Telemetrie: Voyager 1 weiß wohl nicht, wo sie ist

Seit 1977 befindet sich die Raumsonde Voyager 1 auf ihrer Reise durchs All. Die neusten Daten scheinen einen falschen Standort anzuzeigen.

Artikel veröffentlicht am , Patrick Klapetz
Die Nasa-Raumsonde Voyager 1, die in dieser Abbildung zu sehen ist, erforscht seit 1977 unser Sonnensystem, zusammen mit ihrem Zwilling Voyager 2.
Die Nasa-Raumsonde Voyager 1, die in dieser Abbildung zu sehen ist, erforscht seit 1977 unser Sonnensystem, zusammen mit ihrem Zwilling Voyager 2. (Bild: Nasa, Jpl-Caltech)

Laut der amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa sendet die Raumsonde Voyager 1 verwirrende Telemetrie-Daten zur Erde. Die übersandten wissenschaftlichen Daten und sonstigen Funktionen der Sonde weisen dagegen keine Probleme auf. Warum die Positionsdaten inkorrekt zu sein scheinen, weiß man bei der Behörde noch nicht.

Stellenmarkt
  1. IT-Systemadministrator / Fachinformatiker (m/w/d) für IT-Support / Kundenbetreuung
    Voss IT GmbH, Norderstedt
  2. Informatiker (m/w/d)
    Technische Hochschule Ingolstadt, Ingolstadt
Detailsuche

Das Team wird das Signal weiterhin genau beobachten, um festzustellen, ob die ungültigen Daten direkt vom Attitude Articulation and Control System (Lageregelung und Kontrollsystem, kurz: AACS) oder von einem anderen System stammen.

Voyager 1: Seit 45 Jahren auf Reisen

Seit 1977 befindet sich die Raumsonde Voyager 1 im Weltraum und hat während ihrer Reise nicht nur den Gasriesen Jupiter und den Ringplaneten Saturn passiert. Sie hat vor rund zehn Jahren auch den interstellaren Raum betreten, "eine Umgebung mit hoher Strahlung, in der noch keine Raumsonde zuvor geflogen ist", erklärt Suzanne Dodd, die Projektleiterin des Voyager-Programms am Jet Propulsion Laboratory der Nasa.

Es ist laut Dodd nach 45 Jahren ganz normal, dass unkorrekte Daten übermittelt werden. Zudem sei die Kommunikation mit Voyager 1 leichter als angenommen, und das, obwohl die Raumsonde von uns mittlerweile schätzungsweise 23,3 Milliarden Kilometer entfernt ist. Zum Vergleich: Der Zwergplanet Pluto ist je nach Planetenstand bis zu 7,5 Milliarden Kilometer von der Erde entfernt. Bis das Licht von Voyager 1 bei uns angekommen ist, vergehen 20 Stunden und 33 Minuten.

Einfach anpassen an die Gegebenheiten

Golem Karrierewelt
  1. Jira für Anwender: virtueller Ein-Tages-Workshop
    29.09.2022, virtuell
  2. First Response auf Security Incidents: Ein-Tages-Workshop
    14.11.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Dodd ist sich sicher, dass das Team herausfinden wird, woher die Störung der Voyager-1-Daten kommt. Das Problem könnte dann beispielsweise durch Softwareänderungen oder durch die Verwendung eines der redundanten Hardwaresysteme des Raumfahrzeugs behoben werden. Bereits 2017 griff man auf die Backup-Daten der Raumsonde zu. Damals gab es ein Problem mit den primären Triebwerken. Deshalb sattelte man auf ein anderes Triebwerkspaar um, das seit 37 Jahren nicht mehr genutzt wurde.

Selbst wenn das Nasa-Team den Grund für die fehlerhaften Daten nicht herausfinden sollte, wäre das nicht schlimm. Laut Dodd passt man sich dann einfach an die Situation an.

Noch ein paar Jahre mehr Daten von den Voyager-Sonden

Die Lebensdauer der Raumsonde endet in wenigen Jahren. Verschiedene Subsysteme und Heizungen wurden bereits abgeschaltet, damit die kritischen Systeme und wissenschaftlichen Instrumente weiterhin mit Energie versorgt werden können.

Bis über das Jahr 2025 hinaus soll die Sonde noch wissenschaftliche Daten erfassen. Danach soll das Plutonium-238, das zur Energieversorgung dient, weitestgehend aufgebraucht sein und Voyager 1 sowie Voyager 2 sollen nicht mehr ordnungsgemäß funktionieren können. Den Kontakt zu den Sonden wird man voraussichtlich in den 2030er Jahren verlieren.

Bis dahin können die Voyager-Raumsonden noch wertvolle und einzigartige Daten zur Erde schicken.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


[gelöscht] 29. Mai 2022 / Themenstart

George99 28. Mai 2022 / Themenstart

Naja, zumindest sowas gibt es ja schon: https://de.wikipedia.org/wiki/Aluminiumoxynitrid

NuclearBeast 25. Mai 2022 / Themenstart

Ich bin da selber auch nicht bewandert genug um viel und richtig zu erklären. Aber ich...

PrinzessinArabella 25. Mai 2022 / Themenstart

In einer Zeitspanne von 100 mrd Jahren ist vielleicht ja die Wahrscheinlichkeit einer...

Kommentieren



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Microsoft
Exchange Server von gut versteckter Hintertür betroffen

Sicherheitsforscher haben eine Backdoor gefunden, die zuvor gehackte Exchange-Server seit 15 Monaten zugänglich hält.

Microsoft: Exchange Server von gut versteckter Hintertür betroffen
Artikel
  1. Wochenrückblick: Solide Leistung
    Wochenrückblick
    Solide Leistung

    Golem.de-Wochenrückblick Der M2-Chip im Test und Neues von Sony und VW: die Woche im Video.

  2. US-Streaming: Immer mehr Netflix-Abonnenten kündigen nach einem Monat
    US-Streaming
    Immer mehr Netflix-Abonnenten kündigen nach einem Monat

    Netflix hat zunehmend Probleme, neue Abonnenten zu halten. Der Anteil an Neukunden, die nach einem Monat wieder kündigen, steigt.

  3. Ayn Loki Zero: Dieses PC-Handheld kostet nur 200 US-Dollar
    Ayn Loki Zero
    Dieses PC-Handheld kostet nur 200 US-Dollar

    Es ist das bisher günstigste Modell in einer Reihe von vielen: Der Loki Zero mit 6-Zoll-Display nutzt einen Athlon-Prozessor mit Vega-Grafik.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • MindStar (u. a. G.Skill Trident Z Neo 32 GB DDR4-3600 149€ und Patriot P300 512 GB M.2 39€) • Alternate (u. a. Acer Nitro XZ270UP QHD/165 Hz 246,89€ und Acer Predator X28 UHD/155 Hz 1.105,99€) • Samsung GU75AU7179 699€ • Kingston A400 480 GB 39,99€ • Alterrnate Weekend Sale [Werbung]
    •  /