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Tenet: Es sind Ödnisse

Audiovisuell ist der Science-Fiction-Agenten-Film Tenet ein großes Spektakel - sonst aber überwiegend ernüchternd.

Eine Rezension von veröffentlicht am
Filmplakat von Tenet
Filmplakat von Tenet (Bild: Warner Bros.)

Dieser Artikel verrät nach unserem Ermessen nichts Inhaltliches über die Handlung oder einzelne Szenen aus Tenet, was Trailer nicht schon vorab offengelegt oder angedeutet haben.

Inhalt:
  1. Tenet: Es sind Ödnisse
  2. Tenet macht Unmögliches glaubhaft

Seit der Regisseur von Inception und Interstellar sein neues Werk als Agentenfilm mit Science-Fiction-Elementen ankündigt hat, haben sich viele darauf gefreut. Und das völlig begründet, mir ging es ganz genauso. Das Palindrom Tenet soll laut Filmtrailer "die richtigen Türen öffnen, aber auch manch eine falsche".

Dem Kinopublikum öffnet das Wort ab dem 26. August 2020 gedruckt oder digital auf einer Eintrittskarte zumindest die Türen zum Kinosaal - egal ob rückwärts oder vorwärts gelesen. Was dann auf der Leinwand folgt, bietet genug Action zum Staunen - und dennoch zu wenig Gedankenfutter für eine ausführliche Rezension.

Komplexe Action bewahrt uns vor dem Limbus

Zwar hat der Film genug spektakuläre Momente, für die es sich als Erlebnis ins Kino zu gehen lohnt. Alles abseits der originell inszenierten Action ist jedoch derart leblos und uninspiriert, dass große Teile der Handlung in meiner Erinnerung nur noch eine einzige generische Suppe darstellen.

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Ja, in Tenet passiert durchaus viel, aber kaum etwas prägt sich ein oder regt im Nachhinein zum Reflektieren an. Wer wann wo gerade kurz mal ist, um einen Informanten auf ein Gespräch zu treffen oder ein MacGuffin zu stehlen, war mir schon früh so egal, dass ich dem Plot zwar problemlos folgen konnte, die Einzelheiten der Handlung meist aber schon während einer Szene wieder vergessen und später auch nie mehr vermisst habe.

Ganz anders als beim meisterhaft aufgebauten Inception oder Christopher Nolans Kultfilm Memento, wo ich noch aufgeregt nach Antworten puzzeln und über tiefergehende Interpretationen entlang der Hauptstory grübeln durfte, mich sogar regelrecht dazu eingeladen gefühlt habe.

Es wird viel geredet, aber wenig gesagt

Ein Großteil von Tenet besteht aus fast pausenlos aneinandergereihten, emotionslos heruntergeratterten Dialogen, die für ihre Dauer bemerkenswert wenig Informationsgehalt bergen. Wenn es doch mal kurz interessant wird - gar von Menschen aus der Zukunft und Zeitreisekonzepten die Rede ist - heißt es schnell lapidar: "Versuchen Sie erst gar nicht, es zu verstehen. Wir wissen selber nicht ganz, wie das alles funktioniert."

Gerade da, wo ich gehofft hatte, dass Christopher Nolan bewusst auf bekannte Probleme von Zeitreisegeschichten eingeht, tut er sie schnell ähnlich lapidar ab wie ein bunter Superheldenfilm á la Avengers: Endgame.

Und sicher, Nolan selbst betont natürlich, dass es in Tenet gar nicht wirklich um Zeitreisen gehe. Letztendlich ist die Idee von umgekehrter Entropie und Objekten, die sich parallel zur Gegenwart rückwärts durch die Zeit bewegen können aber doch nur eine wissenschaftlich fundiertere Variante des gleichen Gedankens. Und sie bringt auch vergleichbare Probleme mit sich, die Tenet womöglich ebenfalls hat.

  • Tenet (Bild: Warner Bros.)
  • Christopher Nolan und John David Washington am Set von Tenet (Bild: Warner Bros.)
  • Christopher Nolan und John David Washington am Set von Tenet (Bild: Warner Bros.)
  • John David Washington und Robert Pattinson in Tenet (Bild: Warner Bros.)
  • Tenet (Bild: Warner Bros.)
  • Tenet (Bild: Warner Bros.)
  • Tenet (Bild: Warner Bros.)
  • Tenet (Bild: Warner Bros.)
  • Tenet (Bild: Warner Bros.)
Christopher Nolan und John David Washington am Set von Tenet (Bild: Warner Bros.)

Wie logisch das Konstrukt aus sich gleichzeitig vor- und rückwärts auf einem gemeinsamen Zeitstrahl bewegenden Objekten im Film tatsächlich umgesetzt wurde, wird sich erst nach mehrfacher Sichtung feststellen lassen. Eigentlich hätte ich darauf gar keine Lust mehr, wäre Tenet in seinen ganz starken Momenten nicht so ein atemberaubendes Erlebnis.

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Tenet macht Unmögliches glaubhaft 
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WalterSobchak 06. Sep 2020

Ja natürlich. Nennt sich "suspension of disbelief"

WalterSobchak 06. Sep 2020

Gerade der Ton war, Nolan typisch, mal wieder unter aller Sau. An wichtigen Stellen kaum...

montis 05. Sep 2020

Ja, komplex ist der Film. Aber für mich eher auf die Art komplex, wie wenn man aus der...

psyemi 01. Sep 2020

Gibt viele Fans von Nolan genauso wie von anderen Regisseuren. Nur weil dir es egal ist...

dEEkAy 01. Sep 2020

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