Terragraph: Qualcomm-Chips kommen für 60-GHz-Richtfunk-Router

Qualcomm kooperiert mit Facebook, um Chips für die drahtlose Funkübertragung Terragraph zu bauen. Diese sollen in Routern verwendet werden, damit sie im 60-GHz-Band kommunizieren - mit bis zu 10 GBit/s auf der letzten Meile.

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So sehen Masten für Terragraph aus.
So sehen Masten für Terragraph aus. (Bild: Facebook)

Der Chiphersteller Qualcomm kooperiert mit Facebook, um beim Projekt Terragraph mitzuwirken. Dieses soll schnelle drahtlose Kommunikation im bisher lizenzfreien 60-GHz-Frequenzband ermöglichen. Qualcomm wird für seinen Teil einen Chip bauen, der Routern erst die Möglichkeit gibt, Pakete in diesem Bereich zu senden und zu empfangen. Dazu zählen die Produktfamilien QCA6428 und QCA6438. Beide setzen nicht auf den für 60 GHz spezifizierten WLAN-Standard 802.11ay, da Terragraph bereits im April 2016 vorgestellt wurde - vor dem Setzen des Standards im Jahr 2017.

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Qualcomm will so angepasste Chips an Dritthersteller ausliefern. Sie sind laut Hersteller speziell für den Außeneinsatz angepasst. Sie nutzen beispielsweise ein Time-Division-Multiple-Access-Protokoll und zeitsynchronisierte Knoten. Das legt die Vermutung nahe, dass im 60-GHz-Frequenzband eher mit Zeitmultiplexing mehrere Systeme angesprochen werden, statt Geräten per Frequenzmultiplexing unterschiedliche Frequenzbereiche zu geben. Terragraph soll auch die Möglichkeit des Channel Bondings erhalten, also dem Zusammenschließen mehrerer Frequenzkanäle für eine bessere Übertragung.

Die letzte Meile drahtlos überbrücken

Der Hersteller spricht in seiner Ankündigung auch von geringem Energiebedarf bei gleichzeitig recht hoher Übertragungsrate: Bis zu 10 GBit/s soll das System drahtlos übertragen können. Eingesetzt werden soll das System beispielsweise auf der letzten Meile. Ob damit gemeint ist, eine solche Kapazität direkt an den Kunden zu bringen, sagt das Unternehmen nicht. Theoretisch könnte so in älteren Gebäuden das aufwendige Ersetzen von Kupferdoppeladerleitungen durch Glasfaserkabel vermieden werden.

Allerdings ist diese Art des Richtfunks nicht überall sinnvoll. Die hohe Frequenz des Signals verringert stark dessen Penetrationsleistung und wird durch simple Natureinflüsse wie etwa Regentropfen bereits beeinträchtigt. Erste Ergebnisse werden Mitte 2019 erwartet, wenn Drittanbieter erste Geräte damit verkaufen.

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