Tipps, um die Terminologie zu vereinheitlichen

Um nun eine unternehmenseigene Terminologie aufbauen und verwenden zu können, müssen erst die tatsächlich verwendeten Benennungen gesammelt werden. Für das Sammeln können bestehende Texte, Anleitungen, Teilelisten etc. verwendet werden, aus denen die Termini extrahiert werden.

Stellenmarkt
  1. Mitarbeiter im Bereich Finanzservice (m/w/d)
    Kommunales Rechenzentrum Minden-Ravensberg/Lippe, Lemgo
  2. Quality Engineer* Natural Mainframe
    Software AG, Darmstadt
Detailsuche

Im nächsten Schritt muss diese Sammlung bereinigt werden. Wörter, die Allgemeinsprache und keine Fachbegriffe sind, werden herausgenommen. Für Gegenstände, die mehrere Namen (Synonyme) haben, muss entschieden werden, welche Benennung gültig ist. Die anderen Synonyme werden als verboten ("Unwörter") markiert und zusammen mit dem gültigen Namen festgehalten.

Regeln für die Bildung von Komposita müssen festgelegt werden: Heißt eine Schraube zum Dichten nun "Dichtschraube", "Dicht-Schraube" oder "Dichtungsschraube"? Wie lang darf ein Wort werden - ist "Getriebeölkühler" noch erlaubt oder heißt das Teil "Ölkühler für Getriebe"? Dürfen oder sollen Kurzformen entstehen wie "Kühlwasserbehälter" statt "Kühlwasser-Ausgleichsbehälter"?

Aber auch zu kurz dürfen Namen nicht werden, wenn sie dann nicht mehr eindeutig unterschieden werden können. So kann ein "Schalter" alles Mögliche schalten, ein "Außenlichtschalter" hat dagegen eine eindeutige Funktion. In einem Formular kann es viele "Eingabefelder" geben, aber meistens nur ein "Adresseingabefeld". Um Eindeutigkeit zu erreichen, sind Benennungen nach Funktion, Form, Einbauposition oder anderen Kriterien möglich.

Golem Akademie
  1. Unreal Engine 4 Grundlagen: virtueller Drei-Tage-Workshop
    28. Februar–2. März 2022, Virtuell
  2. Data Engineering mit Apache Spark: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    25.–26. April 2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Alle diese Festlegungen müssen einmal getroffen und dann konstant genutzt und ergänzt werden. Jedes Informationsprodukt des Unternehmens, von der Webseite über die Betriebsanleitung bis zur Teileliste, muss die Sprachregeln einhalten. Microsoft stellt dafür beispielsweise auf seinem Sprachenportal Terminologie-Vorgaben frei zur Verfügung.

Tatsächlich gibt es aber nicht wenige Unternehmen, die einmal mit viel Hoffnung und viel Aufwand eine Terminologieliste, ein Glossar oder ein Lexikon zusammengestellt haben, was aber nach wenigen Tagen wegen des zusätzlichen Arbeitsaufwands wieder in Vergessenheit geraten ist und im Intranet einstaubt. Um das zu vermeiden, gibt es mittlerweile Plugins für Textverarbeitungsprogramme, die Texte schon während der laufenden Eingabe überprüfen, etwa Kalcium Checkterm von Kaleidoscope oder Velingua von Acolada.

Workbook Krisenkommunikation: Realistische Handlungsempfehlungen für Unternehmen

Erst einmal klein anfangen

Aber nicht jedes Unternehmen oder Team braucht eine umfangreich ausgearbeitete Terminologie-Verwaltung. In vielen Fällen sind auch die Probleme überschaubar, so dass der Aufwand nicht gerechtfertigt wäre. Dort reicht es, erst einmal klein anzufangen:

Es empfiehlt sich, gleich beim Start eines Projekts oder in der Planung eines Produkts festzulegen, welche Namen verwendet werden für Bedienelemente, Arbeitsschritte, ein- und ausgegebene Materialien, Produkte und Daten oder andere Gegenstände. Besonders für die, mit denen der Benutzer interagiert.

Auch sollte festgelegt werden, welche Namen und welche Synonyme verboten sind, also nicht verwendet werden sollen. Dann wird überprüft, ob eines der oben aufgezählten Probleme eintreten kann, und ob oder wie es vermieden werden kann. Zuletzt werden die Bezeichnungen schriftlich festgehalten und konsequent verwendet - am besten auch intern als Variablen-, Funktions- und Dateinamen.

Und, das Wichtigste: keine Angst! Terminologieprobleme entstehen in vielen Fällen nur deswegen, weil sich niemand darüber Gedanken macht - wer diesen Text gelesen hat, hat schon einen Vorsprung. Die Grundprinzipien für einen funktionierenden Fachwortschatz sind nicht kompliziert, und mit wenig Aufwand können große Fortschritte erreicht werden. Es lohnt sich!

Johannes Hauser arbeitet als Technischer Redakteur und erstellt in dieser Rolle Betriebsanleitungen, User Guides, Schulungsunterlagen und andere technische Informationen. Sein Interesse gilt den Bereichen Usability und Verständlichkeit.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Viele Begriffe und noch mehr Probleme
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3


kreien 20. Jan 2022 / Themenstart

Es hätte aus den Branchen Maschinenbau, Luftfahrt oder Wehrtechnik (Bundeswehr) bessere...

herrmausf 17. Jan 2022 / Themenstart

Aaaah, die Datenfreigabetaste, auch daran erinnere ich mich 8D

bazi_01 17. Jan 2022 / Themenstart

Wir ist die Thematik auch vertraut. Das Thema wurde dann entschärft, in dem Artikel...

Vanger 16. Jan 2022 / Themenstart

Ah, hier liegt dein Fehler. Nein, die VDE schreibt nicht vor, dass die Leiter innerhalb...

Steven Lake 14. Jan 2022 / Themenstart

Wir haben in der Firma einige Bezeichnungen die Falsch sind. Irgendjemand hat die mal so...

Kommentieren



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Digitalisierung
500-Euro-Laptops für Lehrer "leistungsfähig und gut nutzbar"

Das Land NRW hat seine Lehrkräfte mit Dienst-Laptops ausgestattet. Doch diese äußern deutliche Kritik und verwenden wohl weiter private Geräte.

Digitalisierung: 500-Euro-Laptops für Lehrer leistungsfähig und gut nutzbar
Artikel
  1. Bundesservice Telekommunikation: Schlecht getarnte Tarnorganisation praktisch enttarnt
    Bundesservice Telekommunikation
    Schlecht getarnte Tarnorganisation praktisch enttarnt

    Inzwischen ist offensichtlich, dass der Bundesservice Telekommunikation zum Bundesamt für Verfassungsschutz gehört.

  2. Volkswagen Payments: VW entlässt Mitarbeiter wohl wegen Cybersicherheits-Bedenken
    Volkswagen Payments
    VW entlässt Mitarbeiter wohl wegen Cybersicherheits-Bedenken

    Volkswagen entlässt einem Bericht nach einen Mitarbeiter, nachdem dieser Bedenken hinsichtlich der Cybersicherheit von Volkswagen Payments äußerte.

  3. Frequenzen: Bundesnetzagentur erfüllt Forderungen der Mobilfunkkonzerne
    Frequenzen
    Bundesnetzagentur erfüllt Forderungen der Mobilfunkkonzerne

    Jochen Homann könnte vor seinem Ruhestand noch einmal Vodafone, Deutsche Telekom und Telefónica erfreuen.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • RTX 3080 Ti 12GB 1.699€ • Intel i9-10900K 444,88€ • Huawei Curved Gaming-Monitor 27" 299€ • Hisense-TVs zu Bestpreisen (u. a. 55" OLED 739€) • RX 6900 1.449€ • MindStar (u.a. Intel i7-10700KF 279€) • 4 Blu-rays für 22€ • LG OLED (2021) 77 Zoll 120Hz 2.799€ [Werbung]
    •  /