Temash, Kabini, Richland: AMDs mobile APUs von 4 bis 35 Watt sind da

AMD hat ausführliche Daten zu drei neuen Produktkategorien seiner mobilen APUs veröffentlicht. Alle Chips bestehen aus x86-Kernen und Radeon-Grafikeinheiten mit GCN-Architektur, was das Unternehmen nicht mehr CPU, sondern "accelerated processing unit" APU nennt. Die kleinste Serie mit Codenamen Temash für Tablets und einfache Notebooks ist zudem ein echtes SoC wie Intels Atoms der Z-Serie, dabei sind auch die Schnittstellen wie SATA und USB auf dem Chip integriert. Kabini und Richland benötigen dafür einen Chipsatz, der nur aus einem Baustein besteht.






Anhand des ersten Teils der Modellbezeichnung alleine lassen sich Temash, Kabini und Richland nicht mehr unterscheiden. Die Buchstaben C und Z für die kleinsten Modelle hat AMD gestrichen, es gibt nur noch E und A. Der zweite Teil des Namens, also die Modellnummer, ist jedoch aufsteigend: Je höher sie ist, umso schneller ist die APU. Innerhalb der Serie ist eine E-APU das langsamere Modell, eine A-APU das schnellere. Sich nur am Buchstaben zu orientieren, reicht nicht mehr.
So ist also der kleinste Temash für Tablets, der A4-1200 mit 1 GHz und nur 3,9 Watt TDP, langsamer als ein E1-2100 (Kabini). Dieser arbeitet zwar auch nur mit 1 GHz, seine Grafikeinheit aber mit 300 statt 255 MHz. Dafür sind dann aber auch 9 Watt nötig. Der schnellste Kabini ist der A6-5200 mit vier Kernen bei 2 GHz, 600 MHz schneller GPU und 25 Watt TDP. Er dürfte in Ultrabook-Alternativen - bei AMD oft Ultrathins genannt - seinen Platz finden.
Die Grafikeinheit, die viel schneller als bei Atoms, Pentiums und kleineren Core i3 arbeitet, ist bei Kabini und Temash stets mit 128 Rechenwerken (Shader) versehen, AMD differenziert sie nur über den Takt. Die zwei oder vier x86-Kerne basieren auf der Jaguar-Architektur , wie sie auch in der Playstation 4 und Xbox One eingesetzt wird.
Wesentlicher Unterschied: Während bei den Spielekonsolen auch GDDR5-Speicher - bei der PS4 sogar exklusiv - zum Einsatz kommt, arbeiten die Tablet- und Notebookversionen von Jaguar bisher nur mit DDR3-Speicher. Hergestellt werden Kabini und Temash nicht bei AMDs früherer Fertigungssparte Globalfoundries, sondern bei TSMC in 28 Nanometern Strukturbreite.
Richland als Ablösung von Trinity
Von Globalfoundries kommen aber noch die Nachfolger der A-Serie von 2012 , auch als Trinity bekannt. Die neue Architektur hier heißt Richland, sie erlebt ihr Debüt als mobile APU, in einigen Tagen will AMD auch die Desktopversionen vorstellen. Richland-APUs sind für Standardnotebooks vorgesehen, das schnellste Modell ist der A10-5757M mit vier Kernen bei 2,5 bis 3,5 GHz. Im Gegensatz zu Kabini und Temash gibt es also einen Turbomodus, der je nach Auslastung höhere Takte erlaubt. Das beherrscht auch die GPU, die beim größten A10 384 Rechenwerke mit 600 bis 725 MHz mitbringt. Dafür benötigt diese APU aber auch 35 Watt TDP.






Der sparsamste Richland ist der A4-5145M mit zwei Kernen bei 2,0 bis 2,6 GHz, der aber nur eine sehr viel kleinere GPU mit 128 Shadern bei 424 bis 554 MHz besitzt. Das liegt in der Grafikleistung schon über dem schnellsten Kabini, der als A6-5200 aber bei den x86-Kernen nur 2,0 GHz erreicht. Richland ist durch den höheren Takt und die effizientere Architektur der Cores aber bei CPU-lastigen Anwendungen schneller.

Preise für seine mobilen APUs hat AMD bisher nicht genannt, sie sollen auch nur an PC-Hersteller verkauft werden. Eine Vielzahl von entsprechenden Geräten sollen auf der Computex Anfang Juni 2013 vorgestellt werden. Spannend bleibt vor allem, ob sich die Hersteller von AMDs Konzept der "Performance-Tablets" überzeugen lassen, das auf der Unterhaltungselektronikmesse CES vorgestellt wurde. Der Chiphersteller sieht hier eine Marktlücke für mobile PCs unter einem Kilogramm, die auch für PC-Spiele mit reduzierten Details ausreichen sollen. Nachdem die ersten Windows-8-Tablets wie der Smart PC von Samsung dazu viel zu langsam waren, schafft das derzeit nur das Surface Pro von Microsoft.