Telekommunikation: Anrufe und SMS ins EU-Ausland erhalten Preisobergrenze

Unangenehme Überraschungen bei Anrufen ins EU-Ausland sollen bald nicht mehr möglich sein. Ab dem 15. Mai 2019 gilt für Anrufe und SMS in andere EU-Länder eine Preisobergrenze - vorerst jedoch nicht automatisch.

Artikel veröffentlicht am ,
Eine Preisobergrenze für Anrufe ins EU-Ausland wird eingeführt.
Eine Preisobergrenze für Anrufe ins EU-Ausland wird eingeführt. (Bild: Pixabay.com/CC0)

In dieser Woche starten Preisobergrenzen für Telefonate ins EU-Ausland. Für Anrufe von Deutschland zu einer anderen Rufnummer im EU-Ausland fallen ab dem 15. Mai 2019 maximal 19 Cent pro Telefonminute netto an, mit Mehrwertsteuer sind es 22,6 Cent. Der SMS-Versand wurde auf maximal 6 Cent netto festgelegt, das sind mit Mehrwertsteuer 7,1 Cent pro Nachricht.

Stellenmarkt
  1. IT-Sicherheitskoordinator Geodateninfrastrukturen & Urbane Datenplattformen (w/m/d)
    Dataport, verschiedene Standorte
  2. (Senior) Consultant Modern Workplace (m/w/d)
    Kaufland Dienstleistung GmbH & Co. KG, Heilbronn
Detailsuche

Dabei spielt es keine Rolle, ob das Mobilfunk oder das Festnetz verwendet wird. Das EU-Parlament hatte diese Regelung Mitte November 2018 beschlossen.

Die neuen EU-weiten Preisobergrenzen gehören zur sogenannten Intra-EU-Kommunikation, sind also gesondert zur EU-Roaming-Verordnung, bei der alle Leistungen eines Mobilfunktarifs ohne Aufpreis mit ins EU-Ausland genommen werden können. Wer Urlaub in einem EU-Ausland macht und von dort zu Hause anruft, hat bei einer gebuchten Telefonflatrate keine weiteren Kosten. Bei der neuen Regelung geht es um Anrufe von Deutschland in ein anderes EU-Ausland.

Automatischer Wechsel erst Mitte Juli

Die neue Preisobergrenze tritt zwar ab dem 15. Mai 2019 in Kraft, die Anbieter haben aber noch bis Mitte Juli 2019 Zeit, Tarife automatisch entsprechend umzustellen. Wer als Kunde spezielle Tarifpakete für Auslandstelefonate gebucht hat, sollte sich genau anschauen, ob diese Pakete preisgünstiger sind oder die aktuelle Regelung weniger kostet. Bei Bedarf muss der Kunde beim Anbieter einen Wechsel veranlassen.

Golem Akademie
  1. Linux-Shellprogrammierung: virtueller Vier-Tage-Workshop
    04.-07.07.2022, Virtuell
  2. Kotlin für Java-Entwickler: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    01./02.06.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) begrüßt, dass mit der Regelung der europäische Binnenmarkt gestärkt werde. "Überteuerte Anrufe und SMS aus dem deutschen Netz ins EU-Ausland gehören bald der Vergangenheit an", sagt Susanne Blohm, Referentin des Teams Digitales und Medien beim Verbraucherzentrale Bundesverband. "Preise sollten nicht davon abhängen, ob ein Dienst im Inland erbracht wird oder eine Grenze überschreitet."

Der Verbraucherzentrale Bundesverband hatte sich nach eigenen Angaben im Gesetzgebungsverfahren dafür eingesetzt, dass bei der Bepreisung von Anrufen und Nachrichten vom EU-Inland ins EU-Ausland der Grundsatz der Nichtdiskriminierung gelten müsse. Die Preise für Gespräche und Nachrichten sollten demnach gleich sein, unabhängig vom Ziel des Anrufs oder der SMS, wenn dieses in der EU liegt.

"Die neue Regelung ist zwar ein Kompromiss, da Inlandskosten für Gespräche immer noch günstiger sein können. Wegen der teilweise hohen Kostenersparnis ist die Regelung für Verbraucher aber grundsätzlich positiv zu bewerten", so Blohm. Die Bundesregierung erarbeitet in einem Referentenentwurf derzeit nationale Sanktionsmöglichkeiten für Anbieter, die gegen die neuen Regeln verstoßen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


scrumdideldu 14. Mai 2019

Schiffe und Satellitenverbindungen? Kostenpflichtige Nummern im Niger für 3 Euro die...

Frostwind 13. Mai 2019

Ja, da entblößt sich die Argumentation der EU.

treysis 13. Mai 2019

Die Anbieter machen doch größtenteils auch alle mittlerweile VoIP. Und kassieren...

möpmöp123 13. Mai 2019

Ja, aber irgendwie muss man dir doch das Geld aus der Tasche ziehen ;)



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Halbleiter & SMIC
Chip-Nachfrage für Smartphones und PC fällt "wie ein Stein"

Chinesische Kunden von SMIC haben volle Lager und ordern weniger Chips. Andere Halbleiter sollen den Einbruch auffangen.

Halbleiter & SMIC: Chip-Nachfrage für Smartphones und PC fällt wie ein Stein
Artikel
  1. Google: Russland will Youtube aus Selbstschutz nicht blockieren
    Google
    Russland will Youtube aus Selbstschutz nicht blockieren

    Die zahlreichen Drohungen der russischen Zensurbehörde zur Blockade von Youtube werden wohl nicht umgesetzt. Die Auswirkungen wären zu stark.

  2. Arclight Rumble: Wegen Warcraft Mobile sollte sich Blizzard selbst verklagen!
    Arclight Rumble
    Wegen Warcraft Mobile sollte sich Blizzard selbst verklagen!

    Golem.de hat es gespielt: Arclight Rumble entpuppt sich als gelungenes Mobile Game - aber wie ein echtes Warcraft fühlt es sich nicht an.
    Von Peter Steinlechner

  3. Biontech: Mainz kann 365-Euro-ÖPNV-Ticket dank Corona einführen
    Biontech
    Mainz kann 365-Euro-ÖPNV-Ticket dank Corona einführen

    In Mainz ist Biontech beheimatet, was die Steuereinnahmen explodieren lässt. Mit dem Geld wird nun ein 365-Euro-Jahresticket für Schüler und Azubis finanziert.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • PS5 jetzt bestellbar • Cyber Week: Bis zu 900€ Rabatt auf E-Bikes • MindStar (u. a. Intel Core i9 529€, MSI RTX 3060 Ti 609€) • Gigabyte Waterforce Mainboard günstig wie nie: 480,95€ • Razer Ornata V2 Gaming-Tastatur günstig wie nie: 54,99€ • AOC G3 Gaming-Monitor 34" 165 Hz günstig wie nie: 404€ [Werbung]
    •  /