Telemedizin: Die Patientenakte auf dem Smartphone bleibt ungeöffnet

Drei Monate nach dem Start haben nur sehr wenige Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen einen Blick in ihre E-Patientenakte geworfen.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Die Digitalisierung im Gesundheitswesen schreitet nur langsam voran.
Die Digitalisierung im Gesundheitswesen schreitet nur langsam voran. (Bild: Tobias Schwarz/AFP via Getty Images)

Gesundheitsdaten wie Arztbefunde und Röntgenbilder auf dem Smartphone: Seit Jahresbeginn geht das mit den neuen elektronischen Patientenakten (ePA). Unter Versicherten großer Krankenkassen stößt das freiwillige Angebot zwei Monate nach dem Start meist noch auf eher verhaltenes Interesse.

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Der digitale Dokumentenordner soll aber auch erst schrittweise mehr Funktionen bekommen und stärker bekannt gemacht werden. Die Kassen setzen auf eine deutlich anziehende Nachfrage.

Bei den Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) wurde die App inzwischen 4.500 Mal aktiviert, wie der AOK-Bundesverband auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Bei der Barmer wurden nach Unternehmensangaben 6.800 Apps heruntergeladen und mehr als 2.600 aktiviert.

Bei der DAK Gesundheit meldeten sich mehrere hundert Versicherte zur Nutzung an. Bei der Techniker Krankenkasse (TK) luden demnach fast 80.000 Nutzer die App herunter und verwenden sie.

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Die E-Akte als freiwilliges Angebot für die rund 73 Millionen gesetzlich Versicherten war am 1. Januar 2021 gestartet - erst einmal mit einer Testphase. Patienten können die ePA zunächst für sich selbst nutzen, nicht-digitale Unterlagen müssen anfangs auch noch per Handy oder Tablet eingescannt werden.

Die Vernetzung mit Praxen soll im ersten Quartal 2021 nur mit Ärzten in Berlin und der Kassenärzte-Region Westfalen-Lippe getestet werden. Bis 1. Juli 2021 müssen dann aber alle Praxen angeschlossen sein. Das soll auch für mehr Schub sorgen.

TK-Chef Jens Baas sagte der dpa: "Digitale Daten helfen uns, Krankheiten und Krankheitsverläufe besser zu verstehen und damit erfolgreicher zu behandeln." Das funktioniere aber nur, wenn alle an einem Strang ziehen. "Die ePA kann erst ihr Potenzial entfalten, wenn sie auch in den Arztpraxen ankommt."

Sie werde bisher schon sehr gut von den TK-Versicherten angenommen, findet Baas. Hintergrund sei auch die Möglichkeit, sich voll digital zu registrieren, ohne in die Kundenberatung zu gehen. "Das ist besonders jetzt im Lockdown entscheidend." Unter den Nutzern seien 78 Prozent zwischen 26 und 59 Jahre alt, 8 Prozent unter 25 Jahre und 14 Prozent über 60 Jahre.

Die ePA soll den Patienten spürbaren Nutzen bieten

Auch die AOK sagt, dass die ePA ein zukunftsweisendes Projekt sei. Sie werde echten Nutzen für die Versicherten haben, wenn sie erst einmal flächendeckend eingesetzt und von den Ärzten befüllt werde. Im Lauf des Jahres sollten darüber dann auch Information und Aufklärung für die Versicherten intensiviert werden.

"Mit jeder Arztpraxis und jeder Klinik, die dazukommt, und jedem Versicherten, der die ePA aktiv nutzt, wird die Sache spannender", sagte ein Sprecher. Auch viele interessante Anwendungen würden erst im Laufe der Zeit starten. Die ePA-Einführung sei "kein Sprint, sondern ein Marathon".

Die Barmer rechnet damit, dass die Zahl der aktiven Nutzer in diesem Jahr kräftig steigt, wie eine Sprecherin sagte. Die ePA solle mehr Transparenz schaffen und so auch eine bessere Versorgung ermöglichen. "Das geschieht vor allem dadurch, dass viele bislang verstreute Informationen an einem Punkt vereint werden und damit stets verfügbar sind."

Dazu gehörten etwa Informationen zu Krankheiten und Therapien, im Ernstfall lebensrettende Notfalldaten oder Diagnosen. Entscheidend für den Erfolg werde auch sein, Nutzerfreundlichkeit und Datenschutz zu vereinen, ohne dass sich beides gegenseitig behindere.

E-Patientenakte: Für Privatversicherte erst 2022

Die DAK setzt ebenfalls auf stetig steigenden Nutzerzahlen, wie ein Sprecher erläuterte. Durch die zukünftigen Ausbauschritte und die breite Anbindung an Praxen und andere Leistungserbringer werde der Mehrwert deutlich steigen. Generell habe die Bedeutung digitaler Angebote für die Versicherten massiv zugenommen. Das habe sich auch schon vor den besondern Umständen der Corona-Krise gezeigt.

Die E-Akten sollen schrittweise mehr können. Ab 2022 sollen auch der Impfausweis, der Mutterpass, das gelbe Untersuchungsheft für Kinder und das Zahn-Bonusheft digital abrufbar sein. Was sie speichern wollen, entscheiden die Patienten selbst.

Sie bestimmen auch, wer auf die ePA zugreifen darf - im ersten Jahr aber noch nicht in verfeinerter Form, was Datenschützer scharf kritisieren. Es gibt auch einen Bereich mit Versicherten-Informationen der jeweiligen Kassen, beispielsweise mit Erinnerungsfunktionen.

Die ePA ist ein zentrales Projekt von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), das nach jahrelangem Gezerre die Digitalisierung im Gesundheitswesen voranbringen soll. Privatpatienten sollen die E-Akte nach Angaben der privaten Krankenversicherung ab Anfang 2022 angeboten bekommen.

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myself@djdomi.net 09. Mär 2021

Hi Die app ruft eigentlich nur eine Internet Seite auf, such doch einfach mal nach iam...

xxsblack 09. Mär 2021

Herrlich! App gedownloadet. Gestartet, App kann nicht gestartet werden, weil nur Wischen...

crea 09. Mär 2021

Ich habe mich letztens fast zwei Monate mit der HKK "gestritten", weil ich Unterlagen per...

Der Oberste... 08. Mär 2021

Nach dem ich diesen Bericht gelesen hatte, dachte ich mir ich lade die App mal runter und...

Lurtz 08. Mär 2021

Ist kein Wunder, das ganze Projekt ist mit heißer Nadel gestrickt und ehrlich gesagt...



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