Abo
  • IT-Karriere:

Telekommunikationsunternehmen: Illegale Vorratsdatenspeicherung?

Bis zu einem halben Jahr speichern manche Internet- und Telefonanbieter Metadaten auf Vorrat. Das ergibt eine Erhebung der Bundesnetzagentur. Der AK Vorrat hat Anzeige erstattet.

Artikel veröffentlicht am ,
So ähnlich sähe die Metadatensammlung wohl analog aus.
So ähnlich sähe die Metadatensammlung wohl analog aus. (Bild: myrfa/CC0 1.0)

Die Vorratsspeicherung wurde im Juni 2017 ausgesetzt, dennoch speichern etliche Telekommunikationsanbieter weiter Vorratsdaten. Patrick Breyer, Mitglied der Piratenpartei und des Arbeitskreises Vorratsdatenspeicherung, hat interne Dokumente der Bundesnetzagentur erhalten, die einen Speicherzeitraum von bis zu sechs Monaten belegen. Breyer hat am 2. Januar Anzeige erstattet.

Stellenmarkt
  1. AOK Niedersachsen', Hannover
  2. Computacenter AG & Co. oHG, Frankfurt, München, Ratingen

Bereits Anfang 2018 befragte die Bundesnetzagentur 14 Telekommunikationsunternehmen zur "Verkehrsdatenspeicherung aus betrieblichen Gründen." Eine Teilnahme an der Umfrage war freiwillig. Sechs Unternehmen, die nach Angaben der Bundesnetzagentur "mehr als 90 % des Marktes" abdecken, machten Angaben zu ihrem Umgang mit Metadaten. Die einzelnen Unternehmen nennt die Bundesnetzagentur nicht,a auch die Zahlen werden nicht unternehmensspezifisch aufgeführt. "Ebenso wie die gesamte Öffentlichkeit habe ich einen Anspruch zu wissen, welcher TK-Anbieter meine Daten wie lange und zu welchen Zwecken verarbeitet", entgegnet Breyer, der das Dokument durch eine Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz erhalten hat.

Bis zu einem halben Jahr auf Vorrat

Das Dokument führt die Speicherzeiträume nach verschiedenen Metadatenarten auf. Rufnummern und andere Kennungen werden demnach zu Abrechnungszwecken zwischen 90 und 180 Tagen aufbewahrt. Selbst für unbeantwortete oder erfolglose Anrufe werden die Metadaten bis zu sechs Monate lang gespeichert. Die Funkzelle, also der jeweilige Aufenthaltsort, wird bis zu einer Woche erfasst. Die IMEI, eine eindeutige Kennung des jeweiligen Mobilfunkgerätes, wird bis zu vier Monate lang gespeichert, die IP-Adresse der Internetzugänge bis zu drei Monate.

Die Speicherdauer kommt den vorgesehenen Zeiträumen der 2015 wieder beschlossenen und im April 2018 ausgesetzten Vorratsspeicherung erheblich nahe oder geht zum Teil sogar über sie hinaus. Die gesetzliche Vorratsdatenspeicherung sah eine Speicherdauer von vier Wochen für Standortdaten sowie zehn Wochen für die Kommunikationsdaten vor.

Illegale Vorratsdatenspeicherung?

Die Speicherzeiträume sind laut einer Mitteilung des Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung "selbst nach dem Maßstab des industriefreundlichen Leitfadens der Bundesnetzagentur klar illegal und ordnungswidrig." Aus diesem Grund habe man Anzeige erstattet sowie die Bundesnetzagentur und die Bundesdatenschutzbeauftragte zum Einschreiten aufgefordert.

Der Leitfaden der Bundesnetzagentur gestatte die Speicherung der IMEI nicht, zumal sie nicht abrechnungsrelevant sei, heißt es in der Anzeige. Die Speicherung der IP-Adresse sei maximal sieben Tage zulässig, nicht jedoch bis zu drei Monate. Eine Rechtsgrundlage für die Speicherung nicht zustandegekommener Verbindungen sei ebenfalls nicht gegeben.

Der Arbeitskreis befürchtet, dass die Standortdaten von Behörden für massenhafte Funkzellenabfragen, beispielsweise bei Demonstrationen, genutzt werden könnten. Den nicht genannten Telekommunikationsunternehmen droht ein Bußgeld.



Anzeige
Top-Angebote
  1. 44,90€ (Bestpreis!)
  2. (u. a. Assassin's Creed Odyssey für 24,99€, Monster Hunter World - EU Key für 30,49€)
  3. (u. a. Powerbanks ab 22,49€, 5-Port-Powerport für 26,39€)
  4. 53,99€ (Release am 27. August)

100g 04. Jan 2019

Schade, dass bei diesem Thema von den Kritikern immer wieder so manchen inkorrekt...

flyhigh79 03. Jan 2019

Genau so ist es. Innerhalb von einer Woche bekommen es die Abmahner aber nicht hin...

hG0815 03. Jan 2019

Da weiß man doch schon in was für einem Staat man lebt. Toll dass sich noch irgendjemand...


Folgen Sie uns
       


iPad Mini (2019) - Fazit

Nach vier Jahren hat Apple ein neues iPad Mini vorgestellt. Das neue Modell hat wieder einen 7,9 Zoll großen Bildschirm und unterstützt dieses Mal auch den Apple Pencil.

iPad Mini (2019) - Fazit Video aufrufen
Zulassung autonomer Autos: Der Mensch fährt besser als gedacht
Zulassung autonomer Autos
Der Mensch fährt besser als gedacht

Mehrere Jahre haben Wissenschaftler und Autokonzerne an Testverfahren für einen Autobahnpiloten geforscht. Die Ergebnisse sprechen für den umfangreichen Einsatz von Simulation. Und gegen den schnellen Einsatz der Technik.
Von Friedhelm Greis

  1. Einride T-Pod Autonomer Lkw fährt in Schweden Waren aus
  2. Ingolstadt Audi vernetzt Autos mit Ampeln
  3. Wasserkühlung erforderlich Leistungshunger von Auto-Rechnern soll stark steigen

Katamaran Energy Observer: Kaffee zu kochen heißt, zwei Minuten später anzukommen
Katamaran Energy Observer
Kaffee zu kochen heißt, zwei Minuten später anzukommen

Schiffe müssen keine Dreckschleudern sein: Victorien Erussard und Jérôme Delafosse haben ein Boot konstruiert, das ohne fossilen Treibstoff auskommt. Es kann sogar auf hoher See selbst Treibstoff aus Meerwasser gewinnen. Auf ihrer Tour um die Welt wirbt die Energy Observer für erneuerbare Energien.
Ein Bericht von Werner Pluta

  1. Umweltschutz Kanäle in NRW bekommen Ladesäulen für Binnenschiffe
  2. Transport DLR plant Testfeld für autonome Schiffe in Brandenburg
  3. C-Enduro Britische Marine testet autonomes Wasserfahrzeug

IT-Headhunter: ReactJS- und PHP-Experten verzweifelt gesucht
IT-Headhunter
ReactJS- und PHP-Experten verzweifelt gesucht

Marco Nadol vermittelt für Hays selbstständige Informatiker, Programmierer und Ingenieure in Unternehmen. Aus langjähriger Erfahrung als IT-Headhunter weiß er mittlerweile sehr gut, was ihre Chancen auf dem Markt erhöht und was sie verschlechtert.
Von Maja Hoock

  1. Bundesagentur für Arbeit Informatikjobs bleiben 132 Tage unbesetzt
  2. IT-Berufe Bin ich Freiberufler oder Gewerbetreibender?
  3. Milla Bund sagt Pläne für KI-gesteuerte Weiterbildungsplattform ab

    •  /