Telekom zu Partnerschaften: Andere Netze "nicht stabil und zuverlässig" genug

Die Deutsche Telekom hat sich zu Kritiken an neuen Fällen von Überbau geäußert. Mit deutschlandweit inzwischen mehr als zwölf Millionen Haushalten (Homes Passed) setze man "als größter Netzbetreiber beim Ausbau zuallererst auf den Eigenausbau, weil wir unseren Kunden ein stabiles und zuverlässiges Netzerlebnis bieten wollen" . Das sagte Unternehmenssprecherin Sandra Rohrbach Golem am 26. November 2025 auf Anfrage, was indirekt als Kritik an anderen Netzen verstanden werden kann.
Man investiere hohe Summen, um nach und nach weitere Gebiete und Kommunen zu versorgen. Tatsächlich können keine zwölf Millionen Haushalte FTTH von der Telekom nutzen. Einen Glasfaseranschluss können nur diejenigen buchen, die Homes Connected sind. Zu dieser Anzahl macht die Telekom keine aktuellen Angaben.
Wo kauft die Telekom Vorleistungen ein?
Die Telekom weist Haushalte dann als ausgebaut aus, wenn die Ausbaustufe Homes Passed erreicht und Glasfaser bis an die Grundstücksgrenze oder bis in die Straße gelegt ist. Für so versorgte Haushalte, die Fiber To The Home (FTTH) bei der Telekom bestellen, bedeutet das jedoch nicht, dass sie den Zugang ins Haus dann auch zeitnah gelegt bekommen.
Die Telekom hat zwar viele Partnerschaften mit anderen Netzbetreibern, kauft aber kaum Vorleistungen bei ihnen ein . Rohrbach dazu: "Gleichzeitig hat die Telekom auch rund 50 Kooperationen und Partnerschaften. Diese kommen zustande, wenn wir mit Unternehmen vertrauensvoll und langfristig zusammenarbeiten können. Dann nutzen wir auch ein Netz von anderen. Ein Kriterium ist beispielsweise, dass Partner Service und Entstörung rund um die Uhr anbieten kann – so wie wir."
Dafür, dass andere Unternehmen schon erheblich länger Glasfaser breit ausbauen als die Telekom, sei ihre Sichtweise zu Partnerschaften problematisch, meinen Branchenexperten. Sven Knapp, Leiter des Hauptstadtbüros des Breko (Bundesverband Breitbandkommunikation), sagte Golem am 15. September 2025 : "Die Telekom propagiert öffentlichkeitswirksam ihre Offenheit für Kooperationen. In der Praxis setzt sie allerdings ausschließlich auf Kooperationen auf Basis ihres sogenannten Faser-Mietmodells und verweigert den Einkauf von Bitstrom-Vorleistungen – obwohl sie selbst ihren Vorleistungsnachfragern ausschließlich Bitstrom-Kooperationen anbietet."



