Telstar 19 Vantage: SpaceX schießt Satelliten für Internet im Flugzeug ins All

Online auf dem Boot in der Karibik oder im Flugzeug über dem Atlantik das Internet nutzen: Dafür hat das US-Raumfahrtunternehmen SpaceX einen Satelliten für die Datenkommunikation ins All geschossen. Telstar 19V ist - fast - der schwerste Nachrichtensatellit im Orbit.

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Start der Falcon 9 Block 5 am 22. Juli 2018, Landung nach acht Minuten
Start der Falcon 9 Block 5 am 22. Juli 2018, Landung nach acht Minuten (Bild: SpaceX)

Das US-Raumfahrtunternehmen Space Explorations Technologies (SpaceX) hat einen Kommunikationssatelliten ins All transportiert, der Daten aus einem geostationären Orbit zur Erde übertragen soll - unter anderem in Flugzeuge.

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Die Falcon 9 mit dem Satelliten hob am Sonntag um 1:50 Ortszeit (7:50 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit) vom Startplatz Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida aus ab. Es war der zweite Start der Falcon 9 Block 5, der im Hinblick auf die Wiederverwendbarkeit überarbeiteten Version von SpaceX' Trägerrakete. Die erste Stufe der Rakete landete nach knapp neun Minuten auf dem Schwimmponton "Of course I still love You". Eine gute halbe Stunde nach dem Start wurde der Satellit in einem geostationären Transferorbit ausgesetzt.

Telstar 19 Vantage gehört dem kanadischen Satellitenbetreiber Telesat. Der Satellit sendet auf dem Ku- und dem Ka-Band. Er ist für Datendienste im Nordosten Nordamerikas, in Teilen von Süd- und Mittelamerika sowie für den Atlantik und die Karibik gedacht. Ziel ist laut Telesat unter anderem, die wachsenden Märkte der See- und Luftfahrt zu bedienen.

Telstar 19 Vantage hat eine Masse von 7,07 Tonnen. Der mit einer Ariane 5 gestartete Satellit als Terrestar-1 bleibt mit 6,9 Tonnen trotzdem der schwerste kommerzielle Nachrichtensatellit, denn bei Telstar 19 Vantage ist ein größerer Teil der Masse Treibstoff. Die braucht der Satellit, um seine endgültige Position in knapp 36.000 Kilometern Höhe zu erreichen. Um die erste Stufe der Falcon 9 noch landen zu können, musste der Satellit in einem niedrigeren Orbit als üblich ausgesetzt werden, in etwa 18.000 Kilometern Höhe. Weil die Ariane 5 näher am Äquator startet, war die Bahn von Terrestar-1 auch weniger geneigt, was zusätzlich Treibstoff spart.

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Der Name Telstar geht auf den kugelförmigen Satelliten Telstar-1 zurück, der erste Nachrichtensatellit überhaupt. Er wurde im Juli 1962 gestartet und funktionierte, bis November 1962. Der Grund für den Ausfall war der Atombombentest Starfish Prime, bei dem eine 1,5 Megatonnen Wasserstoffbombe in einer Höhe von 400 Kilometern gezündet wurde. Der Test erzeugte einen kurzlebigen, künstlichen Strahlungsgürtel, der den Satelliten zerstörte.

SpaceX plant in dieser Woche einen weiteren Start: Am 25. Juli soll eine Falcon 9 von der Vandenberg Air Force Base in Kalifornien aus zehn Iridium-Next-Satelliten in die Umlaufbahn bringen. Telesat will im kommenden Monat einen weiteren Telstar ins All schießen lassen, ebenfalls von SpaceX.

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