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Telly: Kostenlose Fernseher sind wenig gefragt

Das US-Start-up Telly wollte den Markt für Fernseher mit kostenlosen Geräten bereichern. Das Interesse daran ist allerdings äußerst gering.
/ Ingo Pakalski
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So sieht der kostenlose Telly-Fernseher aus. (Bild: Telly)
So sieht der kostenlose Telly-Fernseher aus. Bild: Telly

Vollmundig hatte Telly zugesichert, in zwei Jahren mindestens 1,5 Millionen kostenlose Fernseher in den USA verschenkt zu bekommen. Die Telly-Fernseher besitzen einen zweiten Bildschirm, auf dem ununterbrochen Werbung gezeigt wird. Damit sollen die Fernsehgeräte finanziert werden. Das Interesse an solchen TV-Geräten ist allerdings deutlich geringer als vom Hersteller postuliert.

Das Magazin Lowpass konnte aktuelle Quartalsgeschäftszahlen von Telly einsehen, wonach in den vergangenen 3,5 Jahren lediglich 35.000 Fernsehgeräte in Haushalten untergebracht wurden. Im vorherigen Quartal wurden 28.000 Telly-Fernseher ausgeliefert. Mit diesem geringen Wachstum ist der Anbieter von seinen eigenen Zielen weit entfernt.

Als Telly(öffnet im neuen Fenster) im Mai 2023 an die Öffentlichkeit ging, hatte das Unternehmen prognostiziert, dass im Jahr 2023 insgesamt 500.000 Telly-Fernseher kostenlos an Haushalte verteilt würden. Im Juli 2023 nannten Führungskräfte des Unternehmens das Ziel, 2024 erneut eine Million Geräte auszuliefern.

Kostenloser Fernseher im Tausch gegen Überwachung

Wer einen Telly-Fernseher annimmt, muss sich im Vergleich zu einem klassischen Fernsehgerät auf einige Kompromisse einstellen: So überwacht das Gerät die Sehgewohnheiten der Kunden und basierend darauf wird ihnen Werbung ausgespielt. Diese wird auf einem zweiten Bildschirm angezeigt, der sich unterhalb des eigentlichen Fernsehers befindet.

Der zweite Bildschirmbereich sitzt im gleichen Gehäuse; zwischen dem Fernsehbildschirm und dem Werbebereich befindet sich eine Soundbar. Auf dem zweiten Bildschirm soll jedoch nicht nur Werbung erscheinen, er kann auch für die Anzeige von Schlagzeilen, Sportergebnissen, dem Wetterbericht oder ähnlichen Informationen genutzt werden.

Mit dem Fernseher lassen sich auch Videotelefonate führen, eine passende Kamera hierfür ist enthalten. Diese soll sich mit einem Schiebeschalter abschalten lassen.

Telly ist kein Smart-TV

Das Hauptdisplay hat eine Größe von 55 Zoll und kann Inhalte in 4K-Auflösung in HDR anzeigen. Das TV-Gerät verfügt derzeit nicht über Smart-TV-Funktionen. Zum Lieferumfang gehört ein HDMI-Dongle, das mit Android TV läuft, auf dem sich Streamingdienste wie Netflix, Prime Video oder Disney+ nutzen lassen.

Telly finanziert die Geräte, indem die Seh- und Aktivitätsdaten der Personen vor dem Fernseher gesammelt und verwendet werden. Es ist zwar möglich, dieser Überwachung der Sehgewohnheiten zu widersprechen. In diesem Fall wird aber der Zugang zum Telly-Dienst blockiert und der Fernseher muss zurückgegeben werden. Wird das Gerät nicht zurückgegeben, werden 500 US-Dollar von der Kreditkarte abgezogen.


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