Terabytes drahtlos: THz-Antennen lassen sich erstmals elektronisch steuern

Erstmals ist es gelungen, eine elektronische Strahlschwenkung bei Frequenzen von 300 GHz zu realisieren. Das gaben Forscher der Technischen Universität Braunschweig, der Universität Stuttgart und des Fraunhofer Institut für Angewandte Festkörperphysik IAF am 11. Oktober 2016 bekannt(öffnet im neuen Fenster) . Im Bereich der Terahertz-Frequenzen von 300 Gigahertz (GHz) bis 3 Terahertz (THz) können innerhalb weniger Sekunden Terabytes drahtlos übertragen werden. Bis zur industriellen Nutzung seien zwar noch hohe technische Hürden zu überwinden. Eine davon sei jetzt aber bewältigt worden.
Zuvor mussten die Antennen noch mechanisch gesteuert werden. Damit werden Anwendungen wie drahtlose Vernetzung innerhalb von Rechenzentren, Smart Office oder die Verbindung von Basisstationen im Backhaul der Mobilkommunikation besser möglich.
Praktische Einsetzbarkeit des Konzepts
Thomas Kürner, Koordinator des Terapan-Projektes, sagte: "Mit der Einführung der elektronischen Strahlschwenkung sind wir mit dem Demonstrator im Vergleich zu seiner ersten Version der praktischen Einsetzbarkeit des Konzepts einen entscheidenden Schritt näher gekommen."
Das Terapan -Projekt wird vom Bundesforschungsministerium in der Initiative VIP (Validierung des technologischen und gesellschaftlichen Innovationspotenzials wissenschaftlicher Forschung) von August 2013 bis Oktober 2016 gefördert. Die Projektpartner arbeiten dafür beim Entwurf und Fertigung von monolithisch integrierten Sender- und Empfänger-Chips sowie der Planung von drahtlosen Funksystemen bei Terahertz-Frequenzen zusammen.
Kürner sagte Golem.de auf Anfrage: "Richtfunk ist eine mögliche Anwendung. Da die Ausbreitungsdämpfung bei 300 GHz sehr hoch ist, muss dies durch sehr direktive Antennen mit hohem Gewinn ausgeglichen werden, die dann relativ genau aufeinander ausgerichtet werden müssen. Genau hierfür wird dann eine elektronische Strahlschwenkung benötigt." Bei Richtfunkanwendungen könne die Ausrichtung prinzipiell auch mechanisch erfolgen, eine elektronische Feinjustierung reduziere jedoch den Aufwand.



