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Telemonitoring: Generali will Fitnessdaten von Versicherten

Der elektronische Patient kommt über die Hintertür: Mit Hilfe von Telemonitoring plant der Versicherungskonzern Generali, seinen Kunden Rabatte zu geben, wenn sie sich fit halten. Überprüft werden soll das durch eine freiwillige Übergabe von elektronisch erfassten Gesundheitsdaten.
/ Michael Linden und dpa
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Wollen Krankenkassen Daten aus Fitnesstrackern und Apps? (Bild: Moov)
Wollen Krankenkassen Daten aus Fitnesstrackern und Apps? Bild: Moov

Der Kranken- und Lebensversicherer Generali hat mit dem südafrikanischen Versicherer Discovery ein Programm namens Vitality entwickelt (PDF(öffnet im neuen Fenster)), das elektronisch erfasste Fitnessdaten der Kunden nutzt. Verhalten sich die Kunden gesundheitsbewusst und bewegen sich beispielsweise ausreichend, gibt es Rabatte und Gutscheine zur Belohnung. 

Einem Bericht der Süddeutschen Zeitung(öffnet im neuen Fenster) zufolge sollen mit Hilfe von Apps aber nicht nur Bewegungsdaten erfasst, sondern beispielsweise auch die Wahrnehmung von Vorsorgeterminen beim Arzt dokumentiert werden. Auch bei der Ernährung will Generali dem Bericht nach wissen, wie gesundheitsbewusst sich ihr Versicherter verhält. Die Teilnahme an solchen Programmen ist freiwillig.

Gutscheine und Rabatte als Belohnung

Bei manchen Versicherungen könnten dann Tarifrabatte gewährt oder Gutscheine vergeben werden. In Deutschland soll das Angebot nach Informationen der SZ in den nächsten eineinhalb Jahren starten. Generali-Chef Mario Greco sagte gegenüber Investoren nach SZ-Informationen, dass man das Verhalten der Kunden beeinflussen wolle, weil gesündere Kunden besser für das Unternehmen seien.

Wie das Angebot in Deutschland konkret ausgestaltet wird, ist aber noch nicht festgelegt. Die Krankenkassen können Versicherten schon seit Jahren Bonusleistungen anbieten, wenn sie beispielsweise an Vorsorgeuntersuchungen teilnehmen oder sich an Kursen zur Gesundheitsförderung anmelden. 

Die Gefahr bei der langsamen Individualisierung von verhaltensabhängigen Versicherungstarifen ist groß: Das Solidaritätsprinzip der Versicherungen, nach dem auch Gesunde mit ihren Beiträgen Kranken helfen, könne so aufgeweicht werden. Wer krank ist oder sich nicht regelkonform verhält und eine Übermittlung von Fitnessdaten ablehne, könnte in Zukunft höhere Tarife zahlen – so die Sorge der Verbraucherschützer.

Bedenken bei Verbraucherschützern

Jeder Verbraucher dürfe zwar Apps für Gesundheitszwecke nutzen und die Daten auch weitergeben, so Ilona Köster-Steinebach vom Verbraucherzentrale  Bundesverband gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Die Bedenken seien jedoch groß. Das Vorhaben habe erhebliches Überwachungspotenzial.

Generali ist mit dem Vorhaben nicht allein. Nach SZ-Informationen wollen auch die Allianz und Axa ähnliche Programme starten. In den USA gibt es bereits Versicherer, die bei nachgewiesenem Wohlverhalten Rabatte geben.


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