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TempleOS
TempleOS (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Vertraut und doch ganz anders

Die ersten Schritte mit TempleOS unterscheiden sich nicht von denen anderer Betriebssysteme. Die Rituale sind die gleichen. Es gilt, eine ISO-Datei herunterzuladen und auf CD zu brennen - oder in eine virtuelle Maschine einzubinden. Der Anwender kann zwischen einer minimalen und einer vollständigen Distribution wählen. Da aber Letztere auch nur gut 17 MByte groß ist, lohnt sich Geiz an dieser Stelle nicht.

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Das CD-Image funktioniert auch als Live-CD. Nur wenig Zeit vergeht, bis das System von CD gestartet ist. Auf Terminalfenster im ASCII-Look waren wir gefasst, auf die blinkenden und scrollenden Fenstertitel nicht. Um es vorwegzunehmen: Das Blinken stört in den ersten Minuten wirklich, doch mit der Zeit beginnt unser Gehirn, es auszublenden, und zuweilen sind die vermittelten Informationen tatsächlich nützlich. Eher durch Zufall entdecken wir den dünnen Mauszeiger in der Mitte des Bildschirms, wir bewegen unsere USB-Maus, und der Zeiger folgt unseren Bewegungen. Wir bewegen den Mauszeiger über die Fensterleiste des kleinsten der drei angezeigten Fenster; es ist die Autovervollständigung, wie wir später lernen werden. Intuitiv klicken wir auf die Fensterleiste und halten die Maustaste gedrückt. Und können das Fenster damit verschieben. Wir probieren, auf das große X in der rechten oberen Ecke des Fensters zu klicken, und wie erwartet schließt sich das Fenster.

  • So wird der Anwender von TempleOS begrüßt. Alle Terminalfenster sind frei verschiebbar. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • TempleOS unterstützt Hypertext an vielen Stellen. Ein Klick auf eine Datei im Verzeichnislisting ... (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • ... öffnet einen Editor. Der kann auch Bilder im Quelltext darstellen ... (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
  • ... und unterstützt auch hier wieder Hyperlinks in Quelltexten. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
So wird der Anwender von TempleOS begrüßt. Alle Terminalfenster sind frei verschiebbar. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Die übrigen beiden Fenster sind klassische Terminalfenster mit jeweils einer Kommandozeile. Im linken Fenster wird uns angeboten, das System auf einer Festplatte zu installieren und ein Einführungstutorial durchzuführen. Wir entscheiden uns dagegen und wollen erst einmal direkt auf der Kommandozeile weitermachen.

Wir geben dir ein und drücken Enter, nichts passiert. Wir geben ls ein und drücken Enter. Daraufhin erhalten wir eine Compiler-Warnung über einen unbekannten Identifier. Richtig gelesen: kein Hinweis zu einem unbekannten Programm, sondern tatsächlich eine Compiler-Warnung. Die Kommandozeile von TempleOS wird von einem C-Compiler ausgewertet. Es ist genau genommen nicht originales C, sondern Davis' eigener C-Dialekt namens HolyC. Doch dazu später mehr.

Installation verlangt tiefere Kenntnisse

Bevor wir weiter das System erkunden, wollen wir es von der Live-CD installieren. Einen Lizenzschlüssel brauchen wir nicht, TempleOS ist Public Domain und Open Source. Davis empfiehlt explizit die Installation als Dual-Boot oder innerhalb einer VM. Auch wenn TempleOS ein vollständiges Betriebssystem ist, so versteht er es doch vor allem als Lern- und Experimentierplattform für Programmierer. Wir aber haben einen älteren Rechner abgestaubt und gönnen TempleOS eine exklusive Installation, wobei wir das bisher installierte Windows komplett von der Festplatte fegen wollen.

Da wir das Skript zur Installation geschlossen haben, das uns die Installation angeboten hat, und wir zu dem Zeitpunkt nicht wissen, wie wir es erneut aufrufen können, starten wir per Hardreset den Rechner einfach neu. Der Startvorgang dauert nur kurz, daher ist das schmerzlos. Diesmal beenden wir das Startskript nicht, sondern bestätigen den Installationswunsch. Das Skript durchläuft eine Reihe von Programmen, die auch manuell aufgerufen werden können.

Trivial ist der Installationsvorgang nicht. Wir müssen die Festplatte partitionieren und mit dem Red-Sea-Dateisystem von TempleOS formatieren. Der Ablauf und die Eingabe von Zahlenwerten zum Festlegen der Partitionsgrenzen erinnern an die Installation von Linux in seinen frühesten Tagen. Dass es sich nicht um ein Linux handelt, wird aber deutlich, als das System von Laufwerksnamen wie 'C' spricht.

Ist die Festplatte eingerichtet, wird der Inhalt der Live-CD auf die Festplatte kopiert und schließlich noch ein eigener Bootloader eingerichtet - TempleOS kann aber auch mit Grub benutzt werden. Wird der Bootloader von TempleOS benutzt, sichert das System den ursprünglichen Master Boot Record (MBR).

Schließlich nehmen wir die CD heraus, per Hardreset erzwingen wir wieder einen Neustart. Wir landen im Bootmenü. Dort haben wir die Wahl, TempleOS zu starten oder den alten MBR wieder aufzurufen. Natürlich starten wir TempleOS.

 TempleOS im Test: Göttlicher HardcoreUnbegrenzter Zugriff auf das System 

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EynLinuxMarc 04. Sep 2015

Ich nehme Winrar der kann alles entpacken. ^^ (ist sogar Gekauft und Registriert)

UrielVentris 31. Aug 2015

Verschwendete Zeit oder sinnloses Zeug definiert jeder für sich. Ich tu auch nur das, was...

Analysator 22. Aug 2015

Er ist ein Rebell der die Internetgrenzen des deutschen Internets todesmutig verlassen...

nil 21. Aug 2015

Die sind gottgewollt.

sushi18 18. Aug 2015

Ach, manchmal vermisse ich die AS/400 schon. Nach fast 10jähriger Pause durfte ich mal...



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