Korruption verhaftet
  3. Samsung Preisliches Niveau der QLED-Fernseher in der Nähe der OLEDs

Fire TV Stick 2 mit Alexa im Hands on: Amazons attraktiver Einstieg in die Streaming-Welt
Fire TV Stick 2 mit Alexa im Hands on
Amazons attraktiver Einstieg in die Streaming-Welt
  1. Fernsehstreaming Fire-TV-App von Waipu TV bietet alle Kanäle kostenlos
  2. Fire TV Amazon bringt Downloader-App wieder zurück
  3. Amazon Downloader-App aus dem Fire-TV-Store entfernt

Intel C2000: Weiter Unklarheit zur Häufung von NAS-Ausfällen
Intel C2000
Weiter Unklarheit zur Häufung von NAS-Ausfällen
  1. Super Bowl Lady Gaga singt unter einer Flagge aus Drohnen
  2. Lake Crest Intels Terminator-Chip mit Terabyte-Bandbreite
  3. Compute Card Intel plant Rechnermodul mit USB Type C

  1. Re: Wertungen zur Switch unterliegen einer Sperrfrist

    Tuxgamer12 | 22:20

  2. Re: wie kann man so kurzsichtig sein ???

    Bigfoo29 | 22:19

  3. Re: Qualitätssoftware halt

    Bigfoo29 | 22:05

  4. Re: First World Problems

    qwertz347 | 22:02

  5. Re: Wie lange braucht 1 Bitcoin

    JohnD | 21:58


  1. 18:02

  2. 17:43

  3. 16:49

  4. 16:21

  5. 16:02

  6. 15:00

  7. 14:41

  8. 14:06


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel