Telekommunikation: Netzausbau in Deutschland zu langsam

EU-Kommissarin Viviane Reding hat den langsamen Netzausbau in Deutschland und Europa kritisiert. Sie sagte dem Nachrichtenmagazin Focus(öffnet im neuen Fenster) : "Heute hinken Deutschland und die Mehrzahl der EU-Staaten beim Netzausbau deutlich hinterher. Dabei hören die Netze doch nicht am Rande eines Landes auf."
Europa werde das Problem nur lösen, wenn Telekommunikationsbetreiber nicht mehr national, sondern europäisch reguliert würden, sagte die Justizkommissarin. Sie forderte einen Ausbau über Landesgrenzen hinweg: "Wir brauchen ein europaweites Internet für einen konkurrenzfähigen digitalen Binnenmarkt."
"Seit der Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes 1998 haben die Netzbetreiber mehr als 100 Milliarden Euro in die Netze investiert" , sagte Bitkom-Präsident Dieter Kempf(öffnet im neuen Fenster) am 21. Januar 2014.
Nach Angaben der Bundesnetzagentur vom Dezember 2013 (PDF)(öffnet im neuen Fenster) haben die Investitionen der Telekommunikationskonzerne in Deutschland nicht wieder den Höchstwert aus dem Jahr 2008 erreicht, als 7,2 Milliarden Euro für Sachanlagen auf dem Telekommunikationsmarkt ausgegeben wurden. Doch gegenüber dem Vorjahr stiegen die Ausgaben im Jahr 2012 leicht von 6,2 auf 6,3 Milliarden Euro. Die alternativen Anbieter investierten 3,5 Milliarden Euro und die Deutsche Telekom 2,8 Milliarden Euro. Der Investitionsanteil der alternativen Anbieter stieg 2012 auf 56 Prozent gegenüber 52 Prozent im Jahr 2011.
Die Investitionen in die Kabel-TV-Infrastruktur lagen 2011 bei 0,76 Milliarden Euro, stiegen im Jahr 2012 auf 0,78 Milliarden Euro und erreichten damit einen Anteil von zwölf Prozent der Investitionen auf dem Telekommunikationsmarkt.
Die Investitionen der Telekommunikationsunternehmen flossen auch in den Ausbau der Glasfaserstrecken. Ende 2012 verfügten sie in Deutschland über 486.000 Glasfaserstreckenkilometer. Davon entfielen auf die Telekom rund 312.000 Kilometer.